Stephan Thome
Grenzgang - Roman

Grenzgang
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Erschienen: 18.10.2010
suhrkamp taschenbuch 4193, Broschur, 454 Seiten
ISBN: 978-3-518-46193-8

Inhalt

Alle sieben Jahre steht Bergenstadt Kopf: Beim traditionellen »Grenzgang« werden die Grenzen der Gemeinde bekräftigt – und alle anderen in Frage gestellt. Auch für Kerstin und Thomas, die in der kleinstädtischen Provinz hängen geblieben sind, nachdem sich ihre Lebensträume zerschlagen haben: Sie reibt sich auf zwischen pubertierendem Sohn und demenzkranker Mutter, er ist nur deshalb Lehrer, weil die Unikarriere eine Sackgasse war. Aber beide geben sie ihre Suche nach dem Glück nicht auf.
»Wer Thomes Roman liest, gepackt, gebannt, bezaubert und verführt, kann sich vor allem eines Eindrucks nicht erwehren: Ein großer Meister seelischer Zwischentöne steht vor dir.«
Tilman Krause, Die Welt

Pressestimmen

»Wann hat man zuletzt einen Erstling gelesen, der künstlerisch so souverän, der menschlich so reif wirkt wie der Roman dieses 37-jährigen Außenseiters, der als promovierter Sinologe in Taipeh lebt und den noch kein Mensch kennt? ...  Wer Thomes Roman liest, gepackt, gebannt, bezaubert und verführt, kann sich vor allem eines Eindrucks nicht erwehren: Ein großer Meister seelischer Zwischentöne steht vor dir.«

Tilman Krause, Die Welt

»Selten hat man das schleichende Scheitern im Leben so faszinierend erzählt bekommen wie von Stephan Thome, der sich mit seinem ersten Buch »Grenzgang« auf Anhieb als ernstzunehmender Autor etabliert hat. ... Die Flucht aus der eigenen Biographie ist ein Lieblingsthema der Literatur. Thome findet dafür eine eigene Tonart, so taufrisch wie die Landschaft des gewählten Schauplatzes.«

Sandra Kegel, Frankfurter Allgemeine Zeitung

»Stephan Thome erweist sich als Meister der Dialogkunst. Er spürt den inneren Widersprüchen und ambivalenten Haltungen seiner Figuren nach, zeigt, wie Menschen die eigenen Grenzen und die der anderen ausloten. Und das Erstaunlichste: Der Autor ist ein Debütant, »Grenzgang« sein erster Roman. ... Lange hat es in der deutschen Literatur kein derart reifes Debüt gegeben.« Volker Hage, Der Spiegel

Volker Hage, Der Spiegel 34/2009

»Thome schafft wie lange niemand die Verklärung [des] Gewöhnlichen: Er macht durch seine Schilderungen, seine Dialoge und, am meisten, durch seine inneren Monologe das Alltägliche auf eine unaussprechbare, aber sehr fühlbare Lebenswahrheit hin durchsichtig. Nie schielt er aus der Gegenwart auf den Handlungsfortgang, kaum je ist er vorhersehbar. Und doch ordnen sich seine Gegenwartsfragmente ... zu einem enorm überzeugenden, sinnlich leuchtenden und tief empfundenen Ganzen. Stephan Thome gibt seiner Totalität analytischen Tiefgang, er lässt die richtigen Dosen Satire und Humor einströmen. Am meisten aber singt er, ohne es je zu sagen, ein unerhörtes Loblied der Liebe und der Familie. Ist dieses Buch denn makellos? Ja, das ist es...«

Andreas Isenschmid, NZZ am Sonntag

»Man möchte attestieren, dass mit diesem Roman die deutsche Literatur endlich den Schritt von der Dorfliteratur zum US-amerikanischen Vorstadtroman geschafft hat.«

Dirk Knipphals, literataz

»Thome hat ein untrügliches Gespür für die biografischen Reflexe seiner Figuren. Er erfindet Protagonisten, wie sie in Romanen inzwischen sehr selten sind ... Wie aus feinsinniger Beobachtung ohne belletristische Publikationserfahrung stilistisches Können wird, dafür hat Thome eine außergewöhnlich sichere Formel gefunden.«

Astrid Kaminski, Berliner Zeitung

»Stephan Thome legt eine so unverbrauchte Frische an den Tag, als hätte er das Genre gerade selbst erfunden. ... Wenn diesem Roman ein unsterbliches Verdienst zukommt, dann ist es der, die Gefühlsbetäubung bundesdeutscher Wohlstandsprofiteure am Beispiel zweier besonders durchschnittlicher und besonders liebenswerter Exemplare dieser Spiezies ohne jede Überheblichkeit anschaulich zu machen.«

Iris Radisch, Die Zeit Literaturbeilage

»Es ist ein schönes, ein trauriges, ein erstaunlich reifes, und sogar ein großes Buch von all den Sehnsüchten und Hoffnungen, mit denen sich die Menschen auf den Weg machen, von den Enttäuschungen, die sie erfahren, dem kurzen Glück, das sie erleben. Und von der langen Einsamkeit, die dann oft kommt, und jener kleinen Chance, die manchmal bleibt.«

Martin Lüdke, Frankfurter Rundschau

»Thome hat es mit »Grenzgang« vollkommen zu Recht auf die Shortlist des Deutschen Buchpreises verschlagen. Denn wie er die Chronologie der Grenzgänge bricht, Geschichten kommentiert, die erst Kapitel später geschildert werden, ohne dass es einen beim Lesen aus der Kurve trägt, wie er Nebenfiguren ernst nimmt, wie er Dialoge schreibt, wie er den Grenzgang als Echoraum, als Kommentar benutzt, wie er dramatische Korrespondenzen zwischen außenweltlichen und innerseelischen Ereignissen herstellt, wie er Seelenpanoramen auslotet; ... das nimmt einem manchmal schon den Atem.«

Elmar Krekeler, Die Welt

»Spannend, gewitzt, klug und mit einem fantastischen Gespür für Dialoge erzählt Thome vom mählichen Verblassen der Sehnsüchte, von den Gestrandeten der Provinz, den unglücklichen Spätheimkehrern.«

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