Der Staatsbewohner

Erzählungen
Aus dem Russischen von Gabriele Leupold
Der Staatsbewohner
Erzählungen
Aus dem Russischen von Gabriele Leupold

Besten Willens, beim Bau der Republik mitzuarbeiten, brechen Platonows Helden in die Weiten der neuen sowjetischen Erde auf, um nach dem Rechten zu sehen und die menschlichen Fundamente zu überprüfen. Die Fragen, die sie stellen, stoßen auf Unverständnis. Makar, ein kleiner Bauer, gerät darüber in Verzweiflung und landet am Ende im Irrenhaus, wo man den Kranken aus Lenins Schriften vorliest. Anders der für das Transportwesen zuständige Weretennikow. Er spricht den Staat mit »Sie« an und...

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Besten Willens, beim Bau der Republik mitzuarbeiten, brechen Platonows Helden in die Weiten der neuen sowjetischen Erde auf, um nach dem Rechten zu sehen und die menschlichen Fundamente zu überprüfen. Die Fragen, die sie stellen, stoßen auf Unverständnis. Makar, ein kleiner Bauer, gerät darüber in Verzweiflung und landet am Ende im Irrenhaus, wo man den Kranken aus Lenins Schriften vorliest. Anders der für das Transportwesen zuständige Weretennikow. Er spricht den Staat mit »Sie« an und rät jedem, der leidet, er solle gefälligst warten und so lange leben, bis der Staat ihn bemerkt und sich um ihn kümmert.

Während sich in diesem »Staatsbewohner« der Prototyp des zynischen Untertanen und Mitläufers ausbildet, tritt in der meisterhaften Reisenovelle »Zu Gute« ein enthusiastisch Suchender auf, der die Mängel, die er entdeckt, nicht verschweigen kann. Die Veröffentlichung dieses Textes, der Stalins Zorn erregte, war der Anfang vom Ende der schriftstellerischen Karriere Platonows. Bis zu seinem Tod 1951 konnte er nichts mehr von vergleichbarem Rang veröffentlichen.

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»Der Mensch lebt und schafft um sich eine Wüste!«
»Der Mensch lebt und schafft um sich eine Wüste!«

Personen für Der Staatsbewohner

Andrej Platonow, 1899 in Woronesch geboren, begann mit 14 Jahren zu arbeiten, absolvierte später das Eisenbahnertechnikum und war in den 20er Jahren als Ingenieur für Bewässerungstechnik und Elektrifizierung tätig. Seit 1918 publizierte er Lyrik, Erzählungen und journalistische Arbeiten. Seine Hauptwerke, Tschewengur (1926) und Die Baugrube (1930), konnten nicht erscheinen. Platonow starb 1951. Erst in den 80er Jahren setzte seine Wiederentdeckung ein.

Andrej Platonow, 1899 in Woronesch geboren, begann mit 14 Jahren zu arbeiten, absolvierte später das Eisenbahnertechnikum und war in den 20er...

Übersetzerin, Nachwort

Gabriele Leupold ist Übersetzerin aus dem Russischen (u. a. Michail Bachtin, Vladimir Sorokin, Michail Ryklin) und Veranstalterin von Workshops für Übersetzer und Studierende. Für ihre Arbeit erhielt sie mehrere Preise, u.a. den Celan Preis (2002) für die Übersetzung von Andrej Belyjs Petersburg, sowie den Johann-Heinrich-Voß-Preis (2012).

Übersetzerin, Nachwort

Gabriele Leupold ist Übersetzerin aus dem Russischen (u. a. Michail Bachtin, Vladimir Sorokin, Michail Ryklin) und Veranstalterin von Workshops...


STIMMEN

»Die Erzählsammlung Der Staatsbewohner des Sowjetautors lehrt eindrucksvoll, wie man das Bewusstsein vermittels Sprache manipuliert. ... Man sollte Platonow schon deshalb wiederlesen ... Auch ohne Sowjetkommunismus gibt es dieser Tage genügend Institutionen, die das Bewusstsein mit Unrat fluten.«
Ronald Pohl, Der Standard
»Andrej Platonow gehörte zu den Mutigsten in Stalins Diktatur. ... Gabriele Leupold hat [seine Erzählungen] akribisch genau ins Deutsche übertragen und vollbracht, was der Literatur-­Nobelpreisträger Joseph Brodsky wegen Platonows ›Extremismus der Sprache‹ ... noch für unmöglich hielt.«
Raoul Löbbert, DIE ZEIT
»Dank Gabriele Leupold ist [die Sprache der Erzählungen] zugleich rau, schroff, brüchig und noch heute ein Abenteuer ...«
Jörg Plath, ORF
»Die Erzählsammlung Der Staatsbewohner des Sowjetautors lehrt eindrucksvoll, wie man das Bewusstsein vermittels Sprache manipuliert. ... Man sollte Platonow schon deshalb wiederlesen ... Auch ohne Sowjetkommunismus gibt es dieser Tage genügend Institutionen, die das Bewusstsein mit Unrat fluten.«
Ronald Pohl, Der Standard
»Andrej Platonow gehörte zu den Mutigsten in Stalins Diktatur. ... Gabriele Leupold hat [seine Erzählungen] akribisch genau ins Deutsche übertragen und vollbracht, was der Literatur-­Nobelpreisträger Joseph Brodsky wegen Platonows ›Extremismus der Sprache‹ ... noch für unmöglich hielt.«
Raoul Löbbert, DIE ZEIT
»Dank Gabriele Leupold ist [die Sprache der Erzählungen] zugleich rau, schroff, brüchig und noch heute ein Abenteuer ...«
Jörg Plath, ORF
»Man kann beobachten, wie Platonow [in diesen Erzählungen die ideologische Sprache des Leninismus-Stalinismus] nutzt, sie umkehrt, mit ihr arbeitet, sie durchdringt.«
Tomas Fitzel, rbb
»Platonows satirische Szenen sind plastisch, beißend und dialogstark. Und das wirkt ungemindert auch fast 100 Jahre nach ihrem Erscheinen.«
Cornelius Wüllenkemper, Deutschlandfunk

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