Robert Menasse
Ich kann jeder sagen - Erzählungen vom Ende der Nachkriegsordnung

Ich kann jeder sagen
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Erschienen: 15.11.2010
suhrkamp taschenbuch 4205, Broschur, 189 Seiten
ISBN: 978-3-518-46205-8

»Wenige können so unterhaltsam philosophische Geschichten schreiben wie Robert Menasse.«

Christoph Schröder, Zeit online

 

Inhalt

Alles kommt wieder. Sogar die Erinnerungen. Wann war sie zu Ende, die Nachkriegsordnung? Als die Mauer fiel? An diesen 9. November 1989 wird sich das junge Paar, das die Hochzeitsnacht vor dem Fernseher verbrachte, noch lange erinnern. Es hat in dieser Nacht deutsche Geschichte erlebt. Zufällig. Denn eigentlich wollten sie nur so schnell wie möglich heiraten. Und der nächste freie Termin beim Standesamt war der 9. November. Für den Vater des Bräutigams war der 9. November mit dem Jahrestag der »Reichskristallnacht« verknüpft. »Pah, Geschichte«, sagt der Nachgeborene.

Der Tag, als John F. Kennedy erschossen wurde, als die RAF in Wien einen Industriellen entführte, als die Berliner Mauer fiel, als Griechenland Fußballeuropameister wurde: das ist Geschichte. Sie durchkreuzt unsere Geschichten von Hochzeiten und Todesfällen, vom Scheitern und Neubeginnen. Jeder war irgendwo, als etwas passierte. Vierzehn Ich-Erzähler erinnern sich an Erlebnisse und Ereignisse, die prägend wurden für ihr Leben.

Pressestimmen

»Der Österreicher Robert Menasse entwickelt seine dreizehn Geschichten, die den erratischen Untertitel «Erzählungen vom Ende der Nachkriegsordnung» haben, an der Schnittstelle von historischem Ereignis und persönlicher Erinnerung; und er fragt, welche Legenden eine Generation so sehr prägen, dass die Individuen sie ihren privaten Lebensgeschichten einzuschreiben pflegen. Wer heute um die sechzig ist, glaubt ja längst, ein sogenannter 68er zu sein, wie wenig er mit dem, was damals geschah, auch aus eigenem Antrieb zu tun haben mochte.«

Karl-Markus Gauss, Neue Zürcher Zeitung

»Österreich hat jetzt ein neues Antikorruptionsgesetz. Statt mit so Langweiligem wie Geld sollte es sich mit so Kurzweiligem wie Menasses Erzählungen bestechen lassen. Nur gescheiter kann es davon werden.«

Andreas Dorschel, Süddeutsche Zeitung

»Wie es keinen planvollen Gang der Geschichte gibt, so erzählt Menasse auch nicht stramm chronologisch, sondern in assoziierenden, scheinbar stets abschweifenden Bewegungen. ... Es ist eine Art Dekamerone der Neuzeit, das hintersinnig-abgründig zeigt, dass Schicksalswenden und Lebensbrüche nicht unbedingt ein Scheitern bedeuten müssen.«

Edelgard Abenstein, Deutschlandradio Kultur

»Das Geheimnis dieser Art von Literatur: Sie erzählt nebenbei Philosophisches, und das Philosophische be- und erleuchtet das Erzählen, das unaufdringlich zum Aphorismus, zur Sentenz führt.«

Ulrich Weinzierl, Die Welt

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