Susana Monsó erhält den Preis für das Wissenschaftsbuch des Jahres 2026

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04.02.2026
Beitrag zu Susana Monsó erhält den Preis für das Wissenschaftsbuch des Jahres 2026
Susana Monsó wird für ihr Buch Das Schweigen der Schimpansen mit dem Wissenschaftsbuch des Jahres 2026 in der Kategorie Naturwissenschaft und Technik ausgezeichnet.

»Auch für Tiere ist der Tod Teil des Alltags. Aber können sie ihn auch verstehen und somit Trauer empfinden und Verlust spüren? Das fragt sich die spanische Philosophin Susana Monsó von der Universität Madrid und antwortet schnell mit: Ja. Tiere erleben den Tod und sie verstehen ihn. Dafür präsentiert sie in ihrem fesselnden Buch zahlreiche Beispiele: Orca-Weibchen tragen ihre totgeborenen Kälber über Wochen durchs Meer. Schimpansen verstummen, wenn sie tote Artgenossen sehen oder reinigen deren Leichen. Delfine helfen Sterbenden unter den Ihren, sich bis zum Ableben über Wasser zu halten. Monsó offeriert aber keine bloße naturwissenschaftliche Anekdotensammlung, sondern taucht anhand von biologischen und philosophischen Erkenntnissen tief in die Materie ein und dennoch gelingt es ihr, nicht bloß Informationen an ein Fachpublikum zu referieren. Die Annahme des Menschen, ein Monopol auf das Wissen über den Tod zu haben, ist laut Monsó somit falsch: Tiere gehen psychologisch, emotional und kognitiv sehr ähnlich mit ihrer eigenen Endlichkeit um. Ein kluges, bewegendes wie forderndes Werk, das somit auch zum Nach- und Umdenken über unser Verhältnis zu den Tieren aufruft«, so heißt es in der Laudatio.  

Der Preis wird jährlich in den vier Kategorien Naturwissenschaft und Technik, Medizin und Biologie, Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften sowie Junior-Wissensbücher vergeben. Ziel ist es, »Leistungen der Forschung und den heutigen Stand der Errungenschaften zu kommunizieren« und das Buch als zentrales Medium für die Wissensvermittlung in den Fokus zu rücken. Die Auszeichnung wird vom österreichischen Bundesministerium für Frauen, Wissenschaft und Forschung vergeben.

Die Wahl zu den besten Wissenschaftsbüchern erfolgt in einem mehrstufigen Prozess, der von der Redaktion Buchkultur moderiert und begleitet wird. Durch eine Jury werden in vier Kategorien jeweils fünf Bücher der Shortlist ausgewählt. Aus diesen werden im Anschluss in einer Publikumswahl die Sieger ermittelt.

Die Preisverleihung findet am
2. März 2026 in der Wiener Aula der Wissenschaften im Rahmen der Science Talks statt.


 

Das ausgezeichnete Buch

Das Schweigen der Schimpansen
eBook 23,99 €
Krähen meiden Orte, an denen sie Kadaver gefunden haben. Elefanten sammeln wie besessen Elfenbein. Wale tragen ihre Toten wochenlang durch das Meer. Dennoch glaubt der Mensch beharrlich, dass nur er allein in der Lage ist, sich einen Begriff von der eigenen Sterblichkeit zu machen. Denn seit jeher verstellt die anthropozentrische Perspektive den Blick auf die Vielfalt im Umgang mit dem Tod auf unserem Planeten. Dabei lassen sich derart viele faszinierende Reaktionen auf den Tod beobachten, die unseren zwar nicht gleichen mögen, doch trotzdem von Verständnis handeln.

Das Schweigen der Schimpansen verbindet philosophisches Nachdenken mit den aktuellsten Erkenntnissen aus der Verhaltensforschung und der vergleichenden Psychologie. So präsentiert Susana Monsó eine neue wissenschaftliche Disziplin: die vergleichende Thanatologie. Und sie zeigt eindrücklich, dass wir, wenn es um Tod und Sterben geht, vielleicht nur ein Tier unter vielen sind.

»Susana Monsó verbindet anrührende Geschichten […] mit penibler philosophischer Analyse von Beobachtungen, Begriffen und Bedingungen.«
Manuela Lenzen, Frankfurter Allgemeine Zeitung
»Ein äußerst bewegendes und durchdachtes Buch darüber, ob Tiere den Tod verstehen – und was das überhaupt bedeutet.«
The Boston Globe
»Ein sehr spannendes Buch ... [Es ist] sehr schön, [wie Monsó] erklärt: Was ist überhaupt das ›Minimalkonzept‹ vom Tod?«
Dagmar Röhrlich, Deutschlandfunk
»Susana Monsó verbindet anrührende Geschichten […] mit penibler philosophischer Analyse von Beobachtungen, Begriffen und Bedingungen.«
Manuela Lenzen, Frankfurter Allgemeine Zeitung
»Ein äußerst bewegendes und durchdachtes Buch darüber, ob Tiere den Tod verstehen – und was das überhaupt bedeutet.«
The Boston Globe
»Ein sehr spannendes Buch ... [Es ist] sehr schön, [wie Monsó] erklärt: Was ist überhaupt das ›Minimalkonzept‹ vom Tod?«
Dagmar Röhrlich, Deutschlandfunk
»Tiere mit Köpfchen können ein ›Konzept vom Tod‹ entwickeln, analysiert die spanische Philosophin Susana Monsó in ihrem Buch Das Schweigen der Schimpansen. ... Für Laien verständlich warnt sie genauso vor einer Vermenschlichung ...«
Hedwig Derka, Kurier
»[D]ie spanische Philosophin Susana Monsó [belegt] hochspannend, dass Tiere – was ihnen oft abgesprochen wird – eine Vorstellung vom Sterben haben.«
Meike Dinklage, Brigitte

Susana Monsó unterrichtet am Lehrstuhl für Logik, Geschichte und Wissenschaftsphilosophie an der UNED, Madrid. Ihre Forschungsarbeiten haben die soziokognitiven Fähigkeiten von Tieren und die daraus resultierenden ethischen Implikationen zum Gegenstand. Ihre Beiträge erschienen in veschiedenen akademischen Reihen (u.a. Erkenntnis, Synthese, Mind & Language, Philosophical Quartely und British Journal for the Philosophy of Science).
Susana Monsó unterrichtet am Lehrstuhl für Logik, Geschichte und Wissenschaftsphilosophie an der UNED, Madrid. Ihre Forschungsarbeiten haben die...