
Studentenausweis der Kirchlichen Hochschule Berlin
Andreas Pflüger: Kälter
Ein spektakulärer Agententhriller rund um den Mauerfall
Im Herbst 1989 führt Luzy Morgenroth auf Amrum das Leben einer Provinzpolizistin. Kaum jemand ahnt, dass sie vor langer Zeit eine Andere war. Als in einer Sturmnacht ein Einheimischer spurlos von der Fähre verschwindet, muss sie sich einem Killerkommando stellen, das auf die Insel kam, und verwandelt sich wieder in die Luzy von früher. Eine Waffe.
In einem spektakulären Agententhriller schickt Pflüger seine Heldin am Ende des Kalten Krieges als Racheengel um die halbe Welt. Sie tritt gegen ein Geheimdienstimperium an, das den Mann beschützt, der ihr Leben zerstörte. Und es wird sich zeigen, wer kälter ist: ihr Todfeind oder sie.
Stimmen zum Buch
»Dein Grab wird außer mir keiner kennen.« Fragen von Alf Mayer an Andreas Pflüger zu Kälter
Der Autor über sein neues Buch, politische Zeitfragen, seine unkonventionelle Heldin und akribische Recherche.»Dein Grab wird außer mir keiner kennen.« Fragen von Alf Mayer an Andreas Pflüger zu Kälter
Der Autor über sein neues Buch, politische Zeitfragen, seine unkonventionelle Heldin und akribische Recherche.Andreas Pflüger hat die Entstehung seines neuen Thrillers Kälter mit Notizen und Tagebucheinträgen begleitet
Ich habe als Agnostiker Theologie studiert, um Bildung zu erwerben. An dem Tag, an dem ich das Studium abbrach, bin ich aus der Kirche ausgetreten. Dennoch spielt das Thema Glaube in allen meinen Romanen eine große Rolle. Meine Heldinnen sind Suchende. Und auch wenn sie nicht glauben: Das Prinzip Auge um Auge, Zahn um Zahn haben sie verinnerlicht. In Kälter prophezeit Luzy ihrer Nemesis das Ende, das Jesaja in der Bibel dem Herrscher über Babylon versprach: Du aber bist hingeworfen ohne Grab, wie ekliger Abfall. Bedeckt mit Erschlagenen, vom Schwert Durchbohrten, wie zertretenes Aas.

Die Aufnahme entstand im Februar 1990, bei einer Kneipenrecherche zu meinem ersten Tatort. Kurz danach bot ich dem SFB ein Drehbuch zu einem Film über die Nacht des Mauerfalls an. Es wurde mit der Begründung abgelehnt, dass »alles noch viel zu frisch« sei und die Zuschauer jetzt erst mal »Abstand von dem Ereignis« nehmen sollten. Außerdem könne das niemand bezahlen. »Allein die Statisten!« Ich habe früh gelernt, dass man in Deutschland vor allem Filme finanziert bekommt, in denen Menschen am Küchentisch sitzen und über ihre Probleme reden. Das war einer der Gründe, warum ich nur noch Romane schreiben wollte. In Kälter schildere ich die Nacht des Mauerfalls in einer Opulenz, die filmisch hierzulande unmöglich wäre. Vielleicht ist Kopfkino auch das schönste Kino.
Bodo V. Hechelhammer, langjähriger Chefhistoriker des BND, über Kälter
Andreas Pflüger kommt in Kälter gleich zur Sache. Während Touristen auf Amrum gewöhnlich Ruhe und Entspannung suchen, lässt er Terroristen eine blutige Gewaltspirale im Wattenmeer entfesseln. Die Auseinandersetzung mit den Facetten des Terrorismus ist Pflügers zentrales Thema, und seine Romanheldin Luzy Morgenroth bekämpft dessen hässliche Fratze mit allen Mitteln, bis hin zur Selbstaufopferung. Auf ihrer Heldinnenreise lotet Luzy die Grenzen zwischen Recht und Rache aus. Israel, ein zentraler Schauplatz des Romans, ist aus deutscher Sicht dafür wie kein zweiter Ort geeignet. Dabei taucht die ehemalige Personenschützerin des BKA immer tiefer in die Grauzonen der Geheimdienste ein, deren verschlossene Welt Andreas Pflüger fachlich präzise und mit sprachlicher Wucht entschlüsselt. Geschickt spielt er mit historischen Fakten und Figuren zur Zeit des Mauerfalls in Berlin und in Wien.














