Jürgen Habermas
Zur Verfassung Europas - Ein Essay

Zur Verfassung Europas
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CH: 20,90 sFr

Erschienen: 14.11.2011
Klappenbroschur, 140 Seiten
ISBN: 978-3-518-06214-2

»Wo sich fast alle im kurzatmigen Krisenmanagement verheddern, muss einer die langen Linien der europäischen Politik ziehen. Jürgen Habermas tut es.«

Franz Müntefering, Berliner Republik 1/2012

 

Inhalt

»So ein Niveau entzündet. Das hat die Ausstrahlung, die der Bürgersinn braucht, um sich entflammen zu lassen.« Frankfurter Allgemeine Zeitung über ›Ach, Europa‹ (es 2551)

Die anhaltende Euro-Krise sowie die halbherzigen, oft populistischen Reaktionen der Politik lassen ein Scheitern des europäischen Projekts derzeit als reale Möglichkeit erscheinen. In seinem Essay verteidigt Jürgen Habermas Europa gegen die sich ausbreitende Skepsis, der er ein neues überzeugendes Narrativ für die Geschichte und vor allem die Zukunft der Europäischen Union entgegensetzt. Denkblockaden in Bezug auf die Transnationalisierung der Demokratie räumt er aus dem Weg, indem er den Einigungsprozess in den langfristigen Zusammenhang der Verrechtlichung und Zivilisierung staatlicher Gewalt einordnet. An die Politik richtet Jürgen Habermas schließlich den Appell, das bisher hinter verschlossenen Türen betriebene europäische Projekt endlich auf den hemdsärmeligen Modus eines lärmend argumentierenden Meinungskampfes in der breiten Öffentlichkeit umzupolen.
Neben diesem Essay zur Verfassung Europas enthält dieser Band den Aufsatz »Das Konzept der Menschenwürde und die realistische Utopie der Menschenrechte« aus dem Jahr 2010 sowie drei Interventionen, die Jürgen Habermas seit dem Ausbruch der Finanzkrise veröffentlicht hat.

Pressestimmen

»In seinem neuen Buch schweigt Habermas keineswegs vom Kapitalismus und seinen unter Gemeinwohlgesichtspunkten destruktiven Konsequenzen. Er kritisiert ihn, um der Demokratie willen. Aber im Zentrum seiner Auseinandersetzung steht etwas anderes: der mangelnde regulative Gestaltungswille und die Restriktionen staatlicher Politik. Deshalb kann der normative Fluchtpunkt nichts anderes sein als die demokratische Selbstbestimmung der Bürger.«

Stefan Müller-Doohm, Frankfurter Allgemeine Zeitung

»Seine Schrift jedenfalls ist zugleich Arbeitsauftrag für die europäischen Bürger wie auch ein intellektuelles Vermächtnis einer Generation, inklusive utopischer Vision und kraftvollen Bekenntnisses zu Menschenwürde und Menschenrechten. Gut möglich, dass man wegen seines schillernden Charakters dereinst über diesen Essay sprechen wird wie heute über Immanuel Kants ähnlich programmatische, ähnlich unabgegolten visionäre Schrift Zum ewigen Frieden aus dem Jahr 1795. Faszinierend bleibt für die Nachgeborenen die nicht nachlassende Leidenschaft des Philosophen für seine politische Mission. We, the people: Ziehen wir also unsere Konsequenzen aus der Krise; engagieren wir uns nicht mehr nur gegen lokale Bahnhofsbauten, sondern auf der europäischen Demokratiebaustelle. Vertwittern wir nicht unsere knappe Zeit, sondern lassen uns ein bisschen vom konstruktiven Furor des Jürgen Habermas anstecken.«

Alexander Cammann, Die Zeit

»Eine sehr kühne und sehr bestechende Vision, in der das europäische Projekt zum Modell für ein weltweites menschenwürdiges Miteinander taugt.«

Natascha Freundel, arte.tv

»Dieser Essay [ist] ein großer Wurf, auf hohem theoretischem Niveau, dabei aber klar und verständlich formuliert.«

Patric Seibel, NDR Info

»Hier wird noch über Utopien diskutiert. Oder nüchterner gesagt: über mögliche Veränderungen in einem Europa, das aktuell an nationalstaatlichen Borniertheiten zu scheitern droht.«

Tomasz Kurianowicz, Tagesspiegel

»…dieser brandneue Essay [scheint] von höchster, nein allerhöchster Aktualität zu sein und offenbart doch nicht weniger als das Auseinanderklaffen von Idee und Wirklichkeit.«

Micha Brumlik, tageszeitung

»An seinen scharfsinnigen Argumenten sticht hervor, dass sie auf brilliante Weise Diagnose, Intervention und Perspektive vereinen. Über ihren Gehalt in der Sache hinaus trägt Habermas mit Verve ein Plädoyer für die politische Vision vor - und weist so deren Unabdingbarkeit auf. «

Mario Schärli, Basler Zeitung

»Mit seinen sorgfältig austarierten Überlegungen liefert Jürgen Habermas nicht nur Perspektiven und Visionen für eine europäische Zukunft, sondern auch philosophische Grundlagen.«

Johanna Di Blasi, Hannoversche Allgemeiene Zeitung

Kommentare

wie recht habermas hat, doch politiker können nicht - oder wollen nicht lesen, was sozial- und wirtschaftsphilosophen an ideen entwickeln.
Brunner gerd, 06.12.2011

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