Gesellschaften in der Krise – Suhrkamp espresso #31

In vielen Ländern lässt sich in jüngster Zeit eine zunehmende Polarisierung der Gesellschaft beobachten und gerade 2020 wird in vielerlei Hinsicht als Krisenjahr in Erinnerung bleiben. Wie aber lassen sich gespaltene Gesellschaften wieder zusammenführen? Woran erkennt man, dass sich eine demokratische Gesellschaft in der Krise befindet? Und was kann Literatur in Zeiten von Krisen ausrichten?

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In Krisen der Demokratie gibt Adam Przeworski einen Überblick über die gegenwärtige politische Lage in den gefestigten Demokratien der Welt, stellt sie in den Kontext historischer Fälle, in denen demokratische Regime scheiterten und untergingen, und spekuliert über die Zukunftsaussichten dieser Regierungsform.

Die Welt und wir von Jedediah Purdy untersucht die von politischen Spaltungen geprägte US-amerikanische Gesellschaft. Dort stehen sich Liberale gegenüber, die sich für den Klimaschutz und gegen Rassismus und Sexismus engagieren und Menschen, die Donald Trump feiern und die das politische Establishment bekämpfen.

Seit dem Beginn der Kämpfe in der Ostukraine hat Serhij Zhadan keine Herausforderung gescheut, um sich eine starke lyrische Stimme zu erarbeiten, die einer vom Krieg gezeichneten, zerfallenden Gesellschaft Trost spenden möchte. In seinem Gedichtband Antenne gedenkt er auch seines verstorbenen Vaters, er findet einen Ton, um über die Unvermeidlichkeit des Todes und den Schmerz der Liebe zu sprechen – und über die Trauer.

Dmitri Strozew, einer der wichtigsten belarussischen Gegenwartslyriker, erkundet in seinem Gedichtband staub tanzend, der 2020 im hochroth Verlag erschien, Themen wie das schwere Erbe des 20. Jahrhunderts, existenzielle Glaubensfragen und die Kritik an der orthodoxen Kirche, aber auch Liebe und Familienbande.