E. M. Cioran
Über Deutschland - Aufsätze aus den Jahren 1931–1937

Aus dem Rumänischen und mit einem Nachwort von Ferdinand Leopold
Über Deutschland
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D: 17,90 €
A: 18,40 €
CH: 25,90 sFr

Erschienen: 14.03.2011
Gebunden, 232 Seiten
ISBN: 978-3-518-42197-0

Inhalt

100. Geburtstag des Autors am 8. April 2011

Was Cioran-Leser und Rezensenten in den letzten Jahren – nach Ciorans Tod und nach der Veröffentlichung fast aller Werke auf deutsch – vor allem interessierte, war der braune Fleck auf der weißen Weste des berühmten Skeptikers. Die Deutschlandartikel aus den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts zeigen ihn vor.
Voll vitalistischer Emphase stürzt sich der jugendliche Autor auf deutschen Irrationalismus und nazistische »Revolution«. Er wünscht seinem Land eine Diktatur nach Hitlers Vorbild an den Hals. Nur so, argumentiert er, könne Rumänien aus Lethargie und geschichtlichem Abseits herausgerissen werden und sich Gestalt, Zukunft, ein Schicksal erobern. Von 1933 bis 1935 hält Cioran sich zu Studienzwecken in Berlin, München und Dresden auf. Bei aller Begeisterung für den Nationalsozialismus beschränkt er sich auf die Rolle des geschichtsphilosophisch interessierten Zuschauers. Borniertheit, Willkür, Gewalt und die Anzeichen dafür, daß alles ein böses Ende nehmen könnte, bleiben ihm nicht verborgen.

 

Pressestimmen

»Empörend, luziferisch, ruchlos und in seiner historischen Analyse hochbrisant: E.M. Ciorans konsequenter Irrweg zum Faschismus. Das Buch macht uns zum Zeugen eines intellektuellen Selbstmords. Es ist dadurch auf verführerische Weise spannend – ein Hitchcock in Worten; denn man liest und liest (wie man des Thrillers Königs Bilder sieht) mit steigenden Gruseln, anfangs atmosphärisch gebannt, das Unheil nur ahnend. … Ein apokalyptischer Taxifahrer. Sein Hohn lustbetont und seine Endzeitvisionen mit Schalk in den Augen psalmodierend. Die irratio war sein Credo. Wie früh und wie stark – das führen diese Texte vor.«

Fritz J. Raddatz, Die Welt

»Jugendsünden sind diese Tiraden sicherlich. Ihre Faszinationskraft allerdings wird nicht verhehlen können, wer sich der Zumutung einer genauen Lektüre aussetzt. Denn zum einen haben diese Texte Klassikerpotential, wenn die Anfälligkeit von Intellektuellen für den Nationalsozialismus belegt werden soll. Zum anderen entwickelt sich Ciorans Stil: Alsbald tauchen glasklare Formulierungen auf, der Rhythmus wird sicherer, die rhetorischen Mittel virtuoser – der 22-Jährige zeigt erstaunliche Begabungen.«

Alexander Cammann, Literaturen 3/2011

»Cioran schreibt über Kokoschka und Dürer, die Berliner Universität, Sexualmoral, die Illusion eines Friedens mit Frankreich, über bayerische Landschaft und Lebensart. Das Fatale: Er schreibt gut. Radikal argumentierend, überheblich. Poetisch und philosophisch. Das irritiert, regt an, regt auf.«

Carsten Hueck, Deutschlandradio

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