»... Seiler schreibt eine durch und durch musikalische Sprache...«
Wulf Segebrecht, Frankfurter Allgemeine Zeitung
Inhalt
Platz 1 der SWR-Bestenliste im November
abfahrt
das bett am fenster, die fahrt
ins holz, immer leiser
schalten & schlafen: jeder
traum beginnt bergauf, am zaun
zur straße, wo
jemand hockt wie du, wo
feuchter mohn mit seinen
kapseln auf den ohren klebt, wo oben
schon ergraute ränder an
den blüten
blatt
für blatt wird eingelegt
& unbeschrieben abgeweht.
ohne ton, so
sangen wir. und haben noch im dunkeln
die augen zugemacht
im felderlatein, das heißt: im Acker einer Sprache sein, ein Streifzug zugleich durch die Legende einer Landschaft, wie sie zu Ohren kommt, beim Gehen, im Flüstern, beim Schweigen. Lutz Seilers neue Gedichte, entstanden zwischen 2004 und 2010, unternehmen Expeditionen ins Grenzland rund um Berlin, mitten in den »satzbau dieser gegend«, die gezeichnet ist vom Wechsel der Zeit.
Mit jedem Schritt auf diesem Weg erweist sich die musikalische Kraft der Gedichte
im felderlatein trifft Lutz Seiler den Ton für die ernsthaftesten Übertreibungen der Poesie: Für die wundersame Geschichte der »ersten zärtlichkeit«, geschehen zu einer Zeit, als die Schatten noch »kleine schwarze zahlungseinheiten« waren. Oder für die Odyssee der »fussinauten«, den Argonauten ebenbürtig an Treue und Beständigkeit. Und nicht zuletzt für die Geschichte der schönen, verstoßenen Aranka, die »aus den kniekehlen gesungen hat«. Legenden
im felderlatein.
- Die neuen Gedichte des ...
»... Seiler schreibt eine durch und durch musikalische Sprache...«
Wulf Segebrecht, Frankfurter Allgemeine Zeitung
Inhalt
Platz 1 der SWR-Bestenliste im November
abfahrt
das bett am fenster, die fahrt
ins holz, immer leiser
schalten & schlafen: jeder
traum beginnt bergauf, am zaun
zur straße, wo
jemand hockt wie du, wo
feuchter mohn mit seinen
kapseln auf den ohren klebt, wo oben
schon ergraute ränder an
den blüten… blatt
für blatt wird eingelegt
& unbeschrieben abgeweht.
ohne ton, so
sangen wir. und haben noch im dunkeln
die augen zugemacht
im felderlatein, das heißt: im Acker einer Sprache sein, ein Streifzug zugleich durch die Legende einer Landschaft, wie sie zu Ohren kommt, beim Gehen, im Flüstern, beim Schweigen. Lutz Seilers neue Gedichte, entstanden zwischen 2004 und 2010, unternehmen Expeditionen ins Grenzland rund um Berlin, mitten in den »satzbau dieser gegend«, die gezeichnet ist vom Wechsel der Zeit.
Mit jedem Schritt auf diesem Weg erweist sich die musikalische Kraft der Gedichte – im felderlatein trifft Lutz Seiler den Ton für die ernsthaftesten Übertreibungen der Poesie: Für die wundersame Geschichte der »ersten zärtlichkeit«, geschehen zu einer Zeit, als die Schatten noch »kleine schwarze zahlungseinheiten« waren. Oder für die Odyssee der »fussinauten«, den Argonauten ebenbürtig an Treue und Beständigkeit. Und nicht zuletzt für die Geschichte der schönen, verstoßenen Aranka, die »aus den kniekehlen gesungen hat«. Legenden im felderlatein.
- Die neuen Gedichte des Ingeborg-Bachmann-Preisträgers Lutz Seiler
- Lyrik von außerordentlicher musikalischer Sprachkraft
- »Man liest diese schönen und wichtigen Gedichte nicht so bald aus.« Frankfurter Allgemeine Zeitung