Thomas Brasch für alle Lebenslagen: 10 Zitate
Thomas Brasch (1945–2001) ist eine der eigenwilligsten Stimmen der deutschsprachigen Literatur des 20. Jahrhunderts – Dichter, Dramatiker, Filmemacher und Übersetzer, der in der DDR aufgewachsen und inhaftiert wurde, 1976 in den Westen ging und sich zeitlebens jeder Vereinnahmung verweigerte. Sein Werk, das Lyrik, Prosa und Theater umfasst, kreist um Freiheit, Liebe, Widerstand und die Kraft der Sprache. Aus seinem vielseitigen Schaffen haben wir zehn Thomas Brasch-Zitate für alle Lebenslagen zusammengestellt.
»Ich bereue nie, was ich mit Überzeugung mach.«
Aus Rotter
»ich habe gedacht, daß wir zwei Blätter sind von einem Baum, die der Wind abgerissen hat und herumtreibt, jedes auf seine Bahn. Doch wir sind vom gleichen Baum.«
Aus Rotter
»Was hilft mir, daß ich weiß, was ich weiß, wenn ich nicht weiß, was ich machen soll.«
Aus da liegt sie zwischen den büchern und schreit in »Die nennen das Schrei«
»sWichtigste is, daß was passiert. Wenn was passiert, is schon gut«
Aus Hahnenkopf in »Die nennen das Schrei«
»›Was ich habe, will ich nicht verlieren, aber wo ich bin will ich nicht bleiben, aber die ich liebe, will ich nicht verlassen, aber die ich kenne will ich nicht mehr sehen, aber wo ich lebe, da will ich nicht sterben, aber wo ich sterbe, da will ich nicht hin: Bleiben will ich, wo ich nie gewesen bin.‹«
Aus Was ich mir wünsche
»die liebe will liebe, raus aus jedem buch muß ich ein schüler bleiben schule ist ein fluch«
Aus »Die nennen das Schrei«
»ihm war psychologisch häufig übel«
Aus »Die nennen das Schrei«
»Du hattest deinen Text, jetzt habe ich meinen, und der heißt: Ich kann nicht machen, was du konntest. Schließlich habt ihr um die schönen Häuser auch noch eine Mauer gebaut.«
Aus Vor den Vätern sterben die Söhne
»Die einen brauchen die Freundschaft, weil sie dermaßen viel Nichts in sich haben, daß sie sich alles von anderen holen müssen, die anderen haben soviel in sich, daß es sie zerreißen würde, wenn sie nichts davon abgeben könnten.«
Aus Vor den Vätern sterben die Söhne
»Beim Schreiben ist der Schreiber die Welt, nicht die Landkarte.«
Aus »Ich merke mich nur im Chaos«
Thomas Brasch im Suhrkamp Verlag
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