Cass R. Sunstein
Infotopia - Wie viele Köpfe Wissen produzieren

Aus dem Amerikanischen von Robin Celikates und Eva Engels
Infotopia
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D: 24,80 €
A: 25,50 €
CH: 42,50 sFr

Erschienen: 20.04.2009
Gebunden, 285 Seiten
ISBN: 978-3-518-58521-4

Inhalt

Die Produktion und Verbreitung von Informationen und Wissen ist heute nicht mehr nur die Sache weniger hochspezialisierter Experten und exklusiver Kreise, sondern vielmehr ein kollektives Unternehmen. Viele Köpfe auf der ganzen Welt – Sachverständige wie Laien – arbeiten von heimischen Rechnern aus über Wikis, Blogs und Open-Source-Projekte gemeinsam am Wissenskorpus der Menschheit, der dann über das Internet fast jedermann zur Verfügung steht. Fluch oder Segen? Werden wir durch die Überflutung mit ungesicherten Informationen zu Schafen einer digitalen Herde, die einfach das glauben, was viele für richtig halten, und nicht, was wirklich richtig ist? Oder verwirklicht sich hier gerade eine Utopie: alles zu wissen, was jeder von uns weiß?

Cass R. Sunstein exponiert sich in seinem neuen Buch als entschiedener Infotopist. Traditionelle geschlossene Expertenzirkel, so zeigt er, werden häufig zu »Informationskokons«, aus denen heraus nicht selten Entscheidungen mit fatalen Folgen getroffen werden – etwa jene, die zur Rechtfertigung des Irak-Krieges, zum Zusammenbruch von Enron und zum Absturz des Space Shuttle Columbia geführt haben. Die neuen Formen kollektiven Wissenserwerbs unterliegen hingegen einem Prozeß, in dem Informationen fortlaufend und öffentlich ausgetauscht, aktualisiert und kritisiert werden. Anhand zahlreicher schlagender Beispiele und mit theoretischer Prägnanz erarbeitet Sunstein Regeln für eine Kommunikation im offenen Wissensnetzwerk, mit denen sich diese Diskussionsprozesse so gestalten lassen, daß wir zu mehr und vor allem exakterem Wissen kommen, an dem wir im infotopischen Idealfall alle partizipieren können.

 

Pressestimmen

»Der trockene Charme des Buches von Sunstein liegt darin, dass es die alten Formen der Märkte und Beratung an den neuen Formen des Internets misst, ohne dazu auf die übliche wirtschaftswissenschaftliche und verfassungsrechtliche Verteidigungssemantik dieser alten Formen zurückzugreifen und auch ohne ... die neuen Formen als Lösung aller Probleme anzupreisen. Ideologiefrei wird geprüft, welche Mechanismen der Diskussion, der Konkurrenz und der Kollaboration wann zu welchen Ergebnissen der Information über die tatsächlich zu lösenden Probleme kommen ... .«

Dirk Baecker, WDR 3

»... eine kühne und immer wieder verblüffende Studie über die Chancen der Massenkommunikation im 21. Jahrhundert.«

Stephan Detjen, Deutschlandfunk

»[Cass R. Sunsteins] neues Buch handelt - einerseits - von den Fallstricken und Fußangeln, die es nicht selten verhindern, dass Diskussion und »Deliberation« zu vernünftigen Ergebnissen führen. Gleichwohl bricht Sunstein - andererseits - eine Lanze für das titelgebende »Infotopia«, für die Utopie einer offen debattierenden, gut informierten, klug urteilenden und ihr Wissen durch Vernetzung stets mehrenden Gesellschaft. Die Analyse der Probleme, unter denen diskutierende Gruppen selbst dann leiden, wenn sich in ihnen annähernd »ideale Sprechsituationen« einstellen, verleiht dem Optimismus, den der Autor nicht erst zum Schluss an den Tag legt, allerdings einen kühnen Zug.«

Uwe Justus Wenzel, Neue Zürcher Zeitung

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