Die Landschaft der Insel-Bücherei heißt Weltliteratur

»Wie ich Dir schon sagte«, schreibt Anton Kippenberg im März 1911 an seinen Freund Alfred Walter Heymel, »möchte ich 30-Pfennig-Bücher des Insel Verlages herausgeben. Nun hat Stefan Zweig, der mir sehr energisch für diese Bändchen zugeredet hat, mir mitgeteilt, wie er sich die Auswahl denkt. Würdest Du wohl auch Deinerseits sorgfältig prüfen, was Du vorschlägst? Ich will dann als Dritter meinen Senf dazu geben.«

Als dann 1912 die ersten zwölf Bände erscheinen, heißt die Reihe nicht mehr »30-Pfennig-Bücher«, sondern »Insel-Bücherei«, und die Bände kosten 50 und nicht 30 Pfennig. Die Bücher sind hochwertig ausgestattet, mit farbigem Überzugspapier, die jedem einzelnen Band Individualität verleihen, und die bekannte und unbekanntere Werke namhafter Autoren der Weltliteratur enthalten.

Der Erfolg stellt sich bald ein: Bereits nach zwei Jahren hat man über eine Million Exemplare verkauft. Die Bücherkrise der zwanziger Jahre hat sie überstanden, das Dritte Reich, obwohl zahlreiche ihrer Autoren nun »unerwünscht« waren und man mehr als 30 Bücher aus dem Programm nehmen mußte, und auch die Trennung des Verlags in einen Frankfurter und einen Leipziger Teil. Seit der Zusammenführung des Frankfurter und Leipziger Hauses 1991 hat die Insel-Bücherei einen neuen großen Aufschwung erlebt. Sie ist - von 1912 bis heute ununterbrochen weitergeführt - die erfolgreichste und vielseitigste Reihe des Verlags. Nach wie vor ermöglicht sie »literarische und künstlerische Entdeckungen allerersten Ranges«, wie Siegfried Unseld zu ihrem 75. Geburtstag ausführte. Darüber hinaus sind die Bände der Insel-Bücherei - mittlerweile liegen mehr als 1600 Titel vor - als Geschenk beliebt und unter Sammlern begehrt. Eckart Kleßmann schrieb in der Zeit: »Erst der Insel Verlag demonstrierte, was denn das ist: ein schönes Buch.«

Im Jahr 2012 feiert die Insel-Bücherei ihren 100. Geburtstag.

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