Friedrich Ani
All die unbewohnten Zimmer

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CH: 31,50 sFr

Erschienen: 17.06.2019
Gebunden, 494 Seiten
ISBN: 978-3-518-42850-4
Auch als eBook erhältlich

Krimibestenliste

Inhalt

»Die Vier« müssen im neuen Roman von Friedrich Ani aktiv werden: Polonius Fischer (der ehemalige Mönch), Tabor Süden (der zurückgekehrte Verschwundenensucher), Jakob Franck (der pensionierte Kommissar, immer noch Überbringer der schlimmsten Nachricht) und Fariza Nasri (Beamtin mit syrischen Wurzeln, erlöst von der Verbannung in die Provinz). Alle wenden ihre einzigartigen Methoden auf, um die Ermordung einer Frau und die Erschlagung eines Streifenpolizisten aufzuklären.

Die Todesfälle erregen größte Aufmerksamkeit, weil sie gesellschaftliche und politische Debatten (ausgehend vom rechten Rand) über die unfähige Polizei, Flüchtlingskinder, Ost- und Westdeutschland, »das System« anfachen.

Deshalb kämpfen »die Vier« mit möglichen Hinweisen auf die Täter, Zeugen, die nichts gesehen haben wollen, suchen nach Vermissten, die zur Aufklärung beitragen (sollten), sind konfrontiert mit falschen Geständnissen. Nachfolgeverbrechen können sie dabei zunächst nicht verhindern – bis die unterschiedlichen Fahndungsmethoden »der Vier« den Zufall in Notwendigkeit überführen.

In seinem neuen Roman schlägt Friedrich Ani einen Weg durchs Gestrüpp unserer politischen und individuellen Verfasstheit. Er eröffnet Aussichten, die dem Leser vom Rand des Abgrundes Einblick in das Unbeschreibliche eröffnen.

Nach All die unbewohnten Zimmer müssen wir die Literatur, die Kriminalliteratur, das Schreiben über Wahr und Falsch, das Böse und (das nie zu erreichende) Gute, Leben und Tod neu sehen lernen.

Pressestimmen

»[Manche] Details und Milieus findet man nur bei Ani, in dessen Werk nicht der Plot, sondern die Um- und Seitenwege das Ziel sind.«

Peter Körte, Frankfurter Allgemeine Zeitung

»All die unbewohnten Zimmer hat Ani seinen kraftvollen und komplexen neuen Roman genannt ... Man kann [ihn] auch als Gegengift gegen Gleichgültigkeit lesen.«

Antje Weber, Süddeutsche Zeitung

»Ani choreografiert ein Ballett der Berührungen.«

Elmar Krekeler, Die Welt

»Anis Roman macht spürbar, wie wichtig es gerade in würde- und haltlosen Zeiten ist, seine Würde und Haltung zu bewahren oder wiederzufinden.«

Marcus Müntefering, Spiegel Online

»Ziemlich große Krimi-Literatur.«

Stern

»Friedrich Ani ist auch auf 500 Seiten nie geschwätzig, seine Dialoge scheinen zu schlendern, auch sie wirken absichtslos und bringen doch auf den Punkt oder schaffen mit wenigen Sätzen Atmosphäre.«

Sylvia Staude, Frankfurter Rundschau

»Krimi-Poesie!«

Angela Wittmann, Brigitte 17/2019

»Wie [Ani] seine verschiedenen Ermittlerfiguren aus Deutzenden Geschichten in seinem Roman zusammentreffen lässt, ist dramaturgisch und choreografisch ein echter Coup. Und die spektakulär inszenierte Geschichte ... steht dem in nichts nach: Ungeheuer vielschichtig aus wechselnden Erzählperspektiven erzählt; ein mehrstrangiger Plot, der doch bis ins kleinste Detail aufgeht und bis zuletzt zu überraschen weiß.«

Ulrich Noller, Deutschlandfunk

»Friedrich Ani versteht es meisterhaft, die Fäden der Handlung zu halten.«

Sonja Hartl, Deutschlandfunk Kultur

»... ein Lese-Spaß.«

Jürgen Kanold, Südwest Presse

»Ani erzählt einmal mehr eine dramturgisch stimmige, spannende und ergreifend düstere Geschichte.«

