Thomas Meinecke
Lookalikes - Roman

Lookalikes
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Erschienen: 12.09.2011
Gebunden, 393 Seiten
ISBN: 978-3-518-42245-8

Inhalt

Düsseldorf, Königsallee: Menschen, die sich Justin Timberlake, Josephine Baker und Serge Gainsbourg nennen, flanieren über das Trottoir. Sie sind Lookalikes, haben sich bei einschlägigen Agenturen registrieren lassen und sind damit beschäftigt, ihre Ähnlichkeit mit diesen Berühmtheiten produktiv zu machen. Sie lesen Bücher (über G-Strings, Pelze und Lacan), sehen sich französische Spielfilme an, haben Affären und kommunizieren vorzugsweise elektronisch.

Salvador da Bahia de Todos os Santos: Thomas Meinecke ist eine Romanfigur, die sich in den afrobrasilianischen Tempeln der Stadt auf die Spuren des Schriftstellers Hubert Fichte begibt und dort die synkretistischen Rituale des candomblé erlebt, in denen nicht nur Heilige in transatlantischen Doppelrollen agieren, sondern Götter die Körper der Gläubigen übernehmen.

Thomas Meinecke, mit allen postmodernen theoretischen Wassern gewaschener Literatur-Discjockey und Zitatraubritter, bekommt in seinem neuen Roman die Rechnung präsentiert: Der Text verschlingt seinen Autor und spuckt ihn als Romanfigur wieder aus – und mitten hinein ins verspielte und gleichzeitig todernst gemeinte Treiben der Lookalikes und ihrer Role Models.

Pressestimmen

»...Thomas Meinecke schreibt mit Lookalikes einen Mischpultroman. Beim Samplen gibt es kein Original, nur Variationen des Immeranderen. ... In seiner fragmentarischen Offenheit ist Lookalikes jedenfalls ein höchst integrer Text. Er gräbt sich durch die Überschreibungen unseres Alltags mit Images und Labels, um wieder an der Oberfläche aufzutauchen, allerdings mit einem differentierten Koordinatensystem.«

Daniel Haas, Frankfurter Allgemeine Zeitung

»Meineckes Figuren bestehen nie aus Fleisch und Blut, schon gar nicht, wenn sie ›Thomas Meinecke‹ heißen. Sie setzen sich vielmehr immer nur aus den von ihnen konsumierten Texten, Filmen und Songs zusammen. Seltsamerweise sind sie genau darin echter als die meisten Geschichten über das vermeintlich echte Leben.«

Jan Füchtjohann, Süddeutsche Zeitung

»In seinem neuen Werk treibt der Mann sein Diskurs-Scratching am Mischpult der Rollen und Identitäten auf neue, global gestylte Höhepunkte.«

Wolfgang Höbel, KulturSpiegel Nr.11/2011

»Einen dick eingebundenen Poproman legt Thomas Meinecke diesen Frühherbst hin. Lookalikes handelt von Menschen, die bekannten Persönlichkeiten ähneln und mit dieser Beschaffenheit mehr oder weniger ein Geschäft machen. Meinecke komponiert ein virtuoses Spiel aus sexualkapitalistischer Identitäten. Und die Notiz zum Buch schreit schnell noch: Ja.«

welt.de

»In Meinecke-Country kreuzen sich Unterhaltungen über Kompliziertes mit einfachen Beobachtungen, etwa der, dass man sich in Salvador de Bahia bei einer Begegnung eher anfasst als ansieht. Doch wo der Ethnologe gleich in die Erklärpose überwechseln würde, reiht der Meinecke-Text aneinander und stellt Verknüpfungen her. Forschen ist anhäufen, notiert er — und: ›Schreiben: weglassen.‹ Das ist nicht das ganze Geheimnis  von Thomas Meineckes beachtlicher Textproduktion, aber ein Schlüssel zu ihr.«

Harry Nutt, Frankfurter Rundschau

»Die Debatten der Lookalikes um ›gender‹, Musik und Mode finden Ihr Echo in Meineckes Besuch bei Zeremonien des Candomblé, einer afro-brasilianischen Religion. Immer wieder werden die Oberflächen von Stoffen, Städten, Körpern, Religion und Sprache abgetastet. Angereichert mit Bausteinen aus Theorie-Texten von Julia Kristeva, Roland Barthes oder Homi K. Bhabha werden so Identitätsfragen gestellt. Und wie passend ist es da, dass sich der Duktus des Romans demjenigen des Internet-Netzwerks Facebook verschrieben hat. Die Romanfiguren chatten, schreiben sich gegenseitig auf virtuelle Pinnwände und schicken einander Links. So schaffen sie auf einer virtuellen Oberfläche neue Entwürfe ihrer selbst.«

Catharina Koller, Literaturen Oktober 2011

»Meinecke komponiert seinen Textsound aus Fragmenten, die gleichwohl Eindrücke und Erkenntnisse von unserer Welt erzählen. Nicht einfach, aber anregend zu lesen.«

Neue Presse, Hannover

»Nach drei Jahren nun also wieder ein neuer Thomas Meinecke-Roman. ›Roman‹ in Anführungszeichen, möchte man schreiben, denn Meineckes Bücher kommen ohne klasische Handlung aus. Eher geht es um ein Cluster von verschieden gewichtigen Figuren, die sich Gedanken um Gender, Identität und Chicago House machen. Es wird zitiert, gesampelt, mit Textbausteinen gespielt. Dieses Prinzip variieren seine Bücher seit dem 1998 erschienenen Tomboy. Was zunächst einmal trocken klingt, macht aber großen Spaß.«

Stefan Höppner, literaturkritik.de November 2011

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