Gabriella Zalapì über ihren Roman Ilaria
Gabriella Zalapìs Roman Ilaria ist das eindringliche Porträt einer Vater-Tochter-Beziehung und ein Roadtrip durch ein ungekanntes Italien. Die in Frankreich lebende Autorin erzählt in ihrem autobiografisch grundierten Roman von heikler Nähe, der elementaren Schutzlosigkeit eines Kindes und der Notwendigkeit einer viel zu frühen Selbstbehauptung.
In diesem Video spricht Gabriella Zalapì über ihren Roman und seine Figuren.
In diesem Video spricht Gabriella Zalapì über ihren Roman und seine Figuren.
Die Geschichte einer gestohlenen Kindheit
An einem Tag im Mai 1980 steigt die achtjährige Ilaria nach der Schule in das Auto ihres Vaters, der sie abholen soll. Es ist der Beginn einer zweijährigen Irrfahrt durch Italien – denn der Vater hat sie entführt. Ständig wechselnde Hotels, die endlosen Stunden im Auto, auf unbeseelten Autobahnraststätten, Triest, Bologna, ein Internat in Rom, ein Bauernhof in Sizilien, und Ilaria denkt ständig an die Mutter und die Schwester und schwört sich, nicht mehr zu weinen. Manchmal sieht das alles aus wie eine normale Kindheit, dank der Spiele, die sie und der Vater unterwegs spielen, wie sie im Auto die Hits lauthals mitsingen. Aber der Vater trinkt, ist ständig nervös, viel zu impulsiv. Hin und wieder darf sie mit der Mutter telefonieren, Ilaria hat schmerzhafte Sehnsucht nach ihr, doch zugleich will sie den Vater schützen. Und bei alledem muss sie irgendwie versuchen, die andauernde Angst, den Zusammenbruch ihres Lebens, ihre stille Verzweiflung zu bewältigen.
Aus dem Französischen übersetzt von Claudia Steinitz.
Aus dem Französischen übersetzt von Claudia Steinitz.
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