Wie wir lieben | Suhrkamp espresso #37

Die Liebe lenkt und leitet unser Leben – kein Wunder also, dass sie zentrales Thema zahlreicher Bücher ist. Neben literarischen Werken, die sich mit der romantischen Liebe beschäftigen, wird sie auch aus wissenschaftlicher Perspektive untersucht. Doch kann man dieses größte aller Gefühle überhaupt theoretisch erfassen, ohne seine Magie zu zerstören? Welche Formen der Liebe gibt es? Und wie hat sich das Liebeskonzept im Laufe der Zeit gewandelt? In dieser Folge Suhrkamp espresso stellen wir Bücher vor, die sich in literarischer und theoretischer Form sowie anhand von Fotografien mit dem Gefühl der Liebe zu verschiedenen Zeiten und in unterschiedlichen gesellschaftlichen Kontexten auseinandersetzen.

Eva Illouz ist eine der wichtigsten Wissenschaftlerinnen, wenn es darum geht, das Mysterium der Liebe zu erforschen. Seit zwei Jahrzehnten beschäftigt sie sich mit der Frage, wie der Konsumkapitalismus und die Kultur der Moderne unser Gefühls- und Liebesleben transformiert haben. In Gefühle in Zeiten des Kapitalismus prägt Illouz den Begriff des »emotionalen Kapitalismus« und zeigt dessen unterschiedliche gesellschaftliche Ausformungen. In Warum Liebe weh tut betrachtet Illouz die Schattenseite der Liebe. Sie zeigt, inwiefern der Liebesschmerz wesentlich von den gesellschaftlichen Bedingungen der jeweiligen Zeit geprägt wird und wie sich das heutige Liebesleiden von dem in vormodernen Zeiten unterscheidet.

Isaac Bashevis Singer (1902-1991), Nobelpreisträger und Dichter jiddischer Sprache, erzählt in den Bänden Old Love und Ein Tag des Glücks kurze Geschichten über die Liebe, Lust und Leidenschaft – von den ersten Momenten des Glücks, über Eifersucht bis zu ihren traurigen Enden. 

Der Bildband LOVING – Männer, die sich lieben, herausgegeben vom New Yorker Ehepaar Hugh Nini und Neal Treadwell, gewährt Einblicke in bisher unbekannte Fotografien von homosexuellen Paaren in der Zeit zwischen 1850 und 1950. Die Fotos zeigen die Liebe als ein universelles Gefühl – zu verschiedenen Zeiten und in all ihren Facetten. 

In dem Buch Sarahs Gesetz, das 2018 im S. Fischer Verlag erschien, erzählt Silvia Bovenschen von ihrer Lebensgefährtin, der Malerin Sarah Schumann. Es ist die Hommage an eine außergewöhnliche Frau und die Geschichte einer liebevollen Freundschaft.