Peter Sloterdijk
Gottes Eifer - Vom Kampf der drei Monotheismen

Gottes Eifer
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D: 17,80 €
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CH: 25,90 sFr

Erschienen: 01.10.2007
Gebunden, 218 Seiten
ISBN: 978-3-458-71004-2

Inhalt

Die Konflikte zwischen den Religionen, die einen gemeinsamen Ursprung haben, also den abrahamischen Religionen, bestimmen unsere Gegenwart in bisher nicht gekanntem Maß.
Peter Sloterdijk geht in seinem Essay zunächst der Frage nach, welche politisch-sozialen und psychodynamischen Voraussetzungen die Entstehung des Monotheismus bedingten. Gegen den Polytheismus der antiken Hochkulturen der Ägypter, Hethiter und Babylonier entstand der jüdische Monotheismus als eine Protesttheologie, als eine Religion des Triumphs in der Niederlage (insbesondere des babylonischen Exils). Blieb die Religion im Judentum auf das eigene Volk begrenzt blieb, entfaltete das Christentum seine apostolische Botschaft mit einem universalen Verkündigungsgehalt. Der Islam verschärfte den offensiven Universalismus zum militärisch-politischen Expansionsmodus.
Welche Konfliktformen sind zwischen den drei Monotheismen denkbar? Sloterdijk beschreibt ihre Aufstellung, ihre Fronten und ihre Feldzüge in einem System verschiedener Grundmöglichkeiten, aus den Konstellationen des Anti-Paganismus, Anti-Judaismus, Anti-Islamismus und Anti-Christianismus, zu denen sich interne Spaltungen gesellen. Die Reaktionen auf die gegenseitigen Angriffe und die von außen sind unterschiedlich: Für das Judentum wurde ein souveränistischer Separatismus, mit defensiven Zügen, prägend, für das Christentum die Expansion durch Mission und für den Islam der Heilige Krieg.
In der Gegenwart sind die drei Religionen aufgefordert, so demonstriert Sloterdijk anhand einer Neuinterpretation von Lessings Ringparabel, von friedlicher Koexistenz auf Gespräch umzustellen, Eiferkollektive müssen Parteien einer Zivilgesellschaft werden.
 

Pressestimmen

»Peter Sloterdijks Buch markiert genau jenen Punkt, an dem der neu gegründete Verlag der Weltreligionen mit seinem allerersten Programm ansetzt: die Frontverläufe zwischen den abrahamitischen Religionen zu kennzeichnen, um anstelle von Kampf und Konflikt die friedliche Koexistenz der großen drei zu setzen.«
Thomas Brose, Christ in der Gegenwart
»Sloterdijk liefert wieder einmal ein luzides Opus ab, gelehrt und geistreich, auf einem literarischen Niveau, das heute nur wenige Philosophen zu erreichen vermögen. ... Sloterdijk fragt, ob es nicht in den großen monotheistischenReligionen ein Aggressionspotetial gibt, ein inhärentes Eiferertum, eine Unterwerfungslust und ob ihr ewiges Südengerede wirklich moralische Menschen produziert - oder nicht doch eher Neurotiker. Hier denkt Sloterdijk fort, was Jan Assmann provokant proklamiert hat, nämlich dass erst der Monotheismus das Kriterium wahr oder falsch in die Religionsgeschichte eingeführt hat.« (auch erschienen im Falter)
Robert Misik, Die Tageszeitung
»Der zivilisatorische Weg läutet die Zeit des Nach-Eifers ein. Dazu müssten aber die Eiferer die apokalyptischen und weltmörderischen ebenso wie die persönlichen Selbstmord-Fantasien aufgeben und an einer gestaltbaren Welt teilhaben wollen. ... In vielerlei Hinsicht bilden die drei letzten Studien Derrida ein Ägypter, Zorn und Zeit, und Gottes Eifer eine Trilogie. Sie führen psychologische, gesellschaftstheoretische und kulturwissenschaftliche Perspektiven, angesichts der im Eifern verzerrten Religionen, zusammen. Ferner rufen sie dazu auf, den zivilisatorischen Weg als letzte Option zu erkennen und umzusetzen.«
Hans-Jürgen Heinrichs, Die Welt

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