Literatur und aktuelle Beiträge zur Lage in der Ukraine

 

 

»Bitte habt ein Auge auf die Ukraine!«, bat Juri Andruchowytsch seine Leser im Westen schon vor Jahren. Beklommen, ratlos, entsetzt registrieren wir die sich ausweitende Gewalt, die vor Folter und Mord nicht halt macht. Was sich heute in der Ukraine abspielt, schreibt Serhijn Zhadan, »ist ein Krieg der Staatsmacht gegen die eigene Bevölkerung, gegen die Bürger, die diese Staatsmacht durchfüttern«. Zhadan führt Fernsehteams durch seine Heimatstadt Charkiw, die Metropole im Osten des Landes. Andruchowytsch spricht mit den Politikern der EU. Sie und ihre Kolleginnen wie Oksana Sabuschko oder Tanja Maljartschuk sind öffentliche Intellektuelle, gefragte Interviewpartner und politische Kommentatoren. Doch es waren ihre Essays und Romane, die den meisten von uns die Augen geöffnet haben für ein Land, von dem viele vor kurzem noch dachten, es sei eine russische Provinz.

Der »Maidan«, die Protestierenden in der Ukraine, setzen ihre kostbarsten Güter ein, Lebenszeit, körperliche und seelische Unversehrtheit, um gegen die Macht zu kämpfen. Eine Zivilgesellschaft entsteht, die in einer enormen Anstrengung dabei ist, das postsowjetische System aus Korruption, Lüge, Hass und Brutalität abzuschütteln. Es ist ein Glück, dass dieses harte, zerrissene Land großartige Schriftsteller hervorgebracht hat, die unserer Vorstellungskraft, unserer Empathie auf die Sprünge helfen können. Sie erzählen von einem west-östlichen Gelände, in dem Sprachen, Grenzen, alte Zivilisationen sich überlagern, sie erzählen von Kiew, von den Steppenlandschaften im Osten und den galizischen Städte im Westen. Von einem Land, in dem man verrückt wird, wenn man sich nicht wehrt.

Katharina Raabe (Suhrkamp Verlag / Lektorat Osteuropa)

 

Offener Brief von Juri Andruchowytsch

Unser Autor Juri Andruchowytitsch veröffentlichte einen offenen Brief zur Lage in der Ukraine. Darin heißt es:

»In der Ukraine sind Verbrechen gegen die Menschlichkeit in vollem Gange, für die die heutige Macht verantwortlich ist. Wenn es in dieser Situation echte Extremisten gibt, so stehen sie an der Spitze des Staates.«

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Weitere Links zur aktuellen Situation in der Ukraine:

Der Krieg, ihr Ein und Alles. Artikel von Serhij Zhadan, erschienen am 7. Februar 2015 in der WELT:
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8000 Ukrainer in Debalzewo eingekesselt. Artikel von Nina Jeglinski, erschienen am 5. Februar 2015 im Tagesspiegel:
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Aus der Stadt, wo sich die Menschen im Keller verstecken. Artikel von Jewgenia Belorusets, erschienen am 1. Februar 2015 in der Tageswoche:
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Der Fall Ukraine ist die Niederlage Europas. Artikel von Katja Petrowskaja, erschienen am 28. Dezember 2014 in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung
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Dankesrede von Juri Andruchowytsch anlässlich der Verleihung des Hannah-Arendt-Preises 2014:
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Die EU ist selbst sehr labil. Jurko Prochasko im Gespräch mit Katja Petrowskaja:
Zum Beitrag im Deutschlandfunk »

Essay des Filmwissenschaftlers Michail Jampolski, erschienen in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 13. November 2014:
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Serhij Zhadans Dankesworte anlässlich der Verleihung des Brücke-Berlin-Preises:
Zur Dankesrede »

Die Ukraine wird zum Gewissen Europas. Juri Andruchowytsch im Gespräch mit Katja Petrowskaja:
Zum Beitrag im Deutschlandfunk »

Resolution des Russischen Marschs des Friedens vom 21. September 2014:
Zur Erklärung »

Interview mit Irina Dovgan, die als Ukrainerin von der Donezker Volksrepublik (DVR) gefangengenommen und misshandelt wurde:
Zum Interview »

Serhij Zhadan schreibt in der Süddeutschen Zeitung über die Schwierigkeiten, die gegenwärtige Situation zu begreifen:
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Ein Blogger aus Donezk berichtet von der Lage in seiner Stadt:
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Ein Vorschlag russischer Bürgerrechtler zu friedensbildenden Maßnahmen in der Ukraine, verfasst von Ljudmila Alexejewa:
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Die Übersetzerin Christiane Körner berichtet von der aktuellen Lage in Slawjansk:
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Ein Flashmob ukrainischer Musiker, die mit Freude schöner Götterfunken zum Frieden aufrufen:
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Back in the U.S.S.R.: Unsere Autorin Alissa Ganijewa über die russischen Umgangsformen gegenüber Regierungskritikern:
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Autoren, Journalisten und Künstler antworten in einem Brief auf Wladimir Putins Rede vom 18.03.2014 zur Wiedervereinigung mit der Krim:
Zur Stellungnahme vom 19.03.2014 »

Ukrainische Schriftsteller schrieben einen offenen Brief an Wladimir Putin:
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Offener Brief von Lew Rubinstein an die ukrainischen Bürger:
Zum Brief »

Live-Berichte zur aktuellen Situation auf dem Maidan (Kyiv Post)
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Euromaidan: Keine extremistische, sondern freiheitliche Massenbewegung
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Mykola Rjabtschuk sieht die ukrainische Protestbewegung als späte Folge der mitteleuropäischen Umbrüche.
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Gespräch von Bernd Leukert mit Juri Andruchowytsch vom 06. Februar 2014
Zum Interview »

Andrzej Stasiuk schreibt in DIE WELT über die Position der Ukraine in Europa:
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Der Übersetzer und Autor Martin Pollack erinnert an altbekannte Szenarien, die sich in den aktuellen Protesten offenbaren:
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Autorin Mykola Rjabtschuk schreibt in der Neuen Zürcher Zeitung über die in der Ukraine entstehende Zivilgesellschaft:
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Eine Rekapitulation der Entwicklungen, die bis zum November 2013 zurückblickt:
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Der Abgeordnete Viktor Baloga appelliert an Janukowitsch, das Blutvergießen zu stoppen:
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Der ukrainische Künstler und Blogger Ivan Semesjuk über die Natur der ukrainischen Revolution:
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Andrej Tschernikov schreibt über die Bereitschaft der Ukrainer, Blut zu vergießen, um zu Europa zu gehören:
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Überbrückungsfonds prominenter Kulturschaffender für ukrainische Kollegen:
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Der Blogger Myroslav Marynovyc über das Verhalten der ukrainischen Regierung:
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