Wie schreibe ich einen Roman? 7 Schreibtipps von Isabel Allende

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Einen Roman zu schreiben beginnt nicht mit dem perfekten ersten Satz, sondern mit der Entscheidung, überhaupt anzufangen. Isabel Allende, eine der meistgelesenen Schriftstellerinnen der Gegenwart, hat in Jahrzehnten des Erzählens ein präzises Handwerk entwickelt – und es in ihrem Buch Unsere Geschichten erstmals systematisch weitergegeben. Sieben ihrer wichtigsten Schreibtipps zeigen, wie ein Roman entsteht. Allendes Ratschläge richten sich an alle, die einen eigenen Roman schreiben möchten – unabhängig davon, ob sie am Anfang stehen oder bereits an einem Manuskript arbeiten.

Tipp 1: Fang mit dem an, was Du kennst


»Wenn du nicht weißt, wo du anfangen sollst, dann schreib über das, was du kennst: deine Familie, das eigene Leben, deinen Wohnort. Beginne auf vertrautem Terrain.«

Der Einstieg ins Schreiben fällt leichter, wenn man nicht das Fremde erfindet, sondern das Vertraute erkundet. Allende empfiehlt, die eigene Erfahrungswelt als Rohstoff zu nutzen – und dabei Freude statt Druck in den Vordergrund zu stellen.
 

Tipp 2: Warte nicht, bis Du bereit bist

 

»Mit dem Schreiben anzufangen, ist ein großer Schritt. Warte nicht, bis du bereit dazu bist, sonst zögerst du ihn womöglich ewig hinaus. Trau dich.«

Perfekte Vorbereitung ist oft nur eine andere Form von Aufschub. Allende rät, das Gesamtprojekt aus dem Blick zu nehmen und sich auf das Nächstliegende zu konzentrieren: die nächste Seite.
 

Tipp 3: Hör zu. Beobachte. Notiere.


»Der Schriftsteller ist jemand, der hinhört. Mache dir Notizen. Sammle Zeitungsartikel. Zeichne Gespräche auf.«

Schreiben ist zu einem großen Teil Aufmerksamkeit. Wer trainiert, die Welt genau wahrzunehmen – Gespräche, Gesten, kleine Absurditäten –, sammelt das Material, aus dem Figuren und Geschichten entstehen.
 

Tipp 4: Schreibe regelmäßig. Verteidige Deine Zeit.

 

»Bringe Regelmäßigkeit in dein Schreiben und behalte sie bei, auch wenn du tagsüber berufstätig bist. Wenn du dein Schreiben nicht wichtig nimmst, wird niemand es tun.«

Talent allein reicht nicht. Allende betont, dass das Schreiben Priorität braucht – nicht irgendwann, sondern im Alltag, als fester Bestandteil des Lebens. Nur wer sich selbst ernst nimmt als Schreibende:r, wird es auch werden.
 

Tipp 5: Entscheide, wer erzählt.

 

»Die erste wichtige Entscheidung, die ich zu treffen habe, wenn ich ein Buch beginne, ist die, wer die Geschichte erzählt.«

Die Wahl der Erzählperspektive bestimmt alles: Ton, Nähe, Glaubwürdigkeit. Bevor man in die Handlung eintaucht, lohnt es sich, diese Grundfrage gründlich zu durchdenken – sie ist das Fundament des gesamten Romans.
 

Tipp 6: Erzähle jemandem die Geschichte.

 

»Oft stelle ich mir beim Schreiben vor, dass ich mit einer guten Freundin in der Küche sitze, wir Tee trinken und ich ihr die Geschichte erzähle.«

Schreiben muss sich nicht wie eine Prüfung anfühlen. Wer sich eine konkrete Person als imaginäres Gegenüber vorstellt, findet leichter den richtigen Ton: persönlich, direkt, lebendig.
 

Tipp 7: Kenne Deine Figuren, bevor sie auftreten.

