A. F. Th. van der Heijden
Tonio - Ein Requiemroman

Aus dem Niederländischen von Helga van Beuningen
Tonio
Leseprobe » Bestellen »


D: 26,90 €
A: 27,70 €
CH: 36,90 sFr

Erschienen: 14.11.2011
Gebunden, 671 Seiten
ISBN: 978-3-518-42259-5

»Dies ist ein unersättliches Buch, der gewaltige, unendlich detailreiche, anrührende und unmögliche Versuch, Tonio, den geliebten Sohn, fortleben zu lassen.«

Guido Graf, Die Welt

 

Inhalt

Am Pfingstsonntag des Jahres 2010, dem 23. Mai, wurde Tonio, das einzige Kind von Mirjam Rotenstreich und Adri van der Heijden, in Amsterdam auf dem Fahrrad von einem Auto erfaßt. Der noch nicht einmal 22jährige starb am selben Tag. Die Eltern ließ er gebrochen zurück.
Gegen alle Widerstände ist es Adri van der Heijden gelungen, in seinem Requiemroman dem Sohn Tonio ein unvergeßliches und unvergängliches Monument zu schaffen. Der Roman rekonstruiert das Leben seines Sohnes und die in sich betrachtet völlig unlogischen Umstände des tödlichen Unfalls.
Entstanden ist ein berührendes und bewegendes Dokument des Unglücks schlechthin, über die Unbegreifbarkeit des Unvorstellbaren – zugleich ein Buch über die unabweisbaren Fragen nach der eigenen Schuld, ein Buch der Trauer.
Wenn es angesichts der Unfaßbarkeit des Todes eine Form der Trauer gibt, die den Lebenden Zukunft eröffnet und Zuversicht ermöglicht – so muß sie die Gestalt dieses Vernunft und Gefühl aufwühlenden Requiems besitzen. Es widerlegt ein für allemal die These, angesichts des Todes sei alles sinnlos.

 

Tonio van der Heijden Auszug aus dem Roman:

Nie habe ich seinen Namen häufiger gerufen als in den knapp vier Monaten seit dem Schwarzen Pfingstsonntag. Wenn ich hinzufüge »mit der ganzen Kraft meiner Stimme«, so meine ich meine innere Stimme, die unendlich lauter klingt und weiter trägt als das, was meine Stimmbänder hervorzubringen imstande sind. Äußerlich ist mir nichts anzusehen.
Vergleiche das mit Weinen. Ich schäme mich manchmal Mirjam gegenüber, die sich, anders als ich, der Naturgewalt eines plötzlichen Heulkrampfs hinzugeben vermag.
»Auch wenn du keine Tränen siehst, Minchen, ich weine trotzdem mit dir«, habe ich ihr einmal erklärt (mit erstickter Stimme, immerhin). »Bei mir äußert sich dieser furchtbare Kummer wie eine innere Blutung. Er sickert oder strömt irgendwo in mir.«

Pressestimmen

»Man hat dieses dicke Buch nicht nur überraschend schnell gelesen, man hat es auch ›gern‹ gelesen.«

Sieglinde Geisel, Neue Zürcher Zeitung am Sonntag

»Van der Heijden durchbricht alle Schamgrenzen, indem er sein Innerstes nach außen kehrt, seinen zerrütteten Alltag schonungslos preisgibt und seinen herzzerreißenden Verlustschmerz zu einer radikalen Totenklage komponiert. … zugleich schreibt er in einer musikalischen Sprache, deren Rhythmus und Klangfarben noch in der souveränen Übersetzung von Helga van Beuningen schönstens zur Geltung kommen. … Ein letztes Mal legt dieses ebenso poetische wie erschütternde und lebenskluge Buch Zeugnis ab vom Skandalon, dass die Welt sich weiterdreht, gleichgültig um jedes Unglück im Kleinen wie im Großen.«

Roman Bucheli, Neue Zürcher Zeitung

»Selten ist so eindringlich beschrieben worden, wie schwer es ist, die Tatsache des Todes überhaupt anzuerkennen und was es heißt, wenn einen der Schmerz anfällt, hinterrücks und in nicht abebbenden Wellen. … Die Lektüre ist ein unvergessliches Erlebnis.  … sein Sog ist mächtig.«

Knut Cordsen, Deutschlandradio Kultur

»So ein Buch, das in seiner Intensität und Ungeschütztheit an Joan Didions Trauerbuch Jahr des magischen Denkens erinnert, gehört zum Stärksten, Mächtigsten, was der menschliche Geist gegen sein Gegenteil, den Tod, das Nichts, aufbieten kann (…) So schlimm das klingt, wir verdanken dem Tod dieses Buch, ein Monument der Liebe und des Leids, ein großes, einmaliges Kunstwerk. «

Richard Kämmerlings, Die Welt online

»Das traurigste Buch, das ich je gelesen habe.«

Stefan Weidle, Frankfurter Rundschau

»Tonio ist ein konzentriertes Buch geworden, präzise und von erschütternder Offenheit, ohne aufdringliche Selbstentblößung, ohne Selbstmitleid und dennoch voller Gefühle für den verlorenen Sohn«

Maike Albath, Deutschlandfunk

»Herzzerreißend schreiende Totenklage, wunderbare Erinnerungsmappe für ein viel zu kurzes Leben, nüchternes Protokoll der mit Tonios Mutter, Mirjam Rotenstreich, geteilten Anstrengungen, das Unerträgliche zu ertragen. Und als Reflexion über den Tod. …Der Versuch, seinen Sohn zwischen zwei Buchdeckeln für sich und die Mutter am Leben zu erhalten, mobilisiert Mitgefühl. Noch stärker aber fordert dieses Requiem zur Selbstbefragung auf.«

Thomas Borchert, Nordwest-Zeitung, Oldenburg

»Das Requiem ist von einer so unbegreiflichen emotionalen Wucht, dass es einzig dasteht in der Welt der Literatur.«

glanzundelend.de

»Eine Lektüre, die erschüttert – und demütig macht.«

Britta Heidemann, Westdeutsche Allgemeine Zeitung

Nachrichten

Kommentare

Ich habe heute den Tonio von van der Heijden zu Ende gelesen, ein Buch, das einen sehr starken Sog auf mich hatte, ich konnte es nur schwer in den letzten Tagen zur Seite legen. Und ein Buch, das ungemein berührt und mitfühlen lässt. Ich bin wirklich sehr beeindruckt.
Jens Paller, Thalia Siegburg, 01.02.2012

Kommentieren