Anna Bikont
Wir aus Jedwabne - Polen und Juden während der Shoah

Aus dem Polnischen von Sven Sellmer
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Erschienen: 22.06.2020
Gebunden, 699 Seiten
ISBN: 978-3-633-54300-7
Auch als eBook erhältlich

Inhalt

Am 10. Juli 1941 fiel die jüdische Bevölkerung der polnischen Kleinstadt Jedwabne einem Pogrom zum Opfer. Hunderte Männer, Frauen und Kinder wurden in einer Scheune verbrannt. Nur wenige überlebten. Es war ein Verbrechen von unermesslicher Grausamkeit. Aber nur wenige Menschen wurden dafür zur Verantwortung gezogen. Was an diesem Tag tatsächlich geschah – und durch wessen Hand –, sollte mehr als sechzig Jahre lang im Dunkeln bleiben.

Erst das Buch Nachbarn (2000) des Historikers Jan T. Gross legte dar, dass es Polen waren, die in Jedwabne, geschützt von den deutschen Besatzern, ihre wehrlosen jüdischen Nachbarn umgebracht hatten – ein Schock für die polnische Gesellschaft und Auslöser einer erbitterten Debatte um das Tabu eigener Verbrechen gegen die jüdische Bevölkerung des Landes.     

Die Journalistin Anna Bikont macht sich auf die Suche nach der Wahrheit. Sie reist immer wieder nach Jedwabne. Sie spricht mit Überlebenden und mit Tätern, mit Dorfbewohnern, Historikern und Politikern. Sie durchforstet Prozessakten und Zeitungsarchive. So unerbittlich wie behutsam rekonstruiert sie nicht nur die Gewalttat und die Umstände, die sie ermöglicht haben – sie zeichnet zugleich das Porträt einer Stadt, die sich der Erinnerung bis heute verweigert.

Pressestimmen

»Anna Bikont trotzt dem Bemühen der Rechtspopulisten, Polens Geschichte umzudeuten. ... [Ihnen] setzt [sie] ihre akribische Rekonstruktion des Verbrechens entgegen.«

Matthias Arning, Frankfurter Rundschau

»Bikonts akribische Rekonstruktion des Verbrechens und seiner Vorgeschichte ist eine ebenso atemberaubende wie verstörende Lektüre.«

Sigrid Löffler, Berliner Zeitung

Kommentare

»Ein entsetzliches und wichtiges Buch.«
Julian Barnes, 03.12.2019

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