Andrzej Stasiuk
Hinter der Blechwand - Roman

Aus dem Polnischen von Renate Schmidgall
Hinter der Blechwand
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D: 22,90 €
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CH: 32,90 sFr

Erschienen: 19.09.2011
Gebunden, 349 Seiten
ISBN: 978-3-518-42254-0

»Keiner vermag das Zwanghafte und das Ephemere, das Brutale und das Behütete, das Niederschmetternde und das Tröstliche des europäischen Ostens so zu beschwören wie der mit Sensibilität und Bärenkraft ausgestattete Pole.«

Andreas Breitenstein, Neue Zürcher Zeitung

 

Inhalt

In einem alten Lieferwagen klappern Wladek und Pawel die Märkte und Basare Südosteuropas ab. Bis vor kurzem sind sie ihre Second-Hand-Klamotten aus »Paris-London-New York« ohne Probleme losgeworden. Doch neuerdings tauchen zwischen Blech, Beton und schmutzigen Glasscheiben farbenfrohe Häuserblocks auf: malerische Hieroglyphen preisen Textilien aus China zu Dumpingpreisen an. Als Wladek sich in die Kartenverkäuferin eines slowakischen Wanderrummels verliebt, werden die beiden Freunde unversehens in das kriminelle Treiben von Menschenschmugglern hineingezogen. Was wie eine melancholisch-meditative road novel begann, entwickelt sich zu einer rasanten Verfolgungsgeschichte, in der es nicht mehr um gefälschte chinesische Westwaren, sondern um Leben und Tod geht.
Andrzej Stasiuk hat einen Roman der Gegenwart und der Zukunft geschrieben – wie die Globalisierung über den Osten hereinbricht und ihn verwandelt. Szenen von verstörender Grausamkeit, Episoden von inständiger Zartheit, ein Abgesang auf den europäischen Kontinent: in dieser Melange liegt der Reiz seines neuen Buches. Die meisterhaft gezeichneten Landschaften im Abendlicht der Geschichte bilden den Hintergrund einer Erzählung vom materiellen und moralischen Zusammenbruch einer ganzen Lebenswelt.

Pressestimmen

»Die meisten Dinge, hat Andrzej Stasluk einmal geschrieben, existierten in seinem Gedächtnis, weil er sie sich gemerkt, aus der Landschaft gerissen und für immer eine eigene Karte aus ihnen angefertigt habe.Eine solche ›phantastische Geographie‹ ist ihm auch in ›Hinter der Blechwand‹ gelungen.«

Nico Bleutge, Süddeutsche Zeitung

»Hinter der Blechwand ist nicht zufällig eine road novel. Schliesslich ahmt für Stasiuk die Literatur ›die Geografie nach‹ und setzt sich ›aus Blicken aus dem Auto‹ zusammen. Und so besteht der Roman hauptsächlich aus Bewusstseinssplittern und traumhaft erfassten Landschaften, wenn der italienische Kleinlaster der beiden Männer Kurs auf die Karpaten nimmt.«

Ingo Arend, cicero.de

»Der polnische Erfolgsautor Andrzej Stasiuk rückt die Gestalten vom Straßenrand ins Zentrum seines neuen Romans Hinter der Blechwand und beschreibt sie so liebevoll, dass aus Transformationsverlierern in abgewetzten Lederjacken wahre Helden werden.«

Katarina Bader, Die Zeit

»Was für ein wüstes, wildes, herrliches Buch über das, was wir gemeinhin den armen Osten nennen. Im Übrigen das beste Buch, das Andrzej Stasiuk bis jetzt geschrieben hat. Der Kampfhüne aus den polnischen Walkarpaten hat mit diesem Roman sein Meisterstück vorgelegt: Noch nie war er so poetisch, so sentimental, so präzise. Noch nie war er so radikal.«

Martin Becker, WDR3

»Hinter der Blechwand ist ein Stück kräftiger Männerprosa, getränkt mit Schweiß, Alkohol und Benzin, in deren Mittelpunkt zwei Männer stehen, die irgendwie, irgendwann in ihrem Leben aus der Spur geraten sind.«

Katharina Döbler, Deutschlandradio Kultur

»Stasiuk schreibt nicht mit dem Zeigefinger des Besserwissers. Er entfaltet den Alltag der Menschen in Mitteleuropa in der Drei D Version der Autoren von Format: Humor, Poesie,Stil. Literatur als Kino. Magie des Wortes.«

Martin Graff, SR 2

»Von der ersten bis zur letzten Seite ist in dieser ›Roadnovel‹ alles in Bewegung...Stasiuks Geschichten bilden ein notwendiges Korrektiv zum bis zum Überdruss flach geredeten Finanzkrisen-Europa. «

Bernhard Fetz, Die Presse, Wien

»Es muss einem Schriftsteller erst einmal gelingen, den Leser über rund dreihundert Seiten, auf denen insgesamt nicht allzu viel passiert, derart bei der Stange zu halten. Genau dies schafft Stasiuk mit seiner Road Novel, die viele seiner bekannten Themen variiert, ohne dass man ihrer müde würde.«

Judith Leister, Frankfurter Allgemeine Zeitung

»Hinter der Blechwand schärft den Blick dafür, was Europa in seinem Südosten an dürftigem Alltag, Armut und Orientierungslosigkeit verteckt. Stasiuk, der seit 25 Jahren im polnischen Süden nahe des Grenze zur Slowakei lebt, reist umher wie sein Ich-Erzähler Pawel, füttert seinen Roman auch mit Details aus der Ukraine, aus Ungarn, Rumänien, Bulgarien.

Rainer Hartmann, Kölner Stadtanzeiger

»Hinter der Blechwand untermauert eindrucksvoll Stasiuks Ruf, einer der ganz großen Autoren nicht nur der polnischen Literatur, sondern der gesamteuropäischen zu sein.«

Jürgen Lentes, junge Welt

»Der materielle und moralische Zusammenbruch Mitteleuropas ist das eigentliche Thema dieses sinnlich-wortreichen Romans, der sich scheinbar assoziativ durch Mitteleuropa bewegt und Beobachtungen, Erinnerungen und Geschichten zu einer road novel verwebt.«

Christine Hamel, Bayern 2, Kulturwelt

»Andrzej Stasiuk hat mit seinem Roman ein sehr vielschichtiges Buch geschrieben. Es ist eine Liebeserklärung an dieses europäische Niemandsland, das von Gott und der Welt verlassen zu sein scheint. … Dass diese Tonlage auch in der deutschen Ausgabe des Romans so gut getroffen wurde, liegt an der gelungenen Übersetzung von Renate Schmidgall.«

Thomas Mahr, Lesart 3/11

»Hinter der Blechwand ist ein Roadmovie der Reste, der Verlorenheit und des Status quo.«

Patrizia Hecht, tageszeitung

Videobeiträge

Kommentare

Andrzej Stasiuk erzählt in einer Überlebenssprache, in der nur die wichtigsten Geräusche, Farben und Witterungen vorkommen. Dennoch ist dieser Kosmos überdimensioniert für diese Überlebenshelden, die wahrscheinlich mehr Philosophie im Bauch haben als die gesamte deutsche Philosophiegeschichte. Ein wütendes, wahnsinniges, völlig aus dem Tritt geratenes Erzählkonzept, das dem Leser tagelang nicht mehr von der Seite weicht!
Helmuth Schönauer (Universitäts- und Landesbibliothek Innsbruck) , 06.09.2011

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