László Darvasi
Wintermorgen - Novellen

Aus dem Ungarischen von Heinrich Eisterer
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D: 24,00 €
A: 24,70 €
CH: 34,50 sFr

Erschienen: 10.10.2016
Gebunden, 348 Seiten
ISBN: 978-3-518-42552-7
Auch als eBook erhältlich

Inhalt

Ein Orchester kommt bei einem Busunglück um, nur der Schlagzeuger überlebt und erfüllt den Auftrag allein: die Insassen einer Nervenklinik mit dem kollektiven Erlebnis der Musik aus dem individuellen Wahnsinn zu erlösen. Ein Mädchen steht am Fenster und beobachtet auf der Straße zwei Küssende, den Stein in der Hand, mit dem es die beiden zerschmettern will.

Ein Unglück, auf das die Betroffenen nicht reagieren; kryptische Geschehnisse, in deren Zentrum das hinterrücks hereinfahrende Böse steht; Töten, ohne zu wissen, warum: um diese unheimlichen Erfahrungen kreisen die 27 kurzen Prosastücke des Bandes. Die Normalität, in der wir leben, erscheint als Insel in einem Meer aus Hass, Brutalität und Paranoia.

László Darvasi, der Erkunder des Unbegreiflichen, hat früh die Novelle als Form entdeckt, in der seine Kunst der Verrätselung und Verdichtung ihren stärksten Ausdruck findet. Unbeirrt nimmt sein Erzähler den Menschen in den Blick, der seine Wünsche und Handlungen selbst nicht versteht. Darvasis Geschöpfe wirken wie Verzauberte, die zur schönsten, verrücktesten Liebestat und zum entsetzlichsten Verbrechen fähig sind. Es ist die Sprachmacht des Autors, seine buchstäblich bodenlose Phantasie, die aus den abwegigsten, albtraumhaften Szenerien Texte erstehen lässt, die mit ihrer Lakonie und berückenden Schönheit fesseln.

Pressestimmen

»Es gibt kaum einen Autor, der sensibler und klarsichtiger über die aktuelle Krise Europas erzählt als er.«

Nicole Henneberg, Frankfurter Allgemeine Zeitung

»Darvasi zu lesen ist wie unter Strom gesetzt zu werden. Mal kribbelt es unter der Haut, mal spürt man Schläge, ohne jedoch das Buch aus der Hand legen zu können. Es elektrisiert.«

Tobias Schwartz, taz. die tageszeitung

»Die Ungeheuer sind unter uns. Wir selbst sind diese Ungeheuer. Ein Grund mehr, Darvasi zu lesen.«

DIE ZEIT

»Ja, László Darvasis imaginationsstarke, grausam-absurde Erzählwelt erzeugt Gänsehaut. ... Ganz große Literatur, von Heinrich Eisterer meisterhaft übersetzt.«

Ilma Rakusa, Neue Zürcher Zeitung

»In den Novellen Wintermorgen ist Darvasi so zeitlos wie heutig, thematisiert die soziale Realität seines Landes, radikal und poetisch.«

Erika Achermann, FOCUS

»Es ist ein ganz eigener Kosmos, der dem Leser hier entegegentritt, und wer sich auf ihn einlässt, spürt, was wirklich große Literatur vermag.«

Andreas Wirthensohn, Wiener Zeitung

»Parabelhaft, poetisch, mal erschreckend-brutal, dann wieder zärtlich-einfühlsam erzählt László Darvasi seine Geschichten ... Ein ebenso kurzweiliges wie tiefsinniges Lesevergnügen.«

NDR

»Darvasis Kunst besteht darin, auch groteske Situationen ... vollkommen natürlich und glaubwürdig darzustellen – selbst wenn sie ins Surreale oder Fantastische kippen.«

Tabea Soergel, Deutschlandfunk

»Schier unglaublich ist es, wie poetisch, brutal und herzergreifend László Darvasi von dem ›was ist, indem es nicht ist‹ erzählt.«

Ingrid Mylo, Badische Zeitung

Kommentare

»Darvasi ist ein Meister der überraschenden Wendung ... «
Claus Baumgart, ekz, 15.01.2017

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