Peter Handke
Am Felsfenster morgens - (und andere Ortszeiten 1982-1987)


D: ca. 16,00 €
A: ca. 16,50 €
CH: ca. 23,50 sFr

Gepl. Erscheinen: 17.02.2020
suhrkamp taschenbuch 5031, Taschenbuch, 550 Seiten
ISBN: 978-3-518-47031-2

Inhalt

Die achtziger Jahre, eine sich entfernende Epoche. Peter Handke bringt sie uns nahe.
»Gutes Fieber, so leicht, wie es ist, könnte ich es täglich brauchen.«
»Der frisch gespitzte Bleistift wiederholte gerade im Haus den Geruch des Osterfeuers.«
»Die drei alten Männer im lindenduftenden Gastgarten die Faschistenzeitung lesend. Beim Weggehen ließen sie die Zeitung auf dem Tisch liegen. Sofort schickte ein junger dicklicher Mann vom Nachbartisch seine kleinkleinen Kinder nach dem Zeug und las dann den Dreck im Kreis seiner so lieblichen Kinder.«
Mit Am Felsfenster morgens liegt eine weitere Journalabschrift Peter Handkes vor, über die achtziger Jahre in Salzburg. »Es handelt sich«, so der Autor im Vorwort, »vor allem, um Notizen, Wahrnehmungen, Bedenklichkeiten, Fragen, aus einer Zeit der Seßhaftigkeit und des Wohnens in meinem Geburts- und Heimatland, bestimmt durch Tun und auch gehörig viel Nichtstun.« Im Gegensatz zu früheren Journalabschriften ist diese »spezialisiert auf den Ort, den großen, und dessen kleine und kleinere Zweigstellen, wo die Augenblicke usw. stattfanden und Gestalt annahmen (…) Sollte ich die Eigenheit des Ganzen hier andeuten, so vielleicht folgend: Maximen und Reflexionen? nein, eher Reflexe; Reflexe, unwillkürliche, gleichwohl bedachtsame; Reflexe, die aus einer Bedachtsamkeit kommen, einer grundsätzlichen, und in deren Folge hin und wieder ausschwingen, auch ausschwingen wollen, über den bloßen Reflex hinaus, soweit der Atem reicht.«
Vor zwanzig Jahren schrieb DER SPIEGEL nach dem Erscheinen über Am Felsfenster morgens: »Überraschend bleibt am Ende, wie frisch sich diese Notizen aus der Zeit vor der Wende von 1989/1990 lesen. Offenbar erweist sich in Zeiten des Umbruchs und einer ungewissen Zukunft gerade die Skizze als ...

Inhalt

Die achtziger Jahre, eine sich entfernende Epoche. Peter Handke bringt sie uns nahe.
»Gutes Fieber, so leicht, wie es ist, könnte ich es täglich brauchen.«
»Der frisch gespitzte Bleistift wiederholte gerade im Haus den Geruch des Osterfeuers.«
»Die drei alten Männer im lindenduftenden Gastgarten die Faschistenzeitung lesend. Beim Weggehen ließen sie die Zeitung auf dem Tisch liegen. Sofort schickte ein junger dicklicher Mann vom Nachbartisch seine kleinkleinen Kinder nach dem Zeug und las dann den Dreck im Kreis seiner so lieblichen Kinder.«
Mit Am Felsfenster morgens liegt eine weitere Journalabschrift Peter Handkes vor, über die achtziger Jahre in Salzburg. »Es handelt sich«, so der Autor im Vorwort, »vor allem, um Notizen, Wahrnehmungen, Bedenklichkeiten, Fragen, aus einer Zeit der Seßhaftigkeit und des Wohnens in meinem Geburts- und Heimatland, bestimmt durch Tun und auch gehörig viel Nichtstun.« Im Gegensatz zu früheren Journalabschriften ist diese »spezialisiert auf den Ort, den großen, und dessen kleine und kleinere Zweigstellen, wo die Augenblicke usw. stattfanden und Gestalt annahmen (…) Sollte ich die Eigenheit des Ganzen hier andeuten, so vielleicht folgend: Maximen und Reflexionen? nein, eher Reflexe; Reflexe, unwillkürliche, gleichwohl bedachtsame; Reflexe, die aus einer Bedachtsamkeit kommen, einer grundsätzlichen, und in deren Folge hin und wieder ausschwingen, auch ausschwingen wollen, über den bloßen Reflex hinaus, soweit der Atem reicht.«
Vor zwanzig Jahren schrieb DER SPIEGEL nach dem Erscheinen über Am Felsfenster morgens: »Überraschend bleibt am Ende, wie frisch sich diese Notizen aus der Zeit vor der Wende von 1989/1990 lesen. Offenbar erweist sich in Zeiten des Umbruchs und einer ungewissen Zukunft gerade die Skizze als das Stabile, das Tragende.« – Eine Einschätzung, aktueller denn je.

Pressestimmen

»Kaum einer nutzt das Genre des Journals so konsequent, abwechslungsreich und intelligent wie Peter Handke.«

Karl Wagner, Falter

Kommentare

»Sätze, wie diese lassen meine Haut vor Aufregung prickeln:
›Der frisch gespitzte Bleistift wiederholte gerade im Haus den Geruch des Osterfeuers.‹ Danke!«
Malenka Radi, 12.05.2019

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