Josef Winkler
Roppongi - Requiem für einen Vater

Roppongi
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Erschienen: 07.12.2009
suhrkamp taschenbuch 4140, Broschur, 160 Seiten
ISBN: 978-3-518-46140-2

Inhalt

„Als ich mich vor drei Jahren mit meiner Familie in Tokio aufhielt, wo wir im Stadtteil Roppongi wohnten, starb im Alter von 99 Jahren mein Vater, der mir ein Jahr vor seinem Tod in einem kurzen, aber dramatischen Telefonmonolog mitteilte, daß, wenn es soweit sei, ich nicht zu seinem Begräbnis kommen solle.“
»In Roppongi erinnert sich der Georg-Büchner-Preisträger 2008 an seinen im biblischen Alter verstorbenen Vater. Es ist ein „Gedenkmonument nachgetragener Liebe. Das ‚Requiem für einen Vater’ besitzt die Gnade der Leichtigkeit, hat jene Musikalität der Satzperioden und die von Ilse Aichinger an Winkler gerühmte ‚fanatische Genauigkeit’, die einen Schreibenden zum Dichter werden lassen. ‚Ja, Vater, mach’s gut’, vernehmen wir da als Nachruf, ‚ich wünsche dir eine gute Reise’.«  Ulrich Weinzierl in seiner Laudatio auf den Georg-Büchner-Preisträger
 

Pressestimmen

»Winklers Sprache bleibt unbehauen, direkt, sinnlich. Mit ihr verschafft er sich Erleichterung, sie ist ihm lebensnotwendiges Werkzeug, wo sie anderen Autoren formales Spielzeug ist.«
Der Bund
»Alles, was man aus früheren Werken Winklers schätzt, ist hier zur Reife gelangt: die Beschreibungsnot, die Selbstironie, die einmalige, radikale Genauigkeit in Arrangement und Formulierung der Motive.«
Frankfurter Rundschau
»Wenn der österreichische Schriftsteller mit seinen genauen Sätzen die große Leerstelle Tod umkreist, dann wird klar, was Sprache kann. Sie rettet, was ohne sie verloren wäre: das eigene Leben.«
Neue Zürcher Zeitung
 »Dass Winkler mitRoppongi einen grossen Schritt auf dem Weg seiner literarischen Laufbahn tut, liegt nicht daran, dass er sein Kärntnertum endgültig überwunden hätte, sondern an der Leichtigkeit und Bewusstheit, mit der er die verschiedenen Erzählebenen zueinander bringt und wieder voneinander entfernt. Diese Technik schafft Raum für Ironie und Witz, die zu den oft haargenauen (und trotzdem nicht selten fantastischen) Beschreibungen hinzukommen, die man von Winkler seit Langem kennt.«
Leopold Federmair, Der Standard, Wien
»Josef Winkler ist ein Grenzgänger, der schreibend seine Angst in Lust verwandelt und mit dem riskanten Balanceakt knapp am Abgrund langfristig zu solidem Gleichgewicht findet. Nicht Jenseitsverherrlichung betreibt er in Roppongi, sondern Selbstbefreiung im großen Stil. Dazu muss das Verdrängte allerdings in einem beunruhigenden Prozess, der auch den Leser keineswegs schont, immer wieder evoziert werden.« 
Süddeutsche Zeitung

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