Hermann Lenz, Hanne Trautwein
»Das Innere wird durch die äußeren Umstände nicht berührt« - Hanne Trautwein – Hermann Lenz. Der Briefwechsel 1937-1946

Herausgegeben von Michael Schwidtal
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CH: 63,90 sFr

Erschienen: 22.10.2018
Klappenbroschur, 1074 Seiten
ISBN: 978-3-458-17772-2
Auch als eBook erhältlich

Inhalt

Hanne Trautwein und Hermann Lenz lernten sich, beide Anfang zwanzig, 1937 im Kunsthistorischen Institut der Universität München kennen: angehender Schriftsteller er, sie Studentin der Kunstgeschichte, Halbjüdin. Sie schrieben sich zunächst in den Semesterferien, dann regelmäßig, als Hermann Lenz einberufen wurde und bis zum Ende des Krieges Soldat in der Wehrmacht blieb. Er, der sich fest vorgenommen hatte, im Krieg nie auf einen Menschen zu schießen, war im Russlandfeldzug an vorderster Front mit dabei. Hanne Trautwein entging der Verfolgung dank einer Anstellung als Sachverständige bei einem einflußreichen Kunsthändler, der Beutekunst aus den Niederlanden verkaufte. Sie ermöglichen einander das Überleben, indem sie in utopischen Daseinsentwürfen sich eine Gegenwelt schaffen zu den realen Schrecknissen um sie herum.

Die hier erstmals veröffentlichten 577 Briefe und Karten, die Hanne und Hermann Lenz zwischen 1937 und 1946, dem Jahr seiner Rückkehr aus amerikanischer Kriegsgefangenschaft, ausgetauscht haben, sind nicht nur ein bedeutendes zeithistorisches Dokument, sondern zeigen auch in ganz besonderer Weise die Wirkungskraft der Dichtung. Die deutsche Literatur kennt aus dieser dramatischen Zeit an Zeugnissen einer deutsch-jüdischen Verbindung nichts Vergleichbares.

Aus dem Buch

»... mit einer leisen Traurigkeit im Herzen, aber doch irgendwie auch sehr froh, und wie gereinigt innerlich, von allem Schmutz und Elend dieser Zeit.« (Hanne Trautwein)

Pressestimmen

» ... ein imposantes Zeugnis von hoher literarischer Qualität.«
Rainer Moritz, Deutschlandfunk
»[Ein] hervorragend editierter Briefwechsel ... «
Gerrit Bartels, Der Tagesspiegel
»Der Ton der Briefe, die sich die beiden Liebesleute schreiben, ist ein ganz besonderer: Sie sorgen sich umeinander, sie behandeln sich mit Zartheit, und sie setzen in ihrem Leben auf die ständige Begegnung mit Büchern und Bildern.«
WDR
»Die beeindruckende Korrespondenz zwischen Hanne Trautwein und Hermann Lenz ist viel mehr als ein Dokument.«
Rainer Moritz, Stuttgarter Zeitung
»Die Briefe erzählen so eindrücklich von der Liebe zur Literatur als Vedemecum in allerschwerster Zeit, weshalb ihr Titel besser nicht hätte gewählt werden können.«
Florian Welle, Münchner Feuilleton April 2019
»Die Briefe sind [ein] Zeugnis menschlicher Selbstbehauptung in historischer Ausnahmezeit und von einer Bedeutung, die weit über die Stuttgarter Stadt- und Kulturgeschichte weist.«
Peter Steinbach, Zeitschrift für Württembergische Landesgeschichte 79 (2020)
»Es sind Briefe, die glücklich gemacht haben ... . Sie sind offen, aber keine Selbstentblößung, sondern vielmehr Trost und Sehnsucht sowie fortgesetzter Freundschaftsbeweis zweier Einsamer.«
Cornelia Frenkel, UNIversalis-Zeitung
» ... ein Briefwechsel in schwierigen Zeiten, der so viele ist: Liebes- und Literaturgeschichte, wie auch Zeitdokument.«
Michaela Adick, stimme.de
»Der Briefwechsel lenkt den Blick nicht nur auf die Bedeutung literarischer Quellen für die historische Forschung. Er verbindet Individual- und Zeitgeschichte, gestattet eine Wahrnehmung von Gefühls- und Traumwelten und erschließt so Dimensionen historischer Wirklichkeit, die oft unexpliziert bleiben und Einfühlungsvermögen und die Fähigkeit verlangen, zwischen den Zeilen zu lesen.«
Peter Steinbach, Zeitschrift für Geschichtswissenschaft 68 (2020)

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