Paul Feyerabend
Naturphilosophie

Herausgegeben und mit einem Vorwort von Helmut Heit und Eric Oberheim
Naturphilosophie
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D: 24,80 €
A: 25,50 €
CH: 35,50 sFr

Erschienen: 20.04.2009
Gebunden, 384 Seiten
ISBN: 978-3-518-58514-6

Inhalt Inhaltsverzeichnis

Paul Feyerabend, Philosoph, Physiker, Anarchist, war einer der unkonventionellsten Wissenschaftler seiner Zeit. Sein Anything Goes ist zum Label geworden. Wenig bekannt ist, daß Feyerabend über viele Jahre an einer auf drei Bände angelegten Naturphilosophie gearbeitet hat, die den Zeitraum von den frühesten Spuren steinzeitlicher Höhlenmalerei bis zur Atomphysik des 20. Jahrhunderts umfassen sollte – ein Projekt, das ihn, wie er in einem Brief an Imre Lakatos schrieb, fast um den Verstand brachte: »Damn the Naturphilosophie.«

Das Manuskript des Buches galt lange als verschollen. Durch einen Zufall wurde nun im Archiv der Universität Konstanz ein Typoskript gefunden, das den ersten Band des geplanten Projektes umfaßt. Feyerabend untersucht die Bedeutung der Mythen für die Frühzeit der Naturphilosophie und den Übergang von Homers »Aggregatuniversum« zu Parmenides' Einheitsdenken. Fokus seiner Überlegungen ist der – aus seiner Sicht verheerende – Aufstieg des Rationalismus in der griechischen Antike und die damit einhergehende Trennung des Menschen von der Natur. In gewohnt polemischer und äußerst belesener Weise erschließt Feyerabend so die Vorgeschichte der modernen Wissenschaft.

Der Band enthält zahlreiche Abbildungen (u. a. von archaischen Kunstgegenständen) und eigenhändige Skizzen Feyerabends. Er wird ergänzt durch einige bislang unveröffentlichte biographische Dokumente, die das Gesamtbild des Denkers vervollständigen. Eine Einführung der Herausgeber klärt über die Stellung der Naturphilosophie im Denken Feyerabends auf.

Pressestimmen

»Manche Manuskripte ergeben auch nach 35 Jahren Schlaf ein brisantes Buch. Dazu könnte die Naturphilosophie des österreichisch-amerikanischen Wissenschaftsphilosophen Paul Feyerabend zählen. ... Das Manuskript, das die Berliner Philosophen Helmut Heit und Eric Oberheim entdeckt haben, offenbart in seiner Suche nach dem entscheidenden Rationalitäts-Knacks im abendländischen Denken weit kompakter als das zur gleichen Zeit geschriebene Hauptwerk, woraus sich Feyerabends Gedanken speisten - und worin ihre Brisanz für unser heutiges Weltbild liegt.«

Andreas Weber, Die Zeit

»Selten wird im Nachlass eines Autors ein atemberaubender Text gefunden. Oft fragt man sich, warum das, was gefunden wird, nun auch noch an die Öffentlichkeit musste. Doch mit der von Helmut Heit und Eric Oberheim herausgegebenen Naturphilosophie von Paul Feyerabend ist das anders. Es ist ein Glück, dass dieser Text im Konstanzer Feyerabend-Archiv ausfindig gemacht und seine Bedeutung erkannt wurde. ... Das Buch bietet auf knappem Raum eine anschaulich geschriebene Odyssee durch das europäische Denken über die Natur, von der mythischen Kosmologie der Steinzeit über Homer bis hinein in die Gegenwart. ... Vielleicht kann der Text aus dem Nachlass von Paul Feyerabend sogar Ansporn sein, nach neuen Naturverständnissen und den zu ihnen passenden Lebensformen zu suchen.«

Michael Hampe, Neue Zürcher Zeitung

»Hier sitzt nicht die Vernunft zu Gericht über sich selbst wie in Kants Metaphysik. Bei Feyerabend sitzt sie auf der Anklagebank, und der Philosoph führt die Klage gegen sie, im Namen des Relativismus. Da fliegen die Fetzen, macht der Empirismus des Xenophanes die Welt zur entgötterten ›Rumpelkammer‹ und werden die Angehörigen des Wissenschaftsbetriebs zu ›unglücklichen, furchtsamen, aber eingebildeten Sklavenseelen‹. ... Dieses Buch erinnert an die poetischen Anteile von Wissenschaft.«

Kolja Reichert, Tagesspiegel

»Naturphilosophie eröffnet den Blick auf einen bislang wenig bekannten Feyerabend, den historischen Naturphilosophen und Theoretiker der antiken Philosophieentstehung.«

Renatus Ziegler, die Drei Feb 2010

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