Peter Handke
Zdeněk Adamec - Eine Szene

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D: 20,00 €
A: 20,60 €
CH: 28,90 sFr

Erschienen: 20.07.2020
Klappenbroschur, 71 Seiten
ISBN: 978-3-518-42920-4
Auch als eBook erhältlich

Inhalt

»Eine weitläufige Szene«, ein öffentlicher Ort, »freilich kein freier Platz«; möglicherweise in der spanischen Provinz Àvila oder in Humpolec in Böhmen, jetzt oder zu einer anderen Zeit. Ein Erzähler, der einer von »uns« ist, umschreibt Ort und Zeit für das folgende Spiel. Die Spieler, das sind Übriggebliebene einer ursprünglich dicht bevölkerten Szenerie, Einheimische, Zugereiste, Inländer, Ausländer, Junge, Ältere, vielleicht die letzten Gäste eines Festes. Das Drama, das sie in einem abendlichen, dann nächtlichen Gespräch vergegenwärtigen, hat bereits stattgefunden: Im März 2003 verbrannte sich der 18-jährige Zdeněk Adamec aus Protest gegen den Zustand der Welt vor den Augen der Öffentlichkeit auf dem Wenzelsplatz in Prag.
Eine wahre Begebenheit? »Mit wahren Begebenheiten könnt ihr mich jagen. Und lang genug nun im Leben war ich ein Gefangener all der Aktualitäten«, sagt einer. Ein anderer hat recherchiert und liefert Fakten. (»Recherchen, du? Ganz was Neues!«) Wie erzählen von Adamecs Leben und Sterben angesichts einer über- oder falsch informierten Welt, die Zdeněk Adamec dennoch vergessen hat? Handkes Figuren sind Profis im Über- und Umspielen, ihr letztes Gespräch ist ein leichtes, temporeiches einander Ins-Wort-Fallen, Korrigieren, Kalauern – ein Spiel vom Fragen.

Uraufführung: 2. August 2020, Salzburger Festspiele

 

 

Pressestimmen

»... ein eindrucksvolles poetisches Ereignis.«

Simon Strauß, Frankfurter Allgemeine Zeitung

»Die Wahrheit, die Handke den hämmernden News in seinem eigenen Newsroom-Chat entgegensetzt, ist eine der Schönheit, der Sprache und der Fantasie, eine des Innehaltens, des Schauens und Gewahrwerdens.«

Christine Dössel, Süddeutsche Zeitung

»›Eine Szene.‹ Knapper geht es nicht. Aber auch nicht freigeistiger, vieles wollend, noch mehr könnend, alles zulassend. ... 70 luftig gedruckte Seiten füllt der gedruckte Text, den man schnell und genussvoll liest.«

Manuel Brug, DIE WELT

»... ein flirrendes, äußerst melancholisches Vergnügen.«

Judith von Sternburg, Frankfurter Rundschau

»Handke fordert uns auf, genau hinzusehen, nachzudenken, sich selbst ein Bild und einen Reim auf das Gezeigte und Gesagte zu machen. Er beschwört die Kraft des Wortes, die Möglichkeiten der Kunst. Es ist laute Totenklage und stiller Nachruf, unbeirrbares Herbeirufen und Erinnern, fröhliches Fest und dumpfes Begräbnis, quälendes Oratorium und freudige Wiedergeburt, alles ist offen, nichts steht fest.«

Frank Dietschreit, rbb Kultur
»Dieses Sprachkunstwerk ist vielschichtig, ein aufs Wesentliche reduzierter Text voller sinnlicher Eindrücke und raffinierter Anspielungen. Diskret entsteht ein Spannungsbogen, dem man sich kaum entziehen kann. Jammer, Schaudern und Katharsis in geringen Dosen.«
Norbert Mayer, Die Presse
»... höchst kunstvoll und von hintergründiger Ironie, auch als Lektüre ein Vergnügen für gehobene Ansprüche.«
Christian Schacherreiter, OÖNachrichten

»Peter Handke setzt dem Einzelgänger, der es vorzog, auf globale politische Dummheit mit unwiderruflicher Stummheit zu reagieren, mit viel Empathie ein herausragendes Denkmal.«

Werner Krause, Kleine Zeitung

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