Andrea Gerk, MDR

»Ein berührender, tiefgehender Roman, der lange nachhällt.«

Birgit Ruf, Nürnberger Nachrichten

»Ein fesselndes und zutiefst humanistisches Buch.«

Iris Hetscher, Weser-Kurier

»Dass All die unbewohnten Zimmer auch die gesellschaftlichen Veränderungen hin zu einer größeren menschlichen Kälte literarisch bemisst, wird durch die psychischen Defizite von Tätern, Verdächtigen und eben den Ermittlern gut verdeutlicht. Ein komplexes Tableau, in dem die Männer zwar die Handlung bestimmen, aber ein verheerendes Bild abgeben.«

Klenkes Oktober 2019

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Es ist sicherlich ein riskantes Wagnis, gleich vier Ermittler – drei davon die Protagonisten eigenständiger Kriminalreihen – gemeinsam in einem Roman auftreten und agieren zu lassen. Doch in seinem neuen Roman »All die unbewohnten Zimmer« ist dem schon mehrfach mit dem Deutschen Krimipreis und anderen Ehrungen ausgezeichneten Bestseller-Autor Friedrich Ani dieses literarische Kunststück meisterhaft gelungen. Selbstverständlich belässt der Autor jedem seiner Protagonisten den ihm eigenen Charakter, lässt sie sogar über weite Strecken parallel zu einander ermitteln. Doch schließlich führt er die verschiedenen Handlungsstränge und damit zugleich die vier Ermittler in einer staunenswerten Choreographie zu einem überraschenden Finale zusammen.
Diese Vier sind der frühere Mönch und heute heutige Kommissariatsleiter Polonius Fischer, sein inzwischen pensionierter Kollege Jakob Franck, den man aus dessen eigener Buchreihe als mitfühlenden Überbringer von Todesnachrichten kennt, der frühere Kriminalbeamte und jetzige Vermisstenfahnder Tabor Süden sowie Fariza Nasri, die aus der Provinz nach München zurückgekehrte Kriminalbeamtin mit syrischen Wurzeln. Auch wenn diese Vier anfangs noch getrennt agieren, führt sie letztlich die Aufklärungsarbeit um die Ermordung eines jungen Streifenpolizisten zusammen.
Dieser Polizistenmord auf offener Straße – oder war es Totschlag? – erregt zwangsläufig die Aufmerksamkeit bei Medien und Öffentlichkeit. Zunächst unauffällig, dann immer bedrängender baut Friedrich Ani die aktuellen Probleme und Fragen unserer Tage in die Handlung ein - die gesellschaftliche und wirtschaftliche Spaltung von Ost- und Westdeutschland, die Sensationsgier vieler Print- und sozialen Medien, die Folgen der für viele Bundesbürger übermäßig scheinenden Migrationswelle, die mögliche Überforderung von Polizei und Justiz sowie das aus all diesem resultierende Erstarken der Rechtspopulisten mit seinen bedrohlichen radikalen Ausuferungen.
»Der Kriminalroman zwingt zum Hinschauen in die Gegenwart, das Drama des in seinem Lebenszimmer gefangenen Menschen gelingt mir mit dem Krimi am besten, ohne dass es mir auf Mord und Totschlag und spektakuläre Plots ankäme. In meinen Krimis bestimmen die Langsamkeit und das Schweigen den Handlungsablauf«, hat Friedrich Ani einmal über seine Art zu schreiben gesagt. Zwar ist Mord und Totschlag der Ausgangspunkt auch dieses neuen Romans, doch ist dies für Ani nur der Auslöser für die dann einsetzende Handlung. Darin analysiert Ani – wie sein Polonius Fischer – das Unscheinbare, die tief verborgenen Hintergründe, die menschlichen Abgründe, die Täter zu ihrer Tat verleiten, manchmal sogar zu zwingen scheinen. Dabei ist Langsamkeit und beredtes Schweigen – wie wir es vor allem bei Tabor Süden erleben – ein dramatisch wirksames Mittel zur Schaffung dieser in Anis Werken oft beklemmenden Atmosphäre.
Diese ihm eigene Art zu schreiben, die gelegentlich an seinen Schriftstellerkollegen Friedrich von Schirach denken lässt, macht auch Friedrich Anis neuen Roman »All die unbewohnten Zimmer« wieder so lesenswert. Trotz der Kriminalhandlung ist auch Anis neues Werk kein Krimi, sondern ein ausgezeichneter Gesellschaftsroman. Dabei sorgen die bis zum Schluss anhaltende Spannung und die markanten Charaktere wieder für anspruchsvolle Unterhaltung.
Sigismund von Dobschütz/Buchbesprechung, 12.08.2019

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