Gisela von Wysocki
Wir machen Musik - Geschichte einer Suggestion

Wir machen Musik
Leseprobe » Bestellen »


D: 22,90 €
A: 23,60 €
CH: 32,90 sFr

Erschienen: 11.10.2010
Gebunden, 258 Seiten
ISBN: 978-3-518-42208-3

Inhalt


Der Vater, ein Pionier der frühen Schellack-Kultur, holt in den zwanziger und dreißiger Jahren die Tanz- und Varietéorchester Berlins ins ODEON-Aufnahmestudio. Später, in der Nachkriegszeit, bringt er jeden Abend aus der Stadt eine neue schwarze Scheibe mit, aus der zum Schrecken der Tochter laute Musik ertönt. Der Vater erscheint ihr als Zauberer, der Opernsänger, Pianisten und ganze Orchester in das winzige Format der Schallplatte zwängen kann. Nichts interessiert die Tochter mehr, als herauszufinden, was es mit der geheimnisvollen, väterlichen Welt der Musik auf sich hat. Deshalb nimmt sie Klavierunterricht, studiert mit dem Vater Couplets und kleine Tänze ein und versucht sich als Kinderstar, scheitert aber auf skurrile Weise mit jedem dieser Versuche. Sie muß sich also etwas anderes einfallen lassen.

Wir machen Musik, die erste große Prosaarbeit der Essayistin und Theaterautorin Gisela von Wysocki, ist die szenenreiche Geschichte einer éducation musicale. Zwischen Burleske und Drama erzählt sie von Täuschungen und Enttarnungen und der Faszination eines Kindes für die Welt der Musik: eine vom Mysterium der Technik berührte »Alice in Wonderland« aus der Mark Brandenburg.

»In ihren glänzend geschriebenen Essays und Theaterstücken werden die Grenzen zwischen Bild und Abbild, trübem Schein und heller Durchsicht virtuos übersprungen. Sie schreibt nicht mit Distanz, sondern mit Haut und Haaren.« Gerhard Stadelmaier

Pressestimmen

»Dieses Buch … ist eine essayistische Autobiographie im besten Sinne, eine Lebens- und Bildungsgeschichte von einigem Anspruch, die dennoch nicht auf Stelzen geht und vorangetrieben wird von einer erzählerischen Verve, die einsteht für Lesevergnügen.«

Walter Hinck, Frankfurter Allgemeine Zeitung

»Wie unter einem Vergrößerungsglas lässt Gisela von Wysocki das Kind die Dinge ordnen und sie neu zusammensetzen, damit sie einen Sinn ergeben. Das ist ein Lob auf das Missverständnis: hinreißend komisch und bitterernst zugleich. Das Kind erfährt auch, dass ›Fragen niemals die richtige Antwort finden‹, es sei denn, man richtet sie zugleich an sich selbst. Mit dieser Entdeckung tut sich ihm ein eigener, unbekannter Kontinent auf, der von Wörtern und Begriffen. Dass sie dort selbst zur Meisterin avancierte, zur Funken sprühenden Sprachzauberin, zeigt Gisela von Wysocki mit diesem Buch aufs Schönste.«

Edelgard Abenstein, Deutschlandradio Kultur

»Eine Autobiografie, die den Klängen der Vergangenheit lauscht, den Dissonanzen der Familie, dem Nachhall der eigenen Seele«

Susanne Mayer, Die Zeit

»Hier spielt die Literatur nur die zweite Geige, und es gelingt etwas Bemerkenswertes, eine Kindheitsgeschichte, die ganz aus der akustischen Dimension hervorgeht. Für das Sich-Einnisten der Musik ins Interieur, für die gespensterhaften Verbindungen zwischen Menschen und den Dingen hat Gisela von Wysocki ein untrügliches Gespür. So traumscharf hat noch kaum jemand vom Aufsetzen der Nadel auf die schwarzen Rillen erzählt, vom unablässigen Kreisen der Schallplatte, von der ewigen Wiederkehr der Stimmen.«

Lothar Müller, Süddeutsche Zeitung

»Eine raffiniert reflektierende Komposition von 64 Kapiteln, die als kurze Prosa-Szenen miteinander verfugt und zugleich gegeneinander geschnitten sind. Gisela von Wysockis dichtes Buch erinnert in seinen schönsten Passagen an Walter Benjamins ›Berliner Kindheit‹.

Peter von Becker, Der Tagesspiegel
»Eine absolute Ausnahme, niedergeschrieben mit präziser Fantasie, mit großem und tropfenweise injiziertem Witz. Eine hinreißende Familienstory der Nachkriegszeit, aus dem in Trümmern liegenden Berlin. Nichts wird ausgeleiert und selbstgefällig erzählt. In jedem Satz stecken Maß und Essenz.«
Verena Auffermann, Die Zeit

»Gisela von Wysocki gelingt es, das ›Dritte Reich‹ als akustisches Phänomen zu beschreiben. Die Geschichte einer Faszination für die magische Welt der Schallplatten. Anmutig, schwerelos.«

Sigrid Löffler, Kulturradio rbb

Videobeiträge

Kommentieren