Lutz Seiler
im felderlatein - Gedichte

im felderlatein
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CH: 21,90 sFr

Erschienen: 20.09.2010
Gebunden, 102 Seiten
ISBN: 978-3-518-42169-7

»... Seiler schreibt eine durch und durch musikalische Sprache...«

Wulf Segebrecht, Frankfurter Allgemeine Zeitung

Inhalt

Platz 1 der SWR-Bestenliste im November

abfahrt

das bett am fenster, die fahrt

ins holz, immer leiser

schalten & schlafen: jeder

traum beginnt bergauf, am zaun

zur straße, wo

jemand hockt wie du, wo

feuchter mohn mit seinen

kapseln auf den ohren klebt, wo oben

schon ergraute ränder an

den blüten… blatt

für blatt wird eingelegt

& unbeschrieben abgeweht.

ohne ton, so

sangen wir. und haben noch im dunkeln

die augen zugemacht

im felderlatein, das heißt: im Acker einer Sprache sein, ein Streifzug zugleich durch die Legende einer Landschaft, wie sie zu Ohren kommt, beim Gehen, im Flüstern, beim Schweigen. Lutz Seilers neue Gedichte, entstanden zwischen 2004 und 2010, unternehmen Expeditionen ins Grenzland rund um Berlin, mitten in den »satzbau dieser gegend«, die gezeichnet ist vom Wechsel der Zeit.

Mit jedem Schritt auf diesem Weg erweist sich die musikalische Kraft der Gedichte – im felderlatein trifft Lutz Seiler den Ton für die ernsthaftesten Übertreibungen der Poesie: Für die wundersame Geschichte der »ersten zärtlichkeit«, geschehen zu einer Zeit, als die Schatten noch »kleine schwarze zahlungseinheiten« waren. Oder für die Odyssee der »fussinauten«, den Argonauten ebenbürtig an Treue und Beständigkeit. Und nicht zuletzt für die Geschichte der schönen, verstoßenen Aranka, die »aus den kniekehlen gesungen hat«. Legenden im felderlatein.

- Die neuen Gedichte des ...

»... Seiler schreibt eine durch und durch musikalische Sprache...«

Wulf Segebrecht, Frankfurter Allgemeine Zeitung

 

Inhalt

Platz 1 der SWR-Bestenliste im November

 

abfahrt

 

das bett am fenster, die fahrt

ins holz, immer leiser

schalten & schlafen: jeder

 

traum beginnt bergauf, am zaun

      zur straße, wo

jemand hockt wie du, wo

 

feuchter mohn mit seinen

kapseln auf den ohren klebt, wo oben

schon ergraute ränder an

 

den blüten… blatt

für blatt wird eingelegt

& unbeschrieben abgeweht.

 

ohne ton, so

sangen wir. und haben noch im dunkeln

die augen zugemacht

 

im felderlatein, das heißt: im Acker einer Sprache sein, ein Streifzug zugleich durch die Legende einer Landschaft, wie sie zu Ohren kommt, beim Gehen, im Flüstern, beim Schweigen. Lutz Seilers neue Gedichte, entstanden zwischen 2004 und 2010, unternehmen Expeditionen ins Grenzland rund um Berlin, mitten in den »satzbau dieser gegend«, die gezeichnet ist vom Wechsel der Zeit.

Mit jedem Schritt auf diesem Weg erweist sich die musikalische Kraft der Gedichte – im felderlatein trifft Lutz Seiler den Ton für die ernsthaftesten Übertreibungen der Poesie: Für die wundersame Geschichte der »ersten zärtlichkeit«, geschehen zu einer Zeit, als die Schatten noch »kleine schwarze zahlungseinheiten« waren. Oder für die Odyssee der »fussinauten«, den Argonauten ebenbürtig an Treue und Beständigkeit. Und nicht zuletzt für die Geschichte der schönen, verstoßenen Aranka, die »aus den kniekehlen gesungen hat«. Legenden im felderlatein.

- Die neuen Gedichte des Ingeborg-Bachmann-Preisträgers Lutz Seiler

- Lyrik von außerordentlicher musikalischer Sprachkraft

- »Man liest diese schönen und wichtigen Gedichte nicht so bald aus.« Frankfurter Allgemeine Zeitung

Pressestimmen

»Die Gedichte Lutz Seilers lassen sich nicht erwandern, sondern sie wollen erklommen sein. Sie sind, wie ein Gebirge, eine Herausforderung. Wenn man diese annimmt, dann hat man vom Gipfel seiner Dichtung einen Blick, der die Mühen des Aufstiegs reichlich belohnt.«

Kai Agthe, Neues Deutschland

»Lutz Seiler ist ein begnadeter Geschichtenerzähler. In seinen Gedichten aber erzählt er die Geschichten nicht ›aus‹, sondern er schlägt nur wenige Takte an und gibt so einen Ton vor, der lange nachklingt. Seiler legt in seinen Gedichten Tonspuren. Wer ihnen nachhört, findet neben der von Seiler intendierten Geschichte auch Zugang zu ganz eigenen, lange zurückliegenden Ereignissen.«

Michael Opitz, Deutschlandradio Kultur

»So komplex sind die Mitteilungen des Buchs, so gesättigt mit deutscher Geschichte, mit Leben, Erfahrung, Erfahrungsformen, so gedanken- und figurenreich und empfindlich im Umgang auch mit den Dingen, – endlich haben die Steine auch in der deutschen Sprache ihren Poeten gefunden, dass die Einheitsform des Gedichts als Wunder erscheint, ein langsam vor den Augen des Lesers sich vollziehendes Schauspiel sinnerfüllten Sprechens.«

Sibylle Cramer, Süddeutsche Zeitung

»Bildschwärmerisch, gefühlsstark, klug und sinnlich spricht Seiler im felderlatein zum Leser. Dass die Verse manchmal als flinke Flunkerei in Art des Jäger- und Anglerlateins zu verstehen sind, lockert raunende Beschwörungen angenehm auf.«

Rolf-Bernhard Essig, Frankfurter Rundschau

»… eine eigensinnig neu geschaffene Sprachlandschaft. In ihr sind Feld, Wald und Flur natürliche Kulissen für innere Resonanzräume. Diese Räume sind von Erinnerungen bewohnt, sinnlichem Erleben und menschlichen Befindlichkeiten in der Geschichte.«

Dorothea von Törne, Die literarische Welt

»Der Dichter Peter Huchel ist als Vorbild spürbar, dabei bleibt Seiler nie epigonal, sondern stets eigenständig, lebendig. Eine der schönsten lyrischen Neuerscheinungen des Jahres.«

Mannheimer Morgen

»Die poetischen Tiefbohrungen ›im satzbau dieser gegend‹ erzeugen einen geheimnisvollen Sog, wie er nur substanzieller Poesie eigen ist.«

Michael Braun, Neue Zürcher Zeitung

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