Der Internationale Literaturpreis 2026 geht an András Visky und Timea Tankó
Nachricht02.07.2026
András Visky und Timea Tankó wurden für den Roman Die Aussiedlung mit dem Internationalen Literaturpreis 2026 ausgezeichnet.
»Die Aussiedlung ist ein eigenwilliges Buch der Gefangenschaft. Ein eigensinniges Buch des Bundes: ein Buch über die rätselhafte Fähigkeit von Menschen, sich im Angesicht der Verwüstung aneinander binden zu können, wenn alles andere zerbricht. Davon erzählt András Visky in einer riskanten Sprache, die bereit ist, sich selbst zu riskieren: mit angehaltenem Atem, mit stockendem Atem, mit vorletztem Atem. ›Der Mensch‹, schreibt Visky, ›ist so erschaffen, dass er sein eigenes Herz nicht abhören kann.‹ Dieser Satz könnte auch die Ausgangslage des Übersetzens beschreiben. Und Timea Tankó hörte nicht nur das Herz dieses Romans ab, sondern auch in die Dauer der Stille hinein, in diese halbe Ewigkeit, die auf jeden Herzschlag folgt«, so die Jury, der dieses Jahr Joy Denalane, Maha El Hissy, Paula Fürstenberg, Hannes Langendörfer, Melody Makeda Ledwon, Cia Rinne und Senthuran Varatharajah angehören.
Zum achtzehnten Mal verleihen das Haus der Kulturen der Welt und die Stiftung Elementarteilchen den Internationalen Literaturpreis. Er zeichnet ein herausragendes Werk der internationalen Gegenwartsliteratur in deutscher Erstübersetzung aus. Er würdigt in dieser Allianz sowohl Originalwerk als auch Übersetzung. Der doppelte Fokus macht ihn in der deutschen Preislandschaft einzigartig. Seit 2023 können auch deutsche Erstübersetzungen internationaler Lyrik eingereicht werden. Der Internationale Literaturpreis ist mit insgesamt 35.000 Euro dotiert. Davon gehen 20.000 Euro an den Autor; 15.000 Euro gehen an die Übersetzerin. Die Bekanntgabe der diesjährigen Preisträger:innen erfolgte am 3. Juli 2026 im Rahmen einer feierlichen Preisverleihung im Haus der Kulturen der Welt (HKW).
»Die Aussiedlung ist ein eigenwilliges Buch der Gefangenschaft. Ein eigensinniges Buch des Bundes: ein Buch über die rätselhafte Fähigkeit von Menschen, sich im Angesicht der Verwüstung aneinander binden zu können, wenn alles andere zerbricht. Davon erzählt András Visky in einer riskanten Sprache, die bereit ist, sich selbst zu riskieren: mit angehaltenem Atem, mit stockendem Atem, mit vorletztem Atem. ›Der Mensch‹, schreibt Visky, ›ist so erschaffen, dass er sein eigenes Herz nicht abhören kann.‹ Dieser Satz könnte auch die Ausgangslage des Übersetzens beschreiben. Und Timea Tankó hörte nicht nur das Herz dieses Romans ab, sondern auch in die Dauer der Stille hinein, in diese halbe Ewigkeit, die auf jeden Herzschlag folgt«, so die Jury, der dieses Jahr Joy Denalane, Maha El Hissy, Paula Fürstenberg, Hannes Langendörfer, Melody Makeda Ledwon, Cia Rinne und Senthuran Varatharajah angehören.
Zum achtzehnten Mal verleihen das Haus der Kulturen der Welt und die Stiftung Elementarteilchen den Internationalen Literaturpreis. Er zeichnet ein herausragendes Werk der internationalen Gegenwartsliteratur in deutscher Erstübersetzung aus. Er würdigt in dieser Allianz sowohl Originalwerk als auch Übersetzung. Der doppelte Fokus macht ihn in der deutschen Preislandschaft einzigartig. Seit 2023 können auch deutsche Erstübersetzungen internationaler Lyrik eingereicht werden. Der Internationale Literaturpreis ist mit insgesamt 35.000 Euro dotiert. Davon gehen 20.000 Euro an den Autor; 15.000 Euro gehen an die Übersetzerin. Die Bekanntgabe der diesjährigen Preisträger:innen erfolgte am 3. Juli 2026 im Rahmen einer feierlichen Preisverleihung im Haus der Kulturen der Welt (HKW).
Der ausgezeichnete Roman
András, der Erzähler, jüngstes von sieben Kindern, liebt seine tapfere Mutter Júlia über alles – wo sie ist, lauert das Glück, egal, was geschieht. Vier Jahre lang zieht sie mit ihren Kindern in der ostrumänischen Steppe umher – sie wurden »ausgesiedelt«, nachdem der Vater, ein Pastor, zu 22 Jahren Zwangsarbeit verurteilt worden war. Sie richten sich in Erdhöhlen ein und in verlassenen Dörfern, beaufsichtigt von den Behörden. Sippenhaft. »Ich merke mir alles und werde über alles schreiben, wenn die Zeit gekommen ist, sage ich zu unserer Mutter, um sie zu trösten, als ich sie beim Weinen ertappe, schreiben verwende ich als Synonym für rächen, ohne zu wissen, was ich sage.« Jahrzehnte später findet Visky den gleichmütigen, zuweilen heiteren Ton, die leuchtenden Bilder und die Form: 822 durchnummerierte Minikapitel, die Atemzügen gleichen.
Leserstimme verfassen
»[Die Aussiedlung ist] [n]icht nur als Zeitdokument bemerkenswert ...«
Uwe Sauerwein, Berliner Morgenpost
»Im Grunde müsse man die Welt nur ein Mal davon überzeugen, dass man ein Genie sei hat László Krasznahorkai einmal gesagt ... Und auch bei András Visky wird es nun ganz egal sein, was er in Zukunft noch schreibt, inszeniert, veröffentlicht. Dieses Buch bleibt.«
Felix Stephan, Süddeutsche Zeitung
»[Ein] herausragender Roman über die Zerschlagung einer Familie …«
Jörg Plath, Neue Zürcher Zeitung
»Eine Euphorie des Lebens liegt über diesem Text, die angesichts der Allmacht des Todes ungeheuerlich, angesichts der Abwesenheit Gottes der nobelste Trotz ist. So steht Die Aussiedlung für genau diese Geschichte und zugleich für alles, was Menschen einander an Bösem und Gutem tun.«
Judith von Sternburg, Frankfurter Rundschau
»András Visky erzählt von der langen Lagerhaft seiner rumänischen Familie ... Für all das wählt Visky eine Form die sofort überzeugt ... ein in viele Erinnerungssteinchen aufgelöstes Mosaik.«
Tilman Spreckelsen, Frankfurter Allgemeine Zeitung
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Timea Tankó und Tina Flecken sind für den Preis der Leipziger Buchmesse 2026 nominiert.Hintergrund
5 Fragen an András Visky zu Die Aussiedlung
Der Autor gibt Einblick in die Entstehungsgeschichte und den Hintergrund seines großen Romans.Zuletzt aktualisiert am 03.07.2026






