» ... Dass Jürgen Becker und Peter Handke befreundet sind, lassen die Journalsätze unschwer erkennen. Die beiden Autoren teilen einen romantischen Erfahrungs- und Weltbegriff und ähneln sich im Ton, dass man Becker fast einen Apostel Handkes nennen wollte.«
Roman Luckscheiter, Frankfurter Allgemeine Zeitung
»Im Radio das Meer ist mehr als ein literarisches Mosaik, dessen Steinchen ein eindeutiges Bild ergeben. Tatsächlich entwickeln die Sätze bald den Zauber eines großen Konzerts. Der Autor selbst legt die Spur zum Musikalischen, lässt er doch die drei Kapitel, »Hefte« genannt, jeweils mit dem Auftritt eines gewaltig besetzten Orchesters enden. Ein Meer aus Tönen. Beckers Sätze führen zu Phasen, Feldern und Rändern, mit denen er sich sein Schriftstellerleben befasst hat. Mögen die Motive auch noch so vertraut wirken - es bleibt doch immer ein Rest, der noch zu erzählen wäre.«
Martin Oehlen, Frankfurter Rundschau
»Nach einem ›Journalroman‹ und ›Journalgeschichten‹ sind die Bewusstseinsbewegungen des Ichs nunmehr auf bloße ›Journalsätze‹ verknappt. Alltägliches, Erinnerungen und Imaginationen verbinden sich auf sehr subtile Weise zu einem einzigen poetischen Augenblick, der sich wie ein vielfältig changierendes Netz aus Motiven und Bildern über die Wahrnehmung des Ichs legt. ... [D]ieses Meisterwerk der minimal art [enthält] den gesamten Kosmos des Becker'schen Schaffens.«
Andreas Wirthensohn, Wiener Zeitung
»Je weiter die Lektüre voranschreitet, desto klarer treten die Schichten dieses Schreibexperiments hervor. Erinnerungen, Zitate, Gedanken zum Schreiben oder zur Arbeitsweise des Gedächtnisses stehen neben Beobachtungen und Traumbildern, manchmal nur kleinen Geräuschmomenten. Bisweilen wiederholen sich Sätze oder werden fortgesponnen und variiert. ... Die Journalsätze sind der bislang konsequenteste Versuch dieses Autors, dem Geschiebe der Assoziationen gerecht zu werden.«
Nico Bleutge, Süddeutsche Zeitung
»Es ist dem eigenwilligen Hang des Autors zur Verknappung zu danken - vom Roman über die Geschichten zu einzelnen Sätzen -, dass mit ›Im Radio das Meer‹ eines der merkwürdigsten und zugleich bemerkenswertesten Bücher des Herbstes 2009 vorliegt. ... Die Kunst des Weglassens hat Becker beim Schreiben von Gedichten gelernt und sie beim Verfassen von Prosa weiter ausgebildet. Würde ein Literaturpreis für ein Buch vergeben werden, das aufs Wunderbarste einen erzählerischen Kosmos entfaltet, wo nichts geschrieben steht, Jürgen Becker wäre mit ›Im Radio das Meer‹ ein erster Anwärter für diesen Preis.«
Michael Opitz, Deutschlandradio Kultur
»Das neue Buch des Kölner Autors Jürgen Becker, ›Im Radio das Meer‹, eröffnet faszinierende Perspektiven auf das Leben. In gewohnt experimentierfreudiger Manier reicht Becker oft ein Satz, wo andere Autoren ganze Romane schreiben. ... Ein faszinierendes Kompendium des Lebens.«
Martin Oehlen, Kölner Stadt-Anzeiger
»Innehalten, Gedanken schweifen lassen, Augenblicke auskosten, verdeckten Fährten folgen - dazu lädt Jürgen Beckers neuer Prosaband ›Im Radio das Meer‹ ein.«
Tamara Tischendorf, WDR 3 Mosaik
»Das Rauschen der Dinge in der Welt zu lesen, zu begreifen, zu entziffern, in täglicher Schwerstarbeit des Filterns und des Neu-Zusammensetzens, darin liegt das wahrhaft funkelnde, ihre Geworfenheit überdauernde Moment der Prosa von Jürgen Becker. In seinem neuen Buch verfeinert er sein Verfahren noch einmal gewaltig.«
Marius Hulpe, titel-magazin.de
»Wenn man sich auf das Buch ›Im Radio das Meer‹ einlässt, geschieht etwas Verblüffendes. Obwohl es sich zunächst um Sätze zu handeln scheint, die keinen Zusammenhang haben: Das Buch ist unterhaltsam und fesselnd. Immer wieder begegnen dem Leser mögliche Sinnzusammenhänge und Motivketten. Am wirkungsvollsten ist es wohl, wenn man es in einem Schwung durchliest.«
Kölncampus - Das Kölner Hochschulradio