Hans Magnus Enzensberger, Uwe Johnson
»fuer Zwecke der brutalen Verstaendigung« - Hans Magnus Enzensberger – Uwe Johnson. Der Briefwechsel

Herausgegeben von Henning Marmulla und Claus Kröger. Mit Abbildungen
»fuer Zwecke der brutalen Verstaendigung«
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D: 26,80 €
A: 27,60 €
CH: 45,30 sFr

Erschienen: 12.10.2009
Gebunden, 342 Seiten
ISBN: 978-3-518-42100-0

Inhalt

„Überhaupt rätsele ich an Ihrem Leumund herum (‚Enzensberger, und Genossen ...’)“ Uwe Johnson an Hans Magnus Enzensberger 
„wer meine genossen sind wüßte ich selber gern“
Hans Magnus Enzensberger an Uwe Johnson  

1959, kurz nach Uwe Johnsons Übersiedelung in den Westen Berlins und der Veröffentlichung seines Debütromans Mutmassungen über Jakob, beginnen der Briefwechsel und die Freundschaft zwischen ihm und Hans Magnus Enzensberger. Über einen Zeitraum von acht Jahren verständigen sie sich über die literarische und politische Lage und diskutieren die Spielräume politischen Engagements.
Zugleich aber zeugen die 161 Dokumente von einer Auseinandersetzung über Möglichkeiten und Grenzen von Freundschaft. Bereits im Oktober 1966 forderte Uwe Johnson, den gemeinsamen Briefwechsel „nicht mehr fuer eine kuenftige Edition und Altersversorgung einzurichten sondern fuer Zwecke der brutalen Verstaendigung“. Über scheinbar Alltäglichem kommt es zu prinzipiellen Betrachtungen und zuletzt zu einem Zerwürfnis: Daß Uwe Johnson seine Berliner Wohnungen Enzensbergers erster Frau Dagrun und dessen Bruder Ulrich zur Verfügung stellt, führt in Aporien von Vertrauen, Bürgschaft und Verantwortung.
Ein Jahr später erreicht selbst diese Verständigung ihre Grenzen – unter Hinterlassung einer Korrespondenz, bei der sich beide Partner nichts schuldig bleiben: am wenigsten den hochpointierten Dialog zweier grundverschiedener Naturen. Ihre Edition liegt hiermit vor.

 

 

Pressestimmen

»1959 beginnen Uwe Johnson und Hans Magnus Enzensberger sich Briefe zu schreiben, in denen sich eine ganze Epoche spiegelt. ... Beide leuchtfeuern und leuchten und üben sich ein in literarischer Öffentlichkeit. Fingerübungen und Vergnügen bei scharfer Intelligenz. In alle Richtungen hellwach, listig und kompromissbereit der eine, eigensinnig, entschieden und redlich der andere. Ein bisschen unernst zuweilen und nicht ohne rhetorischen Aufwand Enzensberger, Johnson dagegen in grundlegender Ernsthaftigkeit, wenn er schon mal den Auftritt fürs nächste Buch probt. ...  Die Briefe sind ein Zeugnis nicht nur des Neubeginns der deutschen Literatur, sondern auch einer zentralen ästhetischen wie politischen Auseinandersetzung in der Bundesrepublik, geführt von zwei der wichtigsten Intellektuellen und Autoren ihrer Zeit.«

Oliver Vogel, Frankfurter Rundschau

»Eine anrührende, eine bewegende Korrespondenz, die es dem Leser erlaubt, seine Sympathien gleichmäßig auf beide Autoren zu verteilen. Ein Briefwechsel mit beträchtlicher zeithistorischer und literaturgeschichtlicher Tiefendimension zudem, die der vorzügliche Kommentar, der auf viele unveröffentlichte Dokumente zurückgreift, verlässlich ausleuchtet. Eine Korrespondenz schließlich zwischen zwei glänzenden Stilisten, die ganz bewusst literarische Briefe schrieben und ihre Manierismen aufs beweglichste und pointierteste kultivierten.«

Ernst Osterkamp, Frankfurter Allgemeine Zeitung

»Hans Magnus Enzensberger und Uwe Johnson, zwei der großen, vom Habitus und Wesen aber sehr unterschiedliche Schriftsteller der deutschen Nachkriegsliteratur, haben über einen Zeitraum von 25 Jahren eine sehr bewegte und beinahe freundschaftliche Korrespondenz geführt. Da beide glänzende Stilisten der deutschen Sprache waren und sind und auch in ihren Briefen den literarischen und politischen Alltagsthemen nicht auswichen, darf sich der Leser auf höchst spannende und unterhaltende Lektüre freuen.«

Norbert Kuge, literaturkritik.de

»Wieder einmal liest man gebannt die Briefe zwischen zwei hochindividuellen Menschen. Manchmal kommt das Wesentliche zwischen den Zeilen zum Ausdruck, oft wird es ganz offen formuliert. ... von den Herausgebern Henning Marmulla und Claus Kröger wunderbar kommentiert ... .«

Darmstädter Echo

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