 

»Oft beginne ich einen Roman damit, dass ich über die Vorfahren meiner Hauptfiguren schreibe (…), selbst wenn am Ende nichts davon im Buch stehen wird.«

Was die Leser:innen nie lesen, prägt dennoch, wie Figuren wirken. Allende schreibt Hintergründe, die im fertigen Buch unsichtbar bleiben – aber die Figuren glaubwürdig und dreidimensional machen.
 

Mehr Schreibtipps und Tricks von der Bestsellerautorin

Unsere Geschichten
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Isabel Allende nimmt uns mit auf eine Abenteuerreise, dorthin, wo ihre Geschichten und Romane entstehen. Was ist überhaupt erzählenswert? Wie entwirft man eine Handlung? Was ist Inspiration und woran erkennt man sie? Ist Neugierde etwas Gutes oder gar nicht? Gibt es ernsthaft Helden?

Unsere Geschichten handelt von der Alchemie des Erzählens, der Magie der Kreativität und der Suche nach dem richtigen Leben. Es ist Isabel Allendes persönlichstes Buch seit langem, charmant, unterhaltsam und sehr witzig, ein wunderbares Geschenk an ihre Leser:innen.

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Einen Roman schreiben – die wichtigsten Fragen und Antworten

Wie fange ich an, einen Roman zu schreiben?

Der beste Einstieg ist oft der einfachste: Schreiben Sie über das, was Sie kennen – die eigene Familie, den vertrauten Ort, das eigene Leben. Isabel Allende empfiehlt in Unsere Geschichten, nicht auf den richtigen Moment zu warten, sondern einfach anzufangen und sich zunächst auf die nächste Seite zu konzentrieren, nicht auf das Gesamtwerk.

Wie viele Wörter oder Seiten hat ein Roman?

Als Roman gilt im Allgemeinen ein Prosatext ab etwa 40.000 Wörtern, was rund 160 Normseiten entspricht. Die meisten veröffentlichten Romane liegen zwischen 70.000 und 100.000 Wörtern – für ein erstes Manuskript gilt ein Umfang von 75.000 Wörtern als solide Orientierung.

Wie lange dauert es, einen Roman zu schreiben?

Das hängt von Umfang, Arbeitsweise und verfügbarer Zeit ab – die Spanne reicht von wenigen Monaten bis zu mehreren Jahren. Entscheidend ist weniger die Schreibgeschwindigkeit als die Regelmäßigkeit: Wer täglich schreibt, auch nur eine Seite, kommt zuverlässig voran. Bestsellerautorin Isabel Allende empfiehlt in ihrem Buch Unsere Geschichten, Regelmäßigkeit ins Schreiben zu bringen und Routinen zu etablieren.

Brauche ich einen Plan, bevor ich mit dem Schreiben beginne?

Es gibt keine verbindliche Antwort – manche Autor:innen entwickeln detaillierte Plots, andere schreiben sich ihren Weg frei. Isabel Allende etwa beginnt einen neuen Roman damit, die Vorgeschichte ihrer Figuren zu schreiben, auch wenn davon am Ende nichts im Buch erscheint. Entscheidend ist, die eigene Erzählperspektive früh zu klären: Wer erzählt die Geschichte?

Kann man das Schreiben eines Romans lernen?

Ja – Schreiben ist ein Handwerk, das sich durch Lesen, regelmäßiges Schreiben und bewusstes Beobachten entwickelt. Isabel Allende beschreibt in Unsere Geschichten konkrete Techniken: vom Aufbau glaubwürdiger Figuren bis zur Frage, wie man Schreibzeit im Alltag verteidigt und als Priorität behandelt.

Isabel Allende, geboren 1942 in Lima, ist eine der weltweit beliebtesten Autorinnen. Ihre Bücher haben sich millionenfach verkauft und sind in mehr als 40 Sprachen übersetzt worden. 2018 wurde sie – und damit erstmals jemand aus der spanischsprachigen Welt – für ihr Lebenswerk mit der National Book Award Medal for Distinguished Contribution to American Letters ausgezeichnet. Isabel Allendes gesamtes Werk ist im Suhrkamp Verlag erschienen.

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Zuletzt aktualisiert am 23.07.2026