Shahrnush Parsipur auf der Longlist des International Booker Prize 2026

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23.02.2026
Beitrag zu Shahrnush Parsipur auf der Longlist des International Booker Prize 2026
Shahrnush Parsipur steht mit ihrem Roman Frauen ohne Männer in der englischen Übersetzung von Faridoun Farrokh auf der Longlist des International Booker Prize 2026.

»Ein international gelobter Roman, der den verflochtenen Lebenswegen von fünf Frauen nachspürt – darunter eine wohlhabende Hausfrau mittleren Alters, eine Sexarbeiterin und eine Lehrerin –, die auf unterschiedlichen Wegen schließlich zusammenfinden, um in einem üppigen Garten am Rand von Teheran gemeinsam zu leben. Unter Rückgriff auf Elemente der islamischen Mystik und der jüngeren iranischen Geschichte schildert der Roman Frauen, die den engen Grenzen von Familie und Gesellschaft entkommen, und entwirft ihre Zukunft in einer Welt ohne Männer. 1989 erstmals auf Persisch veröffentlicht und im Iran seither verboten, steht Frauen ohne Männer, auf der Longlist des International Booker Prize 2026«, heißt es in der Begründung der Jury.

Der International Booker Prize wird jährlich an ein fremdsprachiges, ins Englische übertragenes und in Großbritannien veröffentlichtes Buch (Roman oder Kurzgeschichtenband) vergeben. Die Auszeichnung ist mit 50.000 Pfund (etwa 57.300 Euro) dotiert, die zwischen Autor:in und Übersetzer:in aufgeteilt werden.

Die Shortlist wird am 31. März verkündet, die Verleihung des International Booker Prize findet am 19. Mai in der Tate Modern-Kunstgalerie in London statt.

Der nominierte Roman in deutscher Übersetzung

Frauen ohne Männer
Jahre vor der Islamischen Revolution von 1979 fliehen fünf Frauen aus unterschiedlichsten Gesellschaftsschichten Teherans aus ihrem Lebensunglück aufs Land. Sie geraten in ein Haus, das eine vermögende Frau sich nach der Trennung von ihrem Mann gekauft hat. Es wird zum Zufluchtsort. Ein prekäres Zusammenleben beginnt. Geschichten sind zu erzählen, Wunden zu heilen, Wünsche anzupacken. Nach einiger Zeit und vielen Turbulenzen zerstreuen sich die Frauen wieder: das Leben (und Sterben) geht weiter. Als Parsipur ihren Roman 1990 in Teheran veröffentlichte, wurde er umgehend verboten. 2009 wurde der Film Women Without Men, den Shirin Neshat nach dem Buch drehte, bei den Filmfestspielen in Venedig ausgezeichnet.
WEITERE INFORMATIONEN ZUM PREIS

Shahrnush Parsipur, geboren 1946 in Teheran, wurde wegen politischer Aktivitäten einmal unter dem Schah und dreimal in der Islamischen Republik zu Gefängnisstrafen verurteilt. Heute lebt die Autorin von Romanen, Erzählungen und Erinnerungen in den USA. Im Gefängnis schrieb sie den ersten Teil ihres Romans Tuba, der 1989 im Original und 1995 in deutscher Übersetzung erschienen ist.

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