David Rousset
Das KZ-Universum

Aus dem Französischen von Olga Radetzkaja und Volker Weichsel Mit einem Nachwort von Jeremy Adler und Erläuterungen von Nicolas Bertrand
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Erschienen: 20.01.2020
Gebunden, 141 Seiten
ISBN: 978-3-633-54302-1
Auch als eBook erhältlich

SPIEGEL-Bestseller

Inhalt

Im August 1945 schrieb David Rousset, nach Buchenwald und einem Todesmarsch gerade von den alliierten Truppen befreit, eine der ersten Darstellungen des Systems der deutschen Konzentrationslager in ihrem Aufbau, ihrer inneren und äußeren Hierarchie sowie ihren Funktionsweisen. Und er schrieb darüber, welche Konsequenzen dieses Universum für die Nachgeborenen hat.

»Normale Menschen wissen nicht, dass alles möglich ist. Selbst wenn die Berichte der Zeugen ihren Verstand zwingen, es anzuerkennen, ihre Knochen glauben es nicht. Die KZler wissen es. Unter den KZlern wohnte der Tod in jeder Stunde ihres Daseins. Er hat ihnen all seine Gesichter gezeigt. Sie haben erfahren, wie er einen Menschen auf jede erdenkliche Weise entkleiden kann. Sie haben die obsessive Präsenz einer allgegenwärtigen Ungewissheit erlebt, die Erniedrigung durch Schläge, die Schwäche des Körpers unter der Peitsche, die Verheerungen des Hungers. Sie haben über Jahre in den phantastischen Kulissen einer Welt gelebt, in der alle Würde vernichtet war. Sie sind von den anderen Menschen durch eine Erfahrung getrennt, die nicht weitergegeben werden kann.« Und Rousset schließt, dass der Zerfall einer Gesellschaft, die Zerstörung der Werte sich wie ein bedrohlicher Schatten über den ganzen Planeten lege.

Im Original erschienen unter dem Titel L'Univers Concentrationnaire (Les Editions de Minuit).

Pressestimmen

»... Dies ist nur einer von vielen Gründen, die es notwendig machen, dieses Buch auch heute noch zu lesen, und das nicht nur aus dokumentarischen Gründen, sondern weil es mit seinem unmittelbaren, hektischen, stakkatohaften Stil dem Leser deutlich macht, was es heißt, der totalen Rechtlosigkeit ausgesetzt zu sein.«

Klaus Bittermann, neues deutschland

»Die jetzt erschienene Übersetzung bahnt Rousset einen Weg in den deutschen Kanon der Lagerliteratur. Wir alle sind, was wir gelesen, hieß es bei Golo Mann. Roussets Buch sollte dazugehören.«

René Schlott, Frankfurter Allgemeine Zeitung

»Rousset war seiner Zeit gnadenlos voraus, darum ist die Lektüre dieses wichtigen Buches heute ein Schock.«

Nils Minkmar, Der Spiegel

»›Unter den KZ-Menschen wohnte der Tod in jeder Stunde ihres Daseins‹, schreibt Rousset. Diese Erfahrungen der ›KZ-Menschen‹ sei anderen Leuten nicht zu vermitteln, meinte er. Doch Rousset hat eine Sprache gefunden, die das Leid in diesem abgeschotteten ›Reich‹, in dem sich der Mensch ›Stück für Stück auflöste‹, wenigstens erahnen lässt.«

Robert Probst, Süddeutsche Zeitung

»Sachliteratur, die geradezu sensationell, aber trotzdem eindringlich und schockierend ist, die den Leser bis ins Innerste erschüttert. ... Das vorliegende Buch ist ein Mahnmal wider das Vergessen. Und gehört deshalb unbedingt in jedes Bücherregal! Denn was man hier in die Hände kriegt, ist ein Geniestreich, der seinesgleichen sucht.«

Carsten Hueck, Deutschlandfunk Kultur

»Er schreibt in einer literarischen Sprache, verwendet prägnante Formulierungen; ausdrucksstarke Bilder wechseln sich mit nüchternen Analysen ab. In dem lesenswerten Nachwort werden Leben und Werk des Autors im Kontext der damaligen philosophischen und politischen Debatten vorgestellt.«

Larissa Dämmig, ekz.bibliotheksservice

»Ein eindringliches und wertvolles Buch ...«

Inge Hagen, Buchprofile/Medienprofile 65/2020

»Bei Roussets KZ-Universum handelt es sich um einen bewegenden und wortgewaltigen Beitrag eines politischen Häftlings, der trotz oder gerade wegen seiner konkreten Perspektive unersetzlich ist für den Versuch, die Gewaltkataklysmen des 20.Jahrhunderts zu verstehen.«

John Will, SoZ – Sozialistische Zeitung 05/2020

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