Einar Schleef
Tagebuch 1953 – 1963. Sangerhausen

Herausgegeben von Winfried Menninghaus, Wolfgang Rath und Johannes Windrich
Tagebuch 1953 – 1963. Sangerhausen
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Erschienen: 26.01.2004
Broschur, 416 Seiten
ISBN: 978-3-518-41605-1

Inhalt

Wie wird man Mensch, möchte der junge Einar Schleef (geboren 1944 in Sangerhausen) wissen, ganz grundsätzlich, ja exemplarisch. Es geht ums Ganze, und zwar in Sangerhausen, DDR-Provinz, in den fünfziger Jahren – in denen er sich mit großem Eifer zum Maler ausbildet, in der FDJ mitarbeitet und, um die Eltern zu besänftigen, mit schulischen Leistungen glänzt. Ein schwerer Unfall hält ihn lange auf der Intensivstation eines Krankenhauses fest. 1963 besteht er die Aufnahmeprüfung an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee. 1964 wird er Abitur machen und nach Berlin ziehen.
Das Tagebuch, dessen erster Band hier angekündigt wird, ist kein Fund unter nachgelassenen Papieren, kein Fragment gebliebener, nie zur Veröffentlichung bestimmter Text aus der Jugend, sondern – nach Gertrud (1980/1984) und Droge Faust Parsifal (1997) – das dritte Hauptwerk des Autors, der daran in den letzten Jahren seines Lebens bis zu seinem Tod am 21. Juli 2001 gearbeitet hat.
Einar Schleefs Tagebuch, unbestechliches Zeugnis des Lebens in Ost- und Westdeutschland, ist, wie sich zeigen wird, einer der großen Bekenntnistexte der deutschen Literatur.

Die Veröffentlichung ist auf fünf Bände angelegt. Der zweite Band erscheint 2005 und umfaßt den Zeitraum von 1964 bis 1976, dem Jahr, in dem Schleef die DDR verließ.

Pressestimmen

»Das »Tagebuch« Einar Schleefs das er seit seinem neunten Lebensjahr bis zum Tod mit 57 Jahren anno 2001 führte, (ist) endlich komplett veröffentlicht. Es ist, neben »Gertrud«, dem Roman über das Leben seiner Mutter, sowie »Droge Faust Parsifal«, dem Manifest seiner Theaterästhetik, das dritte, gleichwohl gewaltigste Hauptwerk dieses begnadeten Einzelgängers des deutschen Theaters. ...  Schleefs philosophisch, psychologisch, politisch tief und weit schweifende Chronik seines Daseins ist zugleich eine der Gesellschaft im erst geteilten (Schleef verlässt 1976 die DDR), später wiedervereinten Deutschland zwischen 1953 und 2001. Das macht sie erst recht zur aufregenden, zuweilen erschauernd- und erschreckenden Lektüre, die noch dazu amüsiert mit Klatsch und Nähkästchenwühlerei.«

Wengierek, Reinhard, Literarische Welt

»Ein Glücksfall - für Literatur, Kunst, Theater und Wissenschaft -, dass Schleefs ›Tagebuch‹-Projekt nun in dieser umfassenden Form vorliegt.«

Christina Schmidt, Theater der Zeit Dezember 2009
»Es ehrt den Verlag, dass er es nun doch wagt, dieses Tagebuch herauszubringen. Wenn es, in dieser Sprachgewalt, politischen Kraft und reflektorischen Subtilität weitere vier Bände durchhält, hätten wir eines der großen literarischen Zeugnisse über Deutschland, West und Ost, im letzten halben Jahrhundert.« 
Die Zeit

»Die rund 2500 Seiten der fünf Bände dokumentieren das Leben, die Kämpfe, die Frustrationen, die Triumphe und Niederlagen eines radikalen, immer an die Grenze und darüber hinaus gehenden Schriftstellers und Theatermachers, der das Tagebuchschreiben als Obsession betrieb und dabei auch die intimsten Details nicht verschwieg. Diese Tagebücher sind die einzigartigen Dokumente eines schwierigen Genies.«

Bühne Nr. 10/ Oktober 2009

»Einar Schleefs Maßlosigkeit kann man nun anhand seiner gesammelten Tagebücher anschaulich nachvollziehen: Mindestens vierhundert Seiten umfasst jeder der fünf Bände, die zugleich wütendes Vermächtnis und gezielte Selbststilisierung sind.«

Karin Cerny, profil 28

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