Michail Ryklin
Buch über Anna

Aus dem Russischen von Gabriele Leupold
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D: 24,95 €
A: 25,70 €
CH: 35,50 sFr

Erschienen: 10.03.2014
Gebunden, 334 Seiten
ISBN: 978-3-518-42434-6
Auch als eBook erhältlich

Michail Ryklins Versuch, den Suizid seiner Frau zu verstehen

Am Karfreitag 2008 verließ Anna Altschuk ihre Charlottenburger Wohnung. Drei Wochen später wurde sie tot aus der Spree geborgen. Bis heute glauben viele Menschen in Russland, dass die Künstlerin von orthodoxen Fanatikern umgebracht wurde. Wenige Jahre zuvor stand sie in Moskau wegen Verletzung religiöser Gefühle vor Gericht und war einer Hetzkampagne ausgesetzt. Wochen vor ihrem Tod hatte sie Morddrohungen im Internet gefunden.

Der Philosoph Michail Ryklin versucht, Leben und Sterben Anna Altschuks, mit der er fast 35 Jahre verheiratet war, bis zu dem Tag ihres Verschwindens nachzuzeichnen. Die Spätzeit der Sowjetunion, die turbulenten 90er Jahre, die das Paar nach Frankreich, in die USA, nach Großbritannien und Deutschland führte, und die mit dem Machtantritt Putins beginnende »Eiszeit« bilden den zeithistorischen Hintergrund des Buches.

Einfühlsam zeichnet Ryklin das Porträt einer sensiblen, von Selbstzweifeln gepeinigten Frau, die als Lyrikerin, Künstlerin, Feministin auf der Suche war. Er gibt Einblicke in die unabhängige Künstlerszene der Perestroika und macht begreifbar, wie ein Epochenbruch sich im persönlichen Leben auswirken kann: als Euphorie einer nie gekannten Freiheit und − ihre andere, dunkle Seite − als Zustand der Einsamkeit und Entwurzelung. Mit großer Offenheit erzählt er die Geschichte einer Ehe: auch ein persönlicher Überlebensbericht.

Pressestimmen

»Ein schmerzlich gewissenhaftes und zutiefst wahrheitssuchendes Buch ...«

Ilma Rakusa, Neue Zürcher Zeitung

»Es ist eine aufwühlende Lektüre.«

Susanne Mayer, DIE ZEIT, Literaturbeilage

»Man liest Ryklins Buch über Anna schon deshalb mit angehaltenem Atem, weil es der Überlebensbericht eines Mannes ist, der durch den Suizid seiner Frau zutiefst in seiner Identität erschüttert wird ... sein Buch (ist) ein mutiges Plädoyer dafür, der mutmaßlich selbstgewählten Entscheidung für den Suizid Respekt zu zollen.«

Gisa Funck, Der Tagesspiegel

»Michail Ryklins Buch über Anna ist ein schonungsloses Erinnerungsbuch, aber auch ein Denkmal für seine Frau, das umso beeindruckender ist, als es den Schatten nicht weniger deutlich präsentiert als das Licht.«

Ekkehard Knörer, der Freitag

»Und so ist dieses Buch mehr als eine biografische Recherche, gesponnen aus Erinnerungen, Fakten und Fotos, Traumnotaten und psychoanalytischen Beobachtungen. Es ist ein Erzählen, das die Totenstille durchbricht.«

Katrin Schumacher, Die literarische Welt

»Buch über Anna – eine menschliche Tragödie im Zeichen tiefer politischer Umbrüche ist berührend und verstörend zugleich.«

Barbara Oertel, taz. die tageszeitung

»(Ryklins) Buch über Anna ist eine bewegende Spurenlese, emotional persönlich, ebenso wie mit analytischer Genauigkeit des Wissenschaftlers geschrieben, auf der akribischen Suche nach der größmöglichsten Annäherung an die Wahrheit und die komplizierte Persönlichkeit seiner Frau.«

Barbara von Becker, Berliner Zeitung

»Das Buch über Anna zeigt das innere Zerwürfnis von Menschen, die für einen kurzen Moment während der Perestroika und der ersten Jelzin-Jahre ein Mehr an persönlichen Rechten und künstlerischen Freiheiten erlebten und nicht bereit waren, sie wieder aufzugeben.«

Vera Block, Deutschlandradio Kultur

»... dieses Buch (ist) keine Psycholiteratur. Weder Klage noch Selbstanklage. Es ist persönlich, aber nicht privat. Eine Hommage an die Geliebte, eine Einführung in das Werk der Künstlerin Anna Altschuk.Und eine individuelle
Studie über den Selbstmord.«

Carsten Hueck, Österreichischer Rundfunk

Kommentare

»Ein anspruchsvoller, intensiver, einsichtsreicher Text.«
Heidrun Küster, ekz.bibliotheksservice, 17.04.2014

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