»Doch der geduldige Leser wird sich einen Gesamteindruck dessen machen können, was bedeutende jüdische Denker in der Nachkriegszeit beschäftigte: die Vergangenheit, natürlich, aber auch der Umgang mit der eigenen Kultur nach der Katastrophe. ... Diese Korrespondenz ist darüber hinaus ein Genuss für alle, die gerne in die Welt des intellektuellen Schaffens eintauchen. Scholems Vorliebe für Schokolade, Arendts bissige Anmerkungen zu anderen Kollegen, die Verbundenheit der beiden zu Europa… Alles Details, die hinter den großen Denkern vor allem die Menschen erkennen lassen ...«
Claire-Lise Buis, Deutschlandradio Kultur
»Exemplarisch markiert der Briefwechsel unterschiedliche Denkpositionen, die nicht nur hinsichtlich deutsch-jüdischer Geschichte bis heute bedeutsam sind. Und er vermittelt einen unverstellten Eindruck vom Wesen der beiden Briefeschreiber - ihrer geistigen Größe, ihrer Idiosynkrasien, ihrem Temperament, ihrer Herzensbildung. Auch von ihrer Streitlust und beider Selbstbewusstsein, das mitunter ins Arrogante umschlägt. ... Doch das bis dahin Geschriebene ist konzis, klug, menschlich und klingt so lebendig, dass man das Gefühl hat, einem Gespräch zu lauschen, das immer noch anhält.«
Carsten Hueck, Deutschlandradio Kultur
»Die beiden Herausgeber, Marie Luise Knott und David Heredia, haben dem Briefwechsel noch umfangreiche, gründliche und äusserst hilfreiche Quellen und Erläuterungen angehängt. Ihre Kommentare zu den Briefen zeugen von immenser Arbeit, sind mustergültig und machen den Band insgesamt zu einem grossen Dokument deutsch-jüdischer Geistesgesichte.«
Claudia Kühner, Tages-Anzeiger
»Die diesbezüglichen Briefe – ob ihres quasi ›geschäftlichen‹ Charakters im Unterschied zu den übrigen größtenteils auf Englisch verfasst – unterstreichen das große Organisationstalent Arendts und das ungeheure philologische Wissen Scholems, dessen Expertise von großem Wert inmitten des Nachkriegschaos war. … Man liest selbst diese sich in einzelnen Fundorten, zuständigen Personen und anzuwendenden Strategien zum Teil verlierenden Briefe gern, was an der direkten Art beider Autoren liegt, die wahrlich kein Blatt vor den Mund nehmen. … Der Briefwechsel zwischen Arendt und Scholem ist getragen von hoher gegenseitiger Wertschätzung. Ihre Unerbitterlichkeit und Eigenwilligkeit machten aber auch voreinander nicht halt.«
Christine Pries, Frankfurter Rundschau
»Fest steht, auch im Duett mit Scholem erweist sich Arendt als große Briefeschreiberin.«
Klaus Bittermann, Die Tageszeitung
»Auf dieses Rencontre durfte man gespannt sein: die mehrfach angekündigte vollständige Ausgabe der Korrespondenz zwischen Hannah Arendt und Gershom Scholem. Zwei Hitzköpfe, im zwischenmenschlichen Verkehr von ungeschöntester Direktheit, im Höchstmass befähigt, ihren Argumementen und Allergien adäquaten Ausdruck zu verschaffen, treffen hier aufeinander.«
Ludger Lütkehaus, Neue Zürcher Zeitung
»Diese fundiert editierte und kommentierte Briefsammlung ist für Materieneulinge wie für KennerInnen eine Fundgrube an jüdisch-intellektueller ZeitzeugInnenschaft.«
Birge Krondorfer, Eiber Diwan. Die feministische Rezensionszeitschrift Frühjahr/Sommer 2011