Garrett M. Graff
Und auf einmal diese Stille - Die Oral History des 11. September

Aus dem Englischen von Philipp Albers und Hannes Meyer
Leseprobe »


D: ca. 20,00 €
A: ca. 20,60 €
CH: ca. 28,90 sFr

Gepl. Erscheinen: 17.08.2020
suhrkamp taschenbuch 5090, Klappenbroschur, 543 Seiten
ISBN: 978-3-518-47090-9
Auch als eBook erhältlich

Inhalt

Kein Tag hat sich stärker ins kollektive Gedächtnis gebrannt. Die Bilder, die Geschichten, die Konsequenzen. Doch die Worte derer, die den 11. September tatsächlich erlebt haben, fehlten fast zwanzig Jahre lang. Garrett M. Graff hat diese Worte gefunden, er hat alle Dokumente, alle Interviews zusammengetragen, hat die Stimmen der Einsatzkräfte, der Zeugen, der Überlebenden versammelt und daraus eine überwältigende Erzählung kompiliert – vielstimmig, erfahrungsecht, im O-Ton.

Und auf einmal diese Stille ist das herzzerreißende Logbuch eines historischen Tages und ein monumentales Zeugnis von Hoffnung und Menschlichkeit in der Dunkelheit.

Aus dem Buch

»Der helle, sonnige Tag hatte sich mit einem Mal in pechschwarze Finsternis verwandelt ...«

Pressestimmen

»Viel wurde über 9/11 geschrieben. So etwas noch nie.«

The Messenger
»Jede einzelne Zeile raubt den Atem, bricht das Herz.«
Newsweek
»Diese Oral History ist eine Notwendigkeit.«
The New York Times Book Review
»Wer das hier ungerührt zuklappt, sollte seinen Puls checken, irgendwas stimmt nicht mit dem Herzen.«
Kirkus Reviews

»Das perfekte Buch für alle, die in Zukunft fragen werden: ›9/11, wie fühlte sich das an?‹«

NPR

»Diesen Tag anders nachzuerzählen scheint komplett sinnlos.«

Associated Press

Kommentare

»›Hey, sag mal, was hast du am 11. September gemacht?‹.Diese Frage habe ich in den letzten Wochen nahezu allen meinen Kolleginnen und Kollegen gestellt. Die meisten schauten erst verdutzt ob der Frage, aber es entpuppten sich daraus interessante Gespräche, Anekdoten, Dialoge. Keiner von ihnen konnte mir auf diese Frage nicht antworten. Dass ich so penetrant nachgefragt habe, lag an Garrett M. Graffs aktuellem Buch ›Und auf einmal diese Stille – Die Oral History des 11. September‹. Kein Buch hat mich in den letzten Monaten, vielleicht auch in den letzten Jahren mehr beschäftigt und mitgenommen. Ich nahm es spontan aus der Suhrkamp-Verlagsvorschau mit und war in letzter Zeit eher unmotiviert, konzentriert ein Buch zu lesen. Doch dieses wollte ich gar nicht mehr aus der Hand legen. Detailliert und erschreckend real fühlen sich die Schilderungen der rund 500 Personen über ihre persönlichen Erlebnisse des 11. September an. Garrett hat Außerordentliches geleistet und alle diese Geschichten, Schicksale, Originalaufnahmen, Tonbandaufzeichnung zusammengetragen und gibt all jenen Stimmen ein Platz, zu Wort zu kommen. Das geht unter die Haut. Ich war 2001 acht Jahre alt. Ich weiß noch in Schemen, wie der Tag ablief, wie wir Abends bis tief in die Nacht vor dem Fernseher saßen, mein Vater versuchte, Erklärungen für mich und meinen Bruder zu finden, und wir am nächsten Tag in der Schule über das Geschehene ein Bild malen sollten. 20 kleine Kinder malten Türme, in die ein Flugzeug einschlug, Feuer, Rauch, kleine Strichmenschlein, die aus dem Himmel fielen. Noch heute hab ich mein gemaltes Bild vor Augen. Der 11. September 2001 gehört sicherlich zu den prägendsten Tagen meiner Kindheit. Doch Graffs Buch allein zu lesen, reichte mir nicht. Zu jeder Szene, jeder Geschichte wollte ich mehr wissen. Immer wieder unterbrach ich das Buch, suchte mir im Netzt mehr Hintergrundinformationen zu den Geschehnissen. Videos, Augenzeugenberichte, Bilder. Manche waren bekannt, anderen wiederum völlig neu. Was dieses Buch in mir ausgelöst hat, ist mir lange nicht passiert. Ich dachte drüber nach und wenn ich vor dem Einschlafen las, träumte ich davon und am nächsten Morgen dachte ich weiter. Ich sprach Freunde und Bekannte an, redete mit ihnen über ihre Erinnerung, las mich quer durchs Netz, weiter auf der Suche nach immer mehr Informationen. Völlig neu für mich, der zwar gerne Tatsachenberichte und Reportagen liest, aber den Einzelschicksale normale eher unberührt lassen. Hier war es anders. Die schiere Masse des Leids, der Ungewissheit, der schrecklichen Erinnerung all jener Menschen, die den Tag am eigenen Leib erfahren haben, gepaart mit dem Wissen, dass es noch viel mehr Menschen gab, die nie würden darüber berichten können, da sie in all dem Staub, Glas, Beton und Feuer für immer verschwanden. Das alles ließ mich nicht kalt. Obwohl schon lange her, nahm es mich zunehmend mit und auf mancher Seite kämpfte ich mit den Tränen, musste das Buch weglegen, nur um es kurze Zeit später doch wieder in die Hand zu nehmen, beeindruckt von dem Mut und Lebenswillen der vielen Berichte. Hin und Her gingen meine Gefühle während des Lesens. Ein mir völlig unbekanntes Gefühl. Dies alles macht ›Und auf einmal diese Stille‹ zu keinem schönen, aber wichtigen und berührenden Buch. Nicht nur für Menschen, die den Tag auf welche Weise auch immer erlebten, sondern auch für jene, die damals noch gar nicht auf der Welt waren. Solche, die wissen wollen, was genau geschah und wie der Tag sich ins Gedächtnis von Millionen Menschen gebrannt hatte, wie sie ihn erlebt haben. Ein wahnsinniges Dokument aktueller Zeitgeschichte über einen Tag, der die Welt, in der wir heute leben, formte und immer noch nachhallt. Darauf gibt diese Buch antworten, die einen nachdenklich zurücklassen. Mein persönliches Sachbuch des Jahres - eine wahnsinnig intensive Erfahrung und eine absolute Empfehlung.«
Fabian Vor, Buch Greuter e.K., 09.06.2020

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