Geld regiert die Welt | Suhrkamp espresso #34

Für die einen gilt der Kapitalismus als Quelle des Wohlstands und des Fortschritts, andere wiederum kritisieren die Ungleichheiten und Ungerechtigkeiten, die das Wirtschaftssystem mit sich bringt. Wie zukunftsfähig ist der entfesselte globale Kapitalismus? Und wie entsteht überhaupt Kapital?

Kapital ist das bestimmende Merkmal moderner Volkswirtschaften, doch die meisten Menschen haben keine Ahnung, woher es tatsächlich kommt. Die Juristin Katharina Pistor erzählt in ihrem Buch Der Code des Kapitals die Geschichte der rechtlichen Schöpfung des Kapitals von der frühen Neuzeit bis ins digitale Zeitalter der Bitcoins. Dabei zeigt sie, wie das Recht Reichtum und Ungleichheit schafft – und liefert ganz nebenbei auch eine verständliche Erklärung, was in der Weltfinanzkrise 2008 bei Lehman Brothers eigentlich schiefgelaufen ist.

Branko Milanović untersucht in Kapitalismus global die Zukunftsfähigkeit von zwei Ausprägungen des Kapitalismus: dem liberalen, rechtsstaatlichen und dem autoritären. Dabei untersucht er die Spannungen, denen unser Wirtschaftssystem ausgesetzt ist, und erklärt, weshalb der liberale Kapitalismus die Oberhand gewinnen muss, um eine gerechtere Welt zu ermöglichen.

Welche persönlichen Motive hinter dem Vorantreiben des Kapitalismus stehen können und wie sich die Schattenseiten des Systems im Leben einzelner Menschen manifestieren, zeigt Christoph Nußbaumeders Roman Die Unverhofften. Das Sozialepos erzählt die Geschichte einer Unternehmerdynastie und skizziert dabei die Entwicklung der Wirtschaftsordnung im Nachkriegsdeutschland bis hin zum entfesselten Neoliberalismus des beginnenden 21. Jahrhunderts.

Angefangen bei der Erfindung des Kredits erzählt David Graeber in seinem Buch Schulden. Die ersten 5000 Jahre, das 2012 bei Klett-Cotta erschien, die Geschichte der Menschheit als eine Geschichte der Schulden.