Amos Oz
Geschichten aus Tel Ilan

Aus dem Hebräischen von Mirjam Pressler
Geschichten aus Tel Ilan
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Erschienen: 06.12.2010
suhrkamp taschenbuch 4209, Broschur, 190 Seiten
ISBN: 978-3-518-46209-6

Inhalt

Der Wandel kommt in kleinen Schritten: Tel Ilan ist ein Dorf im Norden Israels. Ein Ort, ein wenig unentschlossen zwischen Gestern und Morgen, aufsehenerregende Ereignisse sind selten. Doch plötzlich verwischt die Grenze vom Gewöhnlichen zur Merkwürdigkeit. Gilli Steiner wartet mit wachsender Verzweiflung auf ihren Neffen, Pessach Kedem hört komische Geräusche, und der Immobilienmakler Jossi Sasson wird in einem alten Haus von einer jungen Frau verwirrt – und verirrt. Dabei geschieht eigentlich nichts Besonderes. Oder doch?
Amos Oz entwirft in seinen Geschichten aus Tel Ilan einen kleinen Kosmos. Er erzählt von Menschen und ihren Sehnsüchten, von ihrem nur auf den ersten Blick durch und durch alltäglichen Leben.

Pressestimmen

»Amos Oz' wunderbare Geschichten aus Tel Ilan erzählen, über die Grenzen seines Landes hinaus, von einer existentiellen Erfahrung: Einsamkeit.«

Julia Encke, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung

»Amos Oz ist heute, mit siebzig, ein Meister, der diskret und ohne effekthascherisches Virtuosentum sämtliche Register des Erzählens aus allen Zeiten und Zivilisationen beherrscht und aus dem unspektakulären Leben eines Dorfes wie Tel Ilan kleine Epen formt.«

David Signer, Neue Zürcher Zeitung am Sonntag

»Wehmut, Warten, Nostalgie, das sind die Themen aller Dorfbewohner ... Ein bitteres, ein böses Buch, das, wenn man es politisch liest, das Ende aller Hoffnungen im Lande Kanaan besingt. Geschichten aus Tel Ilan von Amos Oz: erbarmungslos, brillant. Oz ist zurückgekehrt zu seinen Kammerspielen.«

Jochanan Shelliem, Hessischer Rundfunk

»Wie in seinem großen Roman ›Eine Geschichte von Liebe und Finsternis‹ [...] stehen auch hier familiäre Beziehungen im Zentrum der Aufmerksamkeit. Doch die ›Geschichten aus Tel Ilan‹ schlagen nicht den großen Bogen quer durch die eigene Familiengeschichte und die Geschichte des aus Europa vertriebenen Judentums, sie bleiben im Kleinen. In gewisser Weise kann man diesen Geschichtenband als das kongeniale Pendant zu Amos Oz' größtem Roman bezeichnen. [...] Wer hautnah miterleben will, wie ein großer Autor aus dem allgemein Üblichen das Besondere macht, sollte dieses Buch mit einem kleinen Seitenblick aufs Handwerk lesen. Da verschränken sich Rückschau und Vorausblick fast in jedem Satz mit der Gegenwart zu einem höchst anschaulichen Erzählen, das sich des Präteritums bedient, um die Figuren direkt vor das Auge und Ohr des Lesers zu stellen.«

Meike Fessmann, Süddeutsche Zeitung

»Sieben der acht meisterlich erzählten, oft tragikomischen Geschichten drehen sich um das 100 Jahre alte israelische Dorf Tel Ilan, eine Erfindung des 70-jährigen Amos Oz. Der lässt einige seiner Figuren gleich in mehreren Geschichten auftauchen. So ist formal ein lockerer Roman entstanden und inhaltlich ein verblüffend glaubhaftes Dorfpanorama mit Menschen, die verzweifelt nach dem Glück suchen.«

Tobias Wenzel, Deutschlandradio

»Alle Geschichten, realistisch angelegt, fesseln zuerst durch ihre dichte Atmosphäre - aus der heraus Oz sie plötzlich ins absurd Unheimliche umschlagen lässt. Einflüsse von Sherwood Anderson sind hier ebenso spürbar wie von dem hebräischen Schriftsteller Agnon oder von Kafka. Und natürlich das reiche Wissen eines siebzigjährigen Autors, dass ein ganz normales Leben immer auch als Roman gelesen werden kann - wenn man es nur richtig beschreibt.«

Carsten Hueck, Deutschlandradio Kultur

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