Sophie Calle
Das Adressbuch

Aus dem Französischen von Maria Turner


D: ca. 22,00 €
A: ca. 22,70 €
CH: ca. 31,50 sFr

Gepl. Erscheinen: 28.10.2019
Bibliothek Suhrkamp 1510, Gebunden, 112 Seiten
ISBN: 978-3-518-22510-3

Inhalt

Sophie Calle findet ein Adressbuch und kopiert die Seiten daraus, bevor sie es anonym an den Besitzer, einen gewissen Pierre D., zurückgibt. Dann beginnt sie, zu denen, die in dem Buch verzeichnet sind, Kontakt aufzunehmen, sie trifft sich mit D.s Familie, Freunden, Bekannten, Affären.

Mit jeder Begegnung wird Pierre D. plastischer und zugleich undurchdringlicher, Calles Recherche verkompliziert sich zusehends, während sie versucht, die schiere Vielzahl von Details – scheinbar Triviales wie potentiell Aufschlussreiches – zu dem bündigen Porträt eines Unbekannten zu fügen. Und im Lauf ihrer Nachforschungen hat Sophie Calle auch die eigenen Motive, Obsessionen und Ängste zu hinterfragen.

Sophie Calle hat diese Begegnungen mit den Menschen aus D.s Adressbuch in Text und Bild dokumentiert, 1983 erschienen diese Dokumentationen einen Monat lang als Serie in der französischen Tageszeitung Libération. Und lösten einen handfesten Skandal aus, der bis heute nachhallt.

Was interessiert uns an anderen? Und was verbirgt sich hinter unserem Interesse? Charakterstudie, Bekenntnis, Essay, Konzeptkunst – Sophie Calle unternimmt eine voyeuristische Abenteuerreise durch das Adressbuch eines Fremden und erfindet eine Form, in der Leben und Kunst, Rolle und Identität, Vertrautes und Unbekanntes ineinander zu oszillieren beginnen.

Im Original erschienen unter dem Titel Le carnet d'adresses (Siglio Press).

Pressestimmen

»Das bemerkenswert eindringliche und zärtliche Porträt eines Mannes, den sie niemals treffen sollte.«

New York Times T Magazine

»In diesem skurrilen, rafinierten Werk erforscht Sophie Calle, wie Identität erzeugt wird und wie wir von anderen wahrgenommen werden. Das Adressbuch ist ein experimentelles Kunstwerk mit erheblicher emotionaler und intellektueller Wucht, es verwischt virtuos die Demarkationslinie zwischen Wirklichkeit und Fiktion.«

Publishers Weekly

»Das Adressbuch ist einerseits eine konzeptkünstlerische Charakterstudie, andererseits eine verstörende, erotisch aufgeladene Bekenntnisgeschichte.«

LA Review of Books

Kommentare

»Ein riskantes, unvorhersehbares Abenteuer.«
Heidi Julavitis, 16.05.2019

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