Bernd Cailloux
Der amerikanische Sohn - Roman

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Erschienen: 18.05.2020
Gebunden, 223 Seiten
ISBN: 978-3-518-42912-9
Auch als eBook erhältlich

Inhalt

Und du? Hast du Kinder? – Ja, einen Sohn, in Amerika. Danach Schweigen. Die am Rande einer Podiumsveranstaltung arglos gestellte Frage rührt an ein Lebenstrauma. Von seiner Vaterschaft erfuhr der Altachtundsechziger vor dreißig Jahren per Zufall auf der Tanzfläche. Der Junge namens Eno wuchs in Jamaika auf, später in den USA, Kontakt gab es keinen. Die Mutter, eine Hamburgerin, ging eigene Wege. Und so hatte die Existenz des Sohns den Vater, der als Aktivist und Hippie-Businessman von Familie nicht viel wissen wollte, bisher nie wirklich gekümmert. Doch 2014 lädt ihn eine Stiftung nach New York ein. Eine Chance, mit der verdrängten Geschichte ins Reine zu kommen. Je mehr er in die Stadt eintaucht, an alten und neuen Orten den Spuren des Undergrounds der Siebziger bis zu den Vorzeichen der Präsidentschaft Donald Trumps folgt, umso mehr gewinnt die Frage nach dem nahen fernen, längst erwachsenen Kind an Dringlichkeit.

Selbstironisch und mit warmer Lakonie geht Bernd Cailloux auf die Suche nach dem verlorenen Sohn, auf einen USA-Trip in die eigene Vergangenheit und fremde Gegenwart – als New-York-Flaneur zu Fuß, zögerlich im Internet und zuletzt im Flugzeug Richtung Menlo Park, ans westliche Ende der westlichen Welt.

Pressestimmen

»Das Ganze ist zwar sehr süffig geschrieben, mitunter wie am Tresen einer intellektuell versierten Kneipe formuliert, immer mit einem mitlaufenden Subtext, aber der Roman ist dabei kunstvoll gebaut und lebt von seinen Anspielungen und Querverweisen.«

Helmut Böttiger, Süddeutsche Zeitung

»Keiner schreibt so hellsichtig über 1968 und die Folgen wie Bernd Cailloux – er hat vieles selbst miterlebt.«

Tobias Rapp, DER SPIEGEL

»Der amerikanische Sohn ist hochspannend ... Der Roman gleicht eher einer Selbstbefragung; er handelt davon, wie ein alleinstehender Mann knapp über Siebzig ... mit sich selbst ringt, über sein Erbe nachdenkt (nicht das materielle, das gibt es nicht).«

Jens Uthoff, taz. die tageszeitung

»Im melancholischen Nachklang verlorener Lieben, nicht mehr aufholbarer Versäumnisse und gegen alle Generalkritik der New-York-Müden erobert sich der Erzähler die Stadt zurück, die ihn wider Willen immer noch fasziniert. Leichtfüßig nicht nur durchquert, sondern auch leicht dahinerzählt, auf seiner Route ironische Wegmarken und Duftnoten der Erinnerung setzend.«

Ulrike Baureithel, Der Tagesspiegel

»... wenn man produktiv mit seiner Vergangenheit umgeht, sie also reflektiert, pointiert und witzig als Kontrastfolie einsetzt, um die Gegenwart zu kommentieren, dann haben alle was davon ... Wer diesen Umgang mit der eigenen Vergangenheit aus dem Effeff beherrscht, ist Bernd Cailloux.«

Tilman Krause, Die literarische Welt

»Cailloux ist ein begnadeter Beschreiber, der es versteht, durch elegant in Szene gesetzte Stadterkundungsgänge zu verführen, dem es beeindruckend gelingt, die eigene Faszination, die nie unkritisch ausfällt, sprachlich so umzusetzen, dass man auch als Leser von dieser New York-Berauschung erfasst wird.«

Michael Opitz, Deutschlandfunk Kultur

»Der amerikanische Sohn ist ein lakonisch und humorvoll erzählter Roman, der von den zahlreichen Erinnerungen des Protagonisten lebt.«

Andreas Schröter, Ruhr Nachrichten

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