Dietmar Dath
Maschinenwinter - Wissen, Technik, Sozialismus

Eine Streitschrift
Maschinenwinter
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Erschienen: 21.04.2008
eu 8, Broschur, 130 Seiten
ISBN: 978-3-518-26008-1

Inhalt

Es sind bekanntlich nicht die Maschinen, die Maschinen einstellen, sondern Menschen, die Maschinen bauen und einsetzen. Daher ist es nicht länger hinzunehmen, daß Maschinen die Lebensverhältnisse zunehmend verschlechtern, obwohl sie im Ursprung dazu gedacht waren, diese zu verbessern. Selbst in den reichsten Ländern ist von Lebenserleichterung durch Technik nicht mehr viel zu merken: Der kreative Computerdienstleister fristet das Dasein eines biblischen Tagelöhners; die High-Tech-Ärztin schreibt Gutachten über die Almosenberechtigung kranker Unterstützungsempfänger; jede Modernisierung der Produktion bedeutet Massenentlassungen statt Arbeitszeitverkürzung. Aber nicht einmal den Anschluß an diese noch vergleichsweise luxuriösen Formen des Jammers gönnt man den ärmeren Gegenden; dorthin wird bloß alles ausgelagert, was man mit den Lohnabhängigen des Westens einstweilen noch nicht machen kann. Wie soll man die Maschinen stürmen, um sie in Besitz zu nehmen? Kann man die moderne Arbeitsteilung beibehalten, aber die Hierarchien, Abhängigkeiten und das Unrecht loswerden, die an ihr kleben? Was haben die Industrie, der von ihr geschaffene Reichtum und der von ihr ausgeworfene Schmutz mit Freiheit zu tun? Der Essay Maschinenwinter riskiert eine literarische, politische, polemische und spekulative Phantasie darüber, wie man mit Technik Geschichte machen könnte.
 

Pressestimmen

»... der produktivste und radikalste Schriftsteller Deutschlands«

Thomas Lindemann, Die Welt

»Es bedurfte eines schmalen Bändchens in der von Suhrkamp neu ins Leben gerufenen edition unseld, um an die Anspruchshaltungen »linker« Gesellschaftsanalytik zu erinnern. Was an Dietmar Daths Essay Maschinenwinter. Wissen, Technik, Sozialismus. Eine Streitschrift erstaunt und ergötzt, ist der ungebrochene Optimismus: Geschichte ist machbar, Herr Nachbar!...Die Freisetzung von Produktivkräften wäre eine feine Sache: Je weniger die Menschen arbeiten müssten, umso eher besäßen sie die Chance, der »Muße« zu frönen und tolle neue Ideen zu entwickeln. Der Teufel stecke, so Dath, in der ungleichen Aneignung des produzierten Reichtums: Obwohl genug Überfluss erarbeitet wird, hüten die Monopolisten eifersüchtig die Werkzeuge des Fortschritts. ...Dath zieht eine der bestrickendsten Ideen des alten Marx aus dem Papierzylinder: Selbst in einer Gesellschaft, die planerisch und rational die Ungleichheit abgeschafft hätte, würde es weiterhin die Arbeitsteilung – und damit Elektrikerinnen und Köche geben. Wer aber sagt, dass man sein kurzes Erwerbsleben lang (bis einen die Freisetzung ereilt!) immer nur als Elektrikerin oder als Koch arbeiten muss? Der Gebrauchswert der Maschinen – und Dath ist ein geradezu schwärmerischer Technikfreund! – wäre als »sozialer« zu bestimmen. Arbeitsteilung ist etwas Schönes – nur muss sie eben kein Schicksal sein. Die Verfügung über Software wird über »Türhüter«-Lösungen eingeschränkt. Die transnationalen »Gemischtwarenkonglomerate« schlachten die erworbenen Wettbewerbsvorteile rücksichtslos aus: Geforscht wird einzig in ihrem Auftrag. Patente werden kostspielig entwickelt und aufgekauft. Daths Alternativvorschlag ist eben nicht schwärmerisch: Er verlangt, dass Gesellschaften ihre Regelungsbedürfnisse rational ausmachen. Er sagt: Das Interessanteste, was Menschen herstellen könnten, ist die Menschheit.«

Ronald Pohl, Der Standard
»Dass Dath ein lesenswertes Manifest geschrieben hat, hat damit zu tun, dass er sich nicht in empiriokritizistischen Abhandlungen verliert, sondern ein Wissen formuliert, aus dessen Anwendung etwas folgt: Die Menschheit gibt es noch nicht. Wir können sie aber erschaffen.«
Cord Riechelmann, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung

Kommentare

Schade, es sind nur Illusionen und werden es auch bleiben. Aber immerhin, sie lassen sich im Kapitalismus durchaus verkaufen, weil der Mensch gerne besser leben möchte...
Lars Nowak, 01.01.2010

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