Zum Tod von Raimund Fellinger

Der Suhrkamp Verlag trauert um Raimund Fellinger.
Raimund Fellinger, geboren 1951 im Saarland, arbeitete nach Studium von Germanistik,
Linguistik und Politikwissenschaft seit 1979 als Lektor im Suhrkamp Verlag,
seit 2006 als Cheflektor. Er starb am 25. April 2020 in Frankfurt am Main.

 

Nachrufe und Erinnerungen

Ihre Kondolenz

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»Schon im Laufe unserer gemeinsamen Schulzeit in Saarlouis zeigte sich: Ein Meister des Wortes und des Schreibens. R.I.P.«
Wolfgang Reget, 05.05.2020
»Meine Erinnerungen an die beeindruckenden Diskussionen über Karl Rahner zwischen Raimund und unserem Kaplan in den Religionsstunden der Oberstufe bleiben für mich unvergessen.«
Heinz Remmel, 04.05.2020
»Mit großer Betroffenheit haben wir vom Tod Raimund Fellingers erfahren, mit dem uns seit der Gründung der Internationalen Peter Weiss-Gesellschaft im Jahr 1989 eine enge Zusammenarbeit verband.
Gerade im 75. Jahr nach der Befreiung von Auschwitz erinnern wir uns an Raimund Fellingers Wertschätzung des Autors Peter Weiss, die er 2016 in die Worte fasste: ›Die gesamten Anstrengungen, Auseinandersetzungen, Kämpfe, die Peter Weiss mit sich, den Zeitgenossen wie den (literarischen und politischen) Traditionen geführt hat, dienten allein dem Ziel, nicht vor der Barbarei in die Knie zu gehen, gegen Auschwitz anzuschreiben, anzudenken.‹
Wir haben Raimund Fellinger als einen homme de lettre erlebt, der es sich ebenfalls zum Ziel gesetzt hatte, nicht vor der Barberei in die Knie zu gehen. In diesem Sinne werden wir weiterhin gern seiner gedenken.
Mit herzlicher Anteilnahme für alle seine Angehörigen, Freund*innen und Kolleg*innen, im Namen des Vorstands
Prof. Dr. Arnd Beise«
Internationale Peter Weiss Gesellschaft e.V., 04.05.2020
»Ex toto corde, Raimondo domino, vale!
Dr. Klaus Auer
Klassenkamerad von Raimund Fellinger«
Dr. Klaus Auer, 04.05.2020
»›Fellinger – die Lehrer nannten uns alle beim Nachnamen und wir Schüler uns weitgehend auch – hatte schon damals literarisch-analytische Fähigkeiten entwickelt von unglaublicher Tiefe und Prägnanz. Wenn er mit unserem Deutschlehrer (Gerhard) Tänzer in den letzten beiden Schuljahren in heftige und überbordende Diskussionen verstrickt war – u.a. über Texte eines noch weitgehend unbekannten Autors mit dem Namen Peter Handke, dann waren für uns andere die Stunden gelaufen. Handke und sein späterer Lektor - Literat und Schüler! Solche wunderbaren Geschichten schreibt das Leben, manchmal! Bon voyage, cher Raimund!‹ Winfried Sander

›Der Tod von Raimund hat mich sehr betroffen gemacht. Bis zum Abitur saßen wir nebeneinander in einer Klasse und haben uns gegenseitig unterstützt. Schon sein damaliges frühes Interesse an Literatur und Politik hat mich fasziniert und nachhaltig beeinflusst.‹ Klaus Kessler

›Deine ehemalige Schulklasse wollte sich im August zu unserem 50. Abitur-Jahrestages im Saarland treffen. Als ich von Deinem Tod gehört habe, war ich sehr traurig. Ich habe meine Gitarre ausgepackt und Dir folgende Zeilen gesungen: Somewhere over the rainbow way up high and the dreams that you dream of once in a lullaby‹ Klaus Huckert

›Dein Tod, lieber Raimund, hat mich sehr betroffen und traurig gestimmt. Zu gerne hätte ich dich, den großen erfolgreichen Literaturguru, dessen beruflicher Werdegang sich schon auf der Penne abzeichnete, wiedergesehen. Du hast mich mit deinen Aufsätzen über viele, viele Seiten schon damals sehr beeindruckt, mich aber auch sehr alt aussehen lassen. Ich war nämlich meist nach vier Seiten schon am Ende meiner Weisheiten!! Du wirst uns allen bei unserer 50. Abitur-Jahrestages-Feier fehlen.‹ Dr. Franz Bodtländer

›Raimund, Du warst schon in der Schulzeit in einer eigenen Liga, besonders im Deutschunterricht. Da konnte ich nicht mithalten, aber auch zuhören konnte bereichern und belehren, manchmal allerdings auch verwirren und mich klein machen. Später freute ich mich auf die Treffen am Suhrkamp-Stand während der Buchmesse in Frankfurt, die sich zu einem beiderseitig beliebten Ritual entwickelten. Ich vermisse Dich, Raimund!‹ Heinz Fischer«
Heinz Fischer, 03.05.2020
»Wenn nicht früher, dann spätestens zum Beginn des Studiums lernt man, nicht danach zu fragen, ob ein Buch von Suhrkamp gut oder schlecht ist, sondern wieviel Millimeter Platz im Bücherregal noch da sind oder nicht.
Er wird der Literaturwelt fehlen. R.I.P. Raimund Fellinger 🙏«
Aynur Reçberlik , 02.05.2020
»Es trauert um Raimund Fellinger auch sein ehemaliger Deutschlehrer, der in den Jahren 1969 und 1970 am Aufbaugymnasium Saarlouis Johnsons ›Das dritte Buch über Achim‹ und Handkes ›Kaspar‹ im Unterricht behandelte und später erfreut sah, wie sein ehemaliger Schüler als Lektor eben jene Autoren betreute, sich bisweilen des Lehrers erinnerte und ihn mit einem von ihm herausgegebenen Buch zu Johnson, Handke oder Thomas Bernhard grüßte.«
Gerhard Tänzer, 02.05.2020
»Trauer um einen geschätzten, jahrgangsgleichen saarländischen Landsmann. Raimund Fellinger hat mir den Zugang zu Thomas Bernhard und Peter Handke geschaffen, Siegfried Unseld nahe gebracht, mich an Andreas Maier weitergereicht. Ich werde ihn vermissen.«
Heinz Bossert, 30.04.2020
»In Trauer um den großen Förderer der Ingeborg Bachmann Werkausgabe.«
Isolde Moser und Heinz Bachmann, 30.04.2020
Was für ein unvergesslicher und bereichernder Nachmittag - damals mit Herrn Fellinger beim gemeinsamen Ausflug für die Mitglieder der Bernhard-Gesellschaft in den Bernhard-Häusern in Ohlsdorf und Ottnang - nochmals vielen, vielen Dank Herr Fellinger ...
Christine Gschirtz, 30.04.2020
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