Hans Blumenberg
Rigorismus der Wahrheit - »Moses der Ägypter« und weitere Texte zu Freud und Arendt

Herausgegeben, kommentiert und mit einem Nachwort von Ahlrich Meyer
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D: 14,00 €
A: 14,40 €
CH: 20,90 sFr

Erschienen: 09.02.2015
Broschur, 134 Seiten
ISBN: 978-3-518-58616-7

Inhalt

»Moses der Ägypter« ist ein Text von Hans Blumenberg, in dem dieser sich mit zwei prägenden Figuren der Geistesgeschichte des 20. Jahrhunderts beschäftigt: Sigmund Freud und Hannah Arendt. Entstanden Ende der 1980er Jahre, aufbewahrt in der Mappe »Unerlaubte Fragmente«, gehört er zu den vielleicht spektakulärsten Stücken aus dem Nachlass des Philosophen.

Blumenberg setzt ein mit Freuds im Jahr 1939 publiziertem Alterswerk Der Mann Moses und die monotheistische Religion, das er als dessen »große und letzte Kränkung der Menschheit in Gestalt ihrer Leidendsten« bezeichnet, und geht dann über zu einer an Schärfe kaum zu überbietenden Auseinandersetzung mit Arendt und ihrem Buch Eichmann in Jerusalem. Sowohl bei Freud als auch bei Arendt sieht Blumenberg einen Rigorismus am Werk, der im Namen der Wahrheit auftritt, aber in Rücksichtslosigkeit umschlägt, weil er blind macht für das Politische und taub für das Unfassliche. »Wie Freud den Mann Moses seinem Volk genommen hatte, nimmt Hannah Arendt Adolf Eichmann dem Staat Israel« – so lautet eine der vielen bemerkenswerten Schlussfolgerungen in diesem dichten Text, der auch etwas von Blumenbergs Haltung zum Judentum und zum Zionismus preisgibt.

»Moses der Ägypter« wird hier erstmals vollständig publiziert – versehen mit Kommentaren des Herausgebers und ergänzt um weitere Texte aus dem Nachlass zu diesem Themenfeld.

Aus dem Buch

»Es gibt keine Liebe zur Wahrheit. Vielleicht weil es sie nicht geben kann.«

Pressestimmen

»Dem nun bei Suhrkamp erschienenen Band Rigorismus der Wahrheit hat der Herausgeber Ahlrich Meyer viel Sorgfalt angedeihen lassen. Das ist gut so, denn er behandelt ein heikles Thema und konfrontiert den Leser in Bezug auf Blumenberg mit Unerwartetem.«

Jürgen Busche, der Freitag

»Blumenbergs Text mit seinem Bekenntnis zur erlösenden Funktion mythischen Denkens und Handelns, dessen der Mensch zur Entlastung vom Absolutismus des Wirklichen bedürfe, ist insofern konsistent, als er seine These von der Subjektivität der ›Wahrheit‹ glänzend belegt.«

Kirsten Voigt, Neue Zürcher Zeitung am Sonntag

»Jedem an Blumenbergs Denken und Werk Interessierten ist dieser Nachlassband nur zu empfehlen.«

Daniel Borgeldt, literaturkritik.de September 2015

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