Volker Braun
Werktage I - Arbeitsbuch 1977-1989

Mit zahlreichen Abbildungen
Werktage I
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D: 29,80 €
A: 30,70 €
CH: 40,90 sFr

Erschienen: 26.10.2009
Gebunden, 995 Seiten
ISBN: 978-3-518-42048-5

Inhalt

Unbekanntes, hoch Wichtiges ist zu vermelden. Volker Braun hat, beginnend im Januar 1977, bis in die Gegenwart ein Werktagebuch geführt. Dessen erster Band, teils kurze, teils längere Notate, erlaubt nicht allein den erhellenden Einblick in die Werkstatt des »lauteren, spielwütigen Autors«. Solche Mitschriften des täglichen Lebens machen erfahrbar, wie Volker Braun sich und seine Arbeit, die Kollegen und die politische Situation – in Ost und West – sieht. Und seine Beobachtungen, mal giftig, mal ironisch, Reflexionen und Erzählungen zeigen erneut die Kunst dieses Dramatikers, Lyrikers und Prosaisten: Mit jedem Satz von ihm steigert er humoristisch-traurig die Einsicht in die Verbesserungswürdigkeit und Verbesserungsnotwendigkeit unserer Lage.

In diesem Lebens-, Lese- und Arbeitsbuch ist also zu erfahren, wie Volker Braun nach der Publikation der Unvollendeten Geschichte – 1975 in der DDR, 1977 in der BRD – seine Dramen zum Druck befördert und auf die Bühne bringt, wie er listig den Hinze-und Kunze-Roman zuerst in Frankfurt und dann in Halle veröffentlicht, was die im Westen so alles mit ihm anstellen, warum er 1988 das Stück Lenins Tod schreibt, und im Jahr 1989 der erste Band seiner Werkausgabe erscheint. Und so zieht er am 31. 12. 1989 eine vorläufige Summe: »nun haben wir eine biographie. aus dem widerstand und der gedrucktheit tretend, haben wir jeder eine geschichte durchlaufen, unter die ein harter strich gezogen wird. unter die alten wahrheiten, unter die alte zukunft.«

Pressestimmen

»Volker Braun begegnet uns als scharfsinniger, unbestechlicher Zeitgenosse, der um seine, wie er sagt, ›rabiate art‹ weiß - und dessen Temprament jedoch zugleich sanftmütig und heiter ist. Seine Begabung zum Spott hilft manche Unbill wegzulachen. Aber Braun stellt sich nie darüber, sondern empört sich und leidet mit.«

Erdmut Wizisla, Dreigroschenheft, Informationen zu Brecht

»Die Demokratie braucht unbestechliche Intellektuelle wie Volker Braun.«

Günter Rüther, Rheinischer Merkur

»Loben auf Anweisung war Brauns Sache nicht. Davon legt dieses Buch beeindruckend Zeugnis ab. Man muss es zur Kenntnis nehmen, wenn man etwas über den Dichter Volker Braun, seine Arbeit, seine Hoffnungen wie Zweifel erfahren will und bekommt dabei Einblicke in jene DDR-Mechanismen, die ihr Scheitern begründeten.«

Michael Opitz, Deutschlandradio Kultur

»Man finde hier scharfsinnige Deutungen des Geschichtsverlaufs und die Geschichte des Autors Volker Braun in einem. Die Einträge, gleichsam im Handgemenge niedergeschrieben, fügen sich zu einem Panorama der ihrem Ende entgegen schleichenden DDR. ... Braun stellte der DDR und dem autoritären, auf Unterdrückung beruhenden Sozialismus so präzise die Diagnose, weil er mit ihnen rang, sein Leben in das Schicksal des Landes verwickelt hatte. Das Arbeitsbuch schließt mit dem 31. Dezember 1989: >nun haben wir eine biographie. aus dem widerstand und der geducktheit tretend, haben wir jeder eine geschichte durchlaufen, unter die ein harter strrich gezogen wird.<«

Jens Bisky, Süddeutsche Zeitung

»Ein bewegendes Monument«

Frankfurter Rundschau

»Mit dem Werktagebuch legt der heitere Dialektiker Braun etwas Kostbares vor. Die Notate, in dichter und schöner Sprache geschrieben, sind aufregendes Zeitdokument, philosophischer Exkurs und persönliches Arbeitsbrevier.«

Rainer Kasselt, Sächsische Zeitung

»Brauns in diesem Herbst erschienenes Arbeitsbuch steht in der Nachfolge der Arbeitsjournale seines großen Vorbildes Brecht. Es versammelt seine Reiseerlebnisse ..., Arbeitspläne und Dichtungsfetzen, es ist Plattform seiner Auseinandersetzung mit ... Geistern wie Marx, Schiller und Bloch und seinen Mitstreitern Christa Wolf und Karl Mickel.«

Bayerischer Rundfunk

»›Werktage‹ ist das künstlerische und intellektuelle Protokoll einer engagierten Schriftstellerexistenz, ein Tagebuch, wie man es sich nur wünschen kann. Es gibt Einblicke in die Erarbeitung und das Vorantreiben des eigenen Werkes, in die damit verbundenen Absichten und Schwierigkeiten; es verzeichnet Auseinandersetzungen mit geisteshistorischen Gewährsleuten wie Schiller, Marx oder Bloch, mit fernen Zeitgenossen wie Peter Weiß und näheren wie Christa Wolf, Karl Mickel und vielen anderen DDR-Kollegen. [...] Es gibt Reaktionen auf Politik und Zeitgeschehen, auf Alltagsbeobachtungen und Notizen von zahlreichen Auslandsreisen, die Braun offenbar mit einiger Freiheit unternehmen konnte. Und oftmals erscheinen, meist äußerst knapp, aber scharf umrissen, düstere Stimmungsbilder aus den Orwell'schen Räumen der Volksdemokratie, die keine war.«

Eberhard Falcke, Deutschlandfunk

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Kommentare

Wunderbar! Reichlich Stoff zum Lesen für den kommenden Winter in Zeiten der Krise. Ich freue mich sehr auf diese Lektüre.
François Renault, 07.07.2009

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