Hermann Hesse
Wir nehmen die Welt nur zu ernst - Heitere Erzählungen, Gedichte und Anekdoten

Herausgegeben und mit einem Nachwort von Volker Michels
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Erschienen: 15.07.2019
insel taschenbuch 4678, Taschenbuch, 300 Seiten
ISBN: 978-3-458-36378-1
Auch als eBook erhältlich

Inhalt

Oft ist behauptet worden, dass Hermann Hesse bei der Schwermut seiner Lyrik und Problemfühligkeit seiner zeitkritischen und erzählenden Schriften ein resignativer Melancholiker sei, humorlos und ohne Sinn für Schalk und Ironie. Die Geschichten, Verse und Anekdoten dieses Bandes beweisen das Gegenteil.
Ob er am Beispiel des Ritters Knorz von Knörzelfingen die akademische Vergangenheitsbewältigung parodiert, ob er über »Eduards des Zeitgenossen zeitgemäßen Zeitgenuss« berichtet, ob er uns über sportliche Aktualitäten wie das Kleinkinderschwimmen von Gibraltar nach Afrika auf dem Laufenden hält und auch die »Wunder der Technik« nicht zu kurz kommen lässt, zu deren Errungenschaften die Erfindung des Atomnussknackers und Sonntagsausflüge auf den Saturn zählen, an originellen Einfällen fehlt es ihm ebenso wenig wie an pointierten Versen.

Aus dem Nachwort

3. September 1928

Sehr verehrter Herr Hesse,

nachdem ich Ihnen mancherlei zu danken habe, muss ich mich bitter über Sie beklagen. Ich liege an den Folgen einer Operation in einem Sanatorium, und der Arzt hat mir streng untersagt, stark zu lachen. Ich begann nun Ihre Parodie Ein Stück Heimatkunde im Berliner Tagblatt zu lesen und sah gleich, dass das nicht gut ausgehen würde. Aber gierig, wie ich bin, konnte ich mich der Lektüre des ganzen Aufsatzes doch nicht entziehen, worauf ich mich frisch verbinden und für die Nacht eine besonders starke Dosis Schlafmittel nehmen musste.

In ausgezeichneter Hochachtung

Lion Feuchtwanger

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