Christoph Hein
Weiskerns Nachlass - Roman

Weiskerns Nachlass
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D: 15,00 €
A: 15,50 €
CH: 21,90 sFr

Erschienen: 22.08.2011
Leinen, 318 Seiten
ISBN: 978-3-518-42241-0

»Christoph Hein hat einen filigran gearbeiteten, fein austarierten und listigen Roman vorgelegt, der die Formen realistischen Erzählens neu auslotet.«

Christian Metz, Frankfurter Allgemeine Zeitung

 

Inhalt

Rüdiger Stolzenburg, 59 Jahre alt, hat seit 15 Jahren eine halbe Stelle als Dozent an einem kulturwissenschaftlichen Institut. Seine Aufstiegschancen tendieren gegen null, mit seinem Gehalt kommt er eher schlecht als recht über die Runden. Er ist ein prototypisches Mitglied des akademischen Prekariats. Dieser »Klasse« fehlt jede Zukunftshoffnung: Die selbst gesetzten Maßstäbe an die universitäre Lehre lassen sich nicht aufrecht erhalten; die eigene Forschung führt zu keinem greifbaren Resultat. Für das Spezialgebiet des Rüdiger Stolzenburg, den im 18. Jahrhundert in Wien lebenden Schauspieler, Librettisten Mozarts und Kartografen Friedrich Wilhelm Weiskern, lassen sich weder Drittmittel noch Publikationsmöglichkeiten beschaffen. Und dann gibt es große Verwicklungen.
Seine Bemühungen, eine ihn ruinierende Steuernachforderung zu erfüllen, machen ihm endgültig deutlich: die Welt, die Wirtschaft, die Politik, die privaten Beziehungen – alles ist prekär. Sie zerbrechen, sie setzen Gewalt frei, geben in großem Ausmaß den Schein für Sein aus. Christoph Hein hat mit Rüdiger Stolzenburg eine Figur geschaffen, in der sich prototypisch die Gefährdungen unserer Gesellschaft und unserer Zivilisation am Ende des ersten Jahrzehnts des dritten Jahrtausends spiegeln. Christoph Hein ist damit der aktuelle, realistische, literarisch durchgeformte Gesellschaftsroman gelungen.

Pressestimmen

»Seinen Ruhm als unbestechlicher Zeitdiagnostiker erneuert Christoph Hein mit Weiskerns Nachlass. ... So feiert hier das Dingsymbol der klassischen Novelle seine Renaissance, formvollendet wie das gesamte Buch.«

Katrin Hillgruber, Tagesspiegel

»Und so ist Christoph Heins Roman um einen gebeutelten und sehr nachvollziehbaren Helden ein kleines Kunstwerk geworden, mit einer graziösen und gleichzeitig realistischen Prosa und einem genauen Blick für die Anliegen der Gegenwart.«

Irene Binal, ORF, Ö1, Ex libris

»Christoph Hein ist ein sachlicher Erzähler mit Sinn für Komik.«

Christoph Schröder, Frankfurter Rundschau

»Weiskerns Nachlass ist eine grimmige Campus-Satire und eine amüsante Kriminalgeschichte. Hein leuchtet hinter die Kulissen einer Gesellschaft, die Geld mehr als Wissen schätzt und mnachmal ihre guten Traditionen zu vergessen droht.«

Michael Braun, Kölner Stadt-Anzeiger, Magazin

»Dem Autor gelingt es, diese Angst um die blanke Existenz exemplarisch und glaubwürdig zu beschwören. Bei all der Bitterkeit, die in diesem Roman steckt, hat Christoph Hein einen zentralen Nerv des Lebens getroffen.«

Wolf Scheller, Nürnberger Nachrichten

»Dass Hein … seine Figur nicht bedeutender macht als nötig, dass er uns dieses Würstchen in aller gänze vorführt, das gehört zu seiner erzählerischen Absicht und Aufrichtigkeit. Dass er die Geschichte am Ende nicht einer Klärung zuführt, sondern das Leben des Rüdiger Stolzenburg in der Schwebe belässt – das gehört zu Heins erzählerischen Kunst.«

Harald Asel, RBB Inforadio

»Christoph Hein hat sich entschlossen, in bester realistischer Tradition der kapitalistischen Gesellschaft zu Beginn des dritten Jahrtausends den Spiegel vorzuhalten.«

Irmtraud Gutschke, Neues Deutschland

»Der Autor erzählt uns in staubtrockener, realistischer und sehr genauer Prosa, wie dieser Druck, diese Allmacht des Geldes einen Intellektuellen verändern. Das macht diesen Roman zu einem hochaktuellen, wichtigen Buch.«

Tomas Gärtner, Dresdner Neueste Nachrichten

»Weiskerns Nachlass bietet nur einen kurzen Einblick in das Leben des Rüdiger Stolzenburg, eingerahmt im ersten und letzten Kapitel mit dem Blick durch ein Flugzeugfenster. Durch dieses Bullauge blickt Hein auf das Zeitgeschehen und charakterisiert die deutsche Gesellschaft – häufig zutiefst verbittert, vielfach aber auch treffsicher und amüsant.«

Christina Horsten, Gießener Allgemeine Zeitung

»Es lässt sich als Bericht von unfroher Liebe lesen oder als Krimi und ist doch so viel mehr: eine bittere Gesellschaftsstudie. Eine brisante Parabel. … Hein hat viel hineingetan in dieses Buch – mit bestechendem Sinn für die Zumutungen der Zeit.«

Karin Grossmann, Sächsische Zeitung

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