Efrat Gal-Ed
Niemandssprache - Itzik Manger – ein europäischer Dichter

Mit zahlreichen Abbildungen
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CH: 58,90 sFr

Erschienen: 11.01.2016
Wieder lieferbar: 19.07.2016
Gebunden, 784 Seiten
ISBN: 978-3-633-54269-7

Inhalt

Die Biographie eines der größten Dichter jiddischer Sprache (weltweit die erste umfassende überhaupt) ist nach Inhalt und Form außergewöhnlich. Die Lebensgeschichte des Itzik Manger (1901 – 1969) wird verschränkt mit einer lebendigen Schilderung der jiddisch-säkularen Kultur Osteuropas zwischen den Weltkriegen. Und passend orientiert sich die Texteinrichtung durch die Autorin an der Seitengestaltung des Talmud: mit erzählendem Haupttext, Abbildungen und erläuternden Seitentexten.

»In Mangers Lebens- und Schaffensgeschichte verkörpern sich Entwicklung und Reichtum der jiddischen Kultur bis 1939, ihre Zerstörung und der tragische Bruch, den die Shoah hinterlassen hat. Mangers Werk entspringt dem jüdischen Osteuropa mit seinen rumänischen, galizischen, polnischen und baltischen Landschaften, in denen seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine jiddisch-säkulare Kultur sich rasch entfaltete … Itzik Manger zog es, wie die meisten seiner Kollegen, nach Warschau, weil man dort auf unterschiedlichste Weise jiddisch denken, leben und schöpferisch tätig sein konnte. Sie dachten Europa jenseits des Gegensatzes von Eigenkultur und Fremdkultur … Im zunehmend nationalistischen und antisemitischen Polen war das jiddische Europa ein kosmopolitischer Entwurf, ein Ort, an dem jiddisches Leben beheimatet war.«

Pressestimmen

»Efrat Gal-Ed gelingt es mit ihrer unfassbar genau dokumentierten und hervorragend edierten Biografie, die Tragik von Mangers Leben als Barde einer ermordeten Zivilisation gültig festzuhalten ... «

Dirk Schümer, DIE WELT

»Die Biographie eines der größten Dichter jiddischer Sprache (weltweit die erste umfassende überhaupt) ist nach Inhalt und Form außergewöhnlich.«

FineArtReisen.de

»Es ist keine Übertreibung, wenn man feststellt, daß Efrat Gal-Eds Biographie des Dichters Itzik Manger einen neuen Maßstab für Jiddistikstudien setzt, sowohl inhaltlich als auch formal.«

Michael Krutikov, Forverts - The Jewish Daily Forward

»Efrat Gat-Ed legt mit dieser inhaltlich wie formal außergewöhnlich aufwendig gestalteten Biographie nicht nur ein umfangreiches und vielschichtiges, sondern auch ein kritisches Porträt von Itzik Manger vor.«

Romina Wiegemann, aviva-berlin April 2016

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Buchtipps

 

Kommentare

Das mit zahlreichen Illustrationen ausgestattete Buch ist nicht nur die erste kritische Biographie zu Itzik Manger, einem der wichtigsten jiddischen Lyriker des 20. Jahrhunderts, sondern entwirft zugleich das große Panorama der Kulturgeschichte des jiddischsprachigen Europa und Amerika.

Darüber hinaus zeichnet sich das Werk dadurch aus, dass es mit der Tradition des deutschsprachigen biographischen Schreibens bricht, die ihren Gegenstand heroisiert (z. B. Friedrich Gundolf: Goethe).
Stattdessen entsteht das Bild einer menschlichen und dichterischen Existenz in ihrer ganzen Brüchigkeit. Auf diese Weise wird der Dichter Manger im Kontext seiner Zeitgenossen und seines politischen und sozialen Umfeldes dargestellt, so dass ein äußerst vielgestaltiges Bild der damaligen jiddischen Literatur in Osteuropa, England, den USA und Kanada entsteht.

Schließlich ist hervorzuheben, dass das Buch methodisch bewusst die traditionelle Vielstimmigkeit, wie sie im Talmud vorliegt, in die Moderne überträgt und damit die Lesegewohnheiten des heutigen Menschen bedient, der durch die Arbeit an elektronischen Medien daran gewöhnt ist, einen komplexen Hypertext vor Augen zu haben.

Bei der Studie von Frau Gal-Ed handelt es sich um ein methodisch hoch innovatives und daher äußerst aktuelles Schreibverfahren, das zugleich einen bisher unbekannten literarischen Kontinent erschließt.
Prof. Dr. Bernd Witte, 29.03.2016

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