Filip Florian
Kleine Finger - Roman

Aus dem Rumänischen von Georg Aescht
Kleine Finger
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D: 22,80 €
A: 23,50 €
CH: 39,20 sFr

Erschienen: 18.08.2008
Gebunden, 268 Seiten
ISBN: 978-3-518-42014-0

Inhalt

In einem Karpatenstädtchen wird in den Ruinen einer römischen Festung ein Massengrab entdeckt. Alles scheint auf ein Verbrechen aus kommunistischer Zeit hinzudeuten. Da die Bevölkerung den Ermittlungen der zuständigen Militärstaatsanwälte nicht traut, werden argentinische Experten nach Rumänien geholt, die mit der Suche und Identifizierung der "Verschwundenen", den Opfern der Junta, befaßt waren.

Die Suche nach der Wahrheit, die nur zersplittert, perspektivisch, als Wahrheit einzelner Menschen zu haben ist, bestimmt auch die Dramaturgie des Romans. Im Zentrum steht der Archäologe Petrus, der sich der allgemeinen Hysterie entzieht und eigene Forschungen anstellt. Morgens sitzt er in der Gemeindebibliothek, die Nachmittage verbringt er bei Tante Paulina, die ihm aus dem Kaffeesatz liest, bei Lady Embury, der Witwe eines britischen Erdölingenieurs, oder bei Dumitru M., einem früheren Unternehmer, der nach dem Krieg enteignet wurde.

Die abenteuerlichen und wundersamen Lebensgeschichten, auf die Petrus stößt und die Filip Florian mit großer Sprach- und Imaginationskraft erzählt, lassen Epochen des 20. Jahrhunderts in Europa und Lateinamerika wiederauferstehen. Sein Roman schildert eine von Diktaturen malträtierte Welt, die sich nach Gerechtigkeit sehnt. 

 

Pressestimmen

»Filip Florian, 1968 in Bukarest geboren, ist alt genug, um das Rumänien Ceaucescus noch bewusst erlebt zu haben. Sein erstaunlicher Debütroman lebt vom Misstrauen gegen die Hohlformen, die für das Erzählen von der Vergangenheit bereitliegen. ... Entschlossen und unbekümmert lässt er die Regionen des landläufigen Realismus hinter sich und bevölkert den aufgeschreckten Kurort in den Karparten mit Figuren, wie sie einst Bohumil Hrabal durch das sozialistische Prag hat geistern lassen: seltsame Heilige, Virtuosen des provisorischen Glücks und Unglücks, ungeschickte Liebende, moderne Wiedergänger aus alten Märchen und lokalen Legenden, die Anekdoten und Fragmente ihrer Lebensgeschichten hinter sich herziehen wie poröse, ausgebleichte, aber immer noch bunte Schleppen.«
Lothar Müller, Süddeutsche Zeitung
»Filip Florians Kleine Finger spinnt die Fäden, aus denen die Albträume der postkommunistischen Gesellschaften gewebt sind. Dieses intelligente und hoch ambitionierte Buch verdient die Aufmerksamkeit, die es einfordert.«
Bernhard Fetz, Falter, Wien, Literaturbeilage
»Kleine Finger ist ein aussergewöhnliches Début, das Début eines schon souveränen Schreibers.«
Uwe Stolzmann, Neue Zürcher Zeitung
»Florian analysiert schmerzhaft und genau eine diktaturgeschundene Gesellschaft, erzählt aber gleichzeitig mit Sprach und Fabulierlust eine phantastische und poetische Geschichte voller eigenwilliger Charaktere, die man so schnell nicht vergisst.«
Nicole Henneberg, Frankfurter Rundschau
»Mit diesem erstaunlichen, perspektiven- und ideenreichen, fabulierlustigen und humorvollen Roman, dessen flüssige, lebendige Sprache von Georg Aescht bewundernswert ins Deutsche gebracht worden ist, weitet Florian auch den Horizomt der rumänischen Literatur.«
Jan Koneffke, Freitag

»Der Autor erinnert mit seinem Roman an die südamerikanische Literatur, wenn neben den Schatten der Vergangenheit skurrile Gestalten, wie der Mann und sein Dromedar, erscheinen, Glück und Unglück dicht beieinander liegen und Beschreibungen romatischer Augenblicke, wie Sonnenuntergänge oder Liebeszauber unter blühendem Jasmin den Leser erfreuen.«

Anke Pfeifer, Spiegelungen Heft 3, 4, Jahrgang 2009